mozaiki fangora

Fangors Mosaike auf Tapeten. Es geht um ihre Konservierung.

Die Mosaike von Wojciech Fangor im Untergeschoss des Bahnhofs Warszawa-Śródmieście benötigen dringend Hilfe. Der Denkmalschutzbeauftragte der Woiwodschaft Masowien hielt an seinen früheren Empfehlungen fest, die Dekorationen so schnell wie möglich zu sichern und zu renovieren, trotz der Versuche der PKP S.A., die Termine zu verschieben. Die Entscheidung umfasst sowohl vorläufige Renovierungsarbeiten als auch eine vollständige Konservierung, die für die nächsten Jahre geplant ist.

Wojciech Fangor – Leben und Werk

Wojciech Fangor (1922-2015) gehört zu den führenden polnischen Künstlern des 20. Jahrhunderts. In seinem Schaffen entwickelte er die abstrakte Malerei und die optische Kunst (Op-Art) weiter und erforschte die Empfindlichkeit des Auges für Farbe und Raum. Im Jahr 1970 war er der erste polnische Künstler, der eine Einzelausstellung im Guggenheim Museum in New York erhielt. Das Charakteristischste an Fangors Bildern sind die fließenden Farbübergänge und der Effekt der Farbvibration. Die gleichen Prinzipien spiegeln sich auch in seinen Arbeiten außerhalb der Leinwand wider, unter anderem in den Dekorationen des unterirdischen Teils des Bahnhofs Śródmieście, wo die abstrakte Form der Mosaike mit der funktionalen Nutzung des Innenraums kombiniert wurde.

Fangors Mosaike und ihre Geschichte

Die Mosaikdekorationen entstanden in den Jahren 1960-1962 im Rahmen des Innenausstattungsprojekts für den unterirdischen Teil des Bahnhofs Warszawa-Śródmieście. Die Arbeiten wurden dem Team der Kunst- und Forschungswerkstätten der Akademie der Bildenden Künste in Warschau unter der Leitung von Jerzy Sołtan und Zbigniew Ihnatowicz in Auftrag gegeben. Fangor entwickelte das Gesamtkonzept der abstrakten Kompositionen, deren Umsetzung Stanisław Kucharski, Viola Damięcka und Jolanta Bieguszewska übernahmen. Der Auftrag für das Projekt kam vom Büro für Eisenbahnbauprojekte. Das Gesamtwerk sollte mit dem Raum der Station harmonieren und eine einzigartige Verbindung von Kunst und Orientierung schaffen. Im Jahr 2020 wurden die Dekorationen in das Denkmalregister eingetragen.

Fangors Mosaike, damals noch beleuchtet und gut sichtbar – 1960er Jahre. Quelle: Zeitschrift „Architektura”, 3/1972

Komposition der Werke am Bahnhof Warszawa-Śródmieście

Die Mosaike bestehen aus kleinen Keramikfliesen mit den Maßen 4 × 3 cm, die in den Fayence-Werken in Włocławek hergestellt wurden. Das Ganze wurde in zwei Hauptgruppen unterteilt: Deckenmosaike über drei Bahnsteigen und Wandmosaike, die in den Fugen zwischen den Travertinplatten in den Hallen und ehemaligen Warteräumen angebracht wurden. Jede der Kompositionen bezieht sich auf Fangors Forschungen über Farbvibrationen und fließende Übergänge zwischen Farben. In Kombination mit den steinernen Elementen der Stationsausstattung schaffen sie einen interessanten Raum mit künstlerischem Ausdruck.

Fangors Mosaike und ihre Funktion

Die Mosaike hatten auch eine orientierende Funktion. Ihre Farben zeigten den Passagieren die Richtungen an. Warme Farbtöne (Rot, Orange, Gelb) bedeuteten Osten, während kühle Farben (Blau, Grün) Westen bedeuteten. Über dem mittleren Bahnsteig wechselte der Farbrhythmus in der Mitte von Rot zu Blau, was den Ausstiegsbereich markierte.

Das Werk von Wojciech Fangor ist gefährdet

Derzeit benötigen die Mosaike dringend Hilfe. Ein Teil der Fliesen ist verblasst, rissig, verschmutzt oder abgebröckelt, und die Installationen zur Beleuchtung der einzelnen Elemente wurden erheblich verändert. Angesichts dessen hat der Denkmalschutzbeauftragte der Woiwodschaft Masowien einen zweistufigen Arbeitsplan festgelegt. Zunächst werden die am stärksten beschädigten Teile des Werks von Wojciech Fangor gesichert. Anschließend werden die Mosaike einer vollständigen Renovierung unterzogen, die bis zum 1. November 2028 abgeschlossen sein soll. Die Gesellschaft PKP S.A. versuchte, die Termine zu verschieben und die Arbeiten mit der Renovierung der Durchgangsbahnlinie zu verbinden, aber der Vorschlag wurde als zu weit entfernt für die Erhaltung der wertvollsten Kompositionen, die schnellstmögliche Maßnahmen erfordern, abgelehnt.

Quelle: FANGORFoundation
Fotos: WUOZ inWarschau

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