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Gdynia wird 100 Jahre alt! Diese Gebäude sind Wahrzeichen der Stadt

Gdynia feiert heute sein hundertjähriges Bestehen als eigenständige Stadt. Innerhalb weniger Jahrzehnte hat sich hier ein weltweit einzigartiger Architekturkomplex entwickelt, in dem der Modernismus eine wichtige Rolle spielt. Anlässlich des Geburtstags von Gdynia haben wir eine subjektive Übersicht über 10 ausgewählte Objekte erstellt, die den größten Einfluss auf das heutige Stadtbild der „Stadt aus dem Meer und den Träumen” haben.

Wohnkomplex BGK „Bankowiec”, ul. 3 Maja27-31

Realisierung: 1930er Jahre

„Bankowiec” ist ein weitläufiger Komplex aus drei miteinander verbundenen Gebäuden mit hellen Fassaden und einer deutlich horizontalen Anordnung der Fenster. Der Baukörper hat eine kompakte, massive Form, die durch einen halbrunden Aufsatz unterbrochen wird, der von der Straße 3 Maja aus sichtbar ist. Die abgerundeten Ecken und der glatte Putz erinnern an die Architektur von Passagierschiffen. Von der Hofseite aus sind lange Balkonreihen und ein einfacher Rhythmus von Fensteröffnungen zu sehen. Im Inneren sind repräsentative Treppenhäuser mit dekorativen Geländern und Fußböden aus kleinen Fliesen erhalten geblieben.

1930er Jahre, Fotograf unbekannt, Quelle: Museum der Stadt Gdynia
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Foto: whiteMAD
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Gebäude in der Straße 10 Lutego 24 (Stadtverwaltung)

Realisierung:1935-1936

Das Gebäude an der Straße 10 Lutego hat eine komplexe Form, die sich aus der Aufteilung in mehrere sich überlappende Segmente unterschiedlicher Höhe ergibt. Von der Hauptverkehrsader aus fallen die Fensterreihen und die glatte, helle Fassade ins Auge. Die Ecke des Gebäudes wird durch ein rundes, vertikales Element betont, das alle Stockwerke miteinander verbindet. Das Erdgeschoss ist mit dunklem Stein verkleidet, der den unteren Teil optisch von den oberen Stockwerken trennt. Das Gesamtbild wirkt wie eine geordnete und disziplinierte Komposition.

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Haus des polnischen Seemanns, Al. Jana Pawła II3

Realisierung: 1936-1937

Das Haus des polnischen Seemanns zeichnet sich durch seine fragmentierte Form aus, die vom Ufer und der Achse des Südpiers aus sichtbar ist. Der mittlere Teil ist der höchste und hat eine abgerundete Fassade, die von einem Aufsatz gekrönt wird, der einer Kapitänsbrücke nachempfunden ist. Die niedrigeren Seitenflügel führen die Komposition horizontal fort und bewahren die richtigen Proportionen des gesamten Komplexes. Die helle Farbgebung der Fassade und die regelmäßige Anordnung der Fenster verleihen dem Gebäude Leichtigkeit. Von der Marina aus sind spätere Anbauten zu sehen.

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Emigrationsmuseum, ul. Polska1

Realisierung: 1932-1933, Umbau: 2012-2015

Das Gebäude des Emigrationsmuseums (ehemaliger Seebahnhof) hat eine längliche, imposante Form und eine klar gegliederte Fassade, die durch kleine, aber zahlreiche Fenster bereichert wird. Die Vorderseite des Gebäudes ist symmetrisch gestaltet, mit einer vertikalen Aufteilung der Fassade und skulpturalen Akzenten in Form von Reliefadlern. Von der Uferpromenade aus gesehen wirkt die Form des Gebäudes eher horizontal, was den gesamten Komplex des ehemaligen Bahnhofs abwechslungsreicher macht. Die Größe und die Zurückhaltung bei den Details verleihen dem Entwurf einen offiziellen, repräsentativen Charakter. Das Innere der ehemaligen Abfertigungshalle hat seinen geräumigen Charakter und den historischen Bodenbelag aus kleinen Fliesen bewahrt.

Der Seebahnhof im Jahr 1935. Foto: POLONA
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Bahnhof Gdynia Główna, pl. Konstytucji

Realisierung: 1950er Jahre

Der Hauptbahnhof Gdynia wurde als modernistisches Gebäude im nationalen Stil errichtet. Nach dem Wiederaufbau in den 1950er Jahren bildet er einen weitläufigen Komplex im Stil des Sozialistischen Realismus, der für den intensiven Personenverkehr konzipiert wurde. Die Frontfassade basiert auf einer axialen Komposition und zurückhaltenden, aber deutlichen Details. Das wichtigste Element des Innenraums ist die geräumige Haupthalle mit Mosaiken, die durch hohe Glasflächen beleuchtet wird. Die gesamte Anlage ist ein solides und funktionales Beispiel für die Architektur der Nachkriegszeit, obwohl der ehemalige Bahnhof einen großen und unersetzlichen Verlust für die Stadt darstellt.

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Bahnhof in Gdynia im Jahr 1940. Quelle: Ogólnopolska Baza Kolejowa
Bahnhof Gdynia Główna. Foto: vorwerk/fotopolska.eu, Lizenz: CC-BY-SA 3.0
Mosaik mit Pegasus auf dem PKP-Rad. Quelle: Travelarz, CC BY-SA 3.0 PL, via Wikimedia Commons

Baumwollhaus in Gdynia, ul. 10 Lutego

Realisierung: 1930er Jahre

Das Baumwollhaus ist ein mehrstöckiges Gebäude, das aus mehreren Baukörpern besteht, mit einer recht einfachen Fassadengestaltung, die durch Gitter unterteilt und ohne größere Verzierungen ist. Charakteristisch für das Gebäude sind die Fensterreihen, Arkaden und markanten Gesimse, die den funktionalen Charakter des Gebäudes unterstreichen. Das Erdgeschoss zeichnet sich durch größere Fensterflächen aus, die ursprünglich für gewerbliche Zwecke vorgesehen waren. Das Baumwollhaus fügt sich gut in die Innenstadt von Gdynia aus der Zwischenkriegszeit ein und ist eines der eindrucksvollsten Gebäude der Stadt.

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1930er Jahre. Foto: NAC
Foto: Andrzej Otrębski, wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0
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Foto: Andrzej Otrębski, wikimedia.org, Lizenz: CC BY-SA 4.0

Markthalle, sog. Hala Łukowa, ul. Wójta Radtkego

Realisierung: 1930er Jahre

Die Markthalle hat eine längliche Form und zeichnet sich vor allem durch ihre charakteristische gewölbte Überdachung aus. Die Stahlbetonkonstruktion ist auch im Inneren gut sichtbar, wo sie einen großen Raum ohne Zwischenstützen bildet. Die Fassaden sind durch regelmäßig angeordnete, große Fenster unterteilt, die Händlern und Kunden natürliches Licht bieten. Die Größe des Gebäudes wurde genau auf diese Funktion abgestimmt. Das Gebäude hat seine ursprüngliche Struktur beibehalten und dient bis heute als städtische Markthalle.

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Foto: vorwerk/fotopolska.eu
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ThomasLel, Wikimedia Commons
Foto: mamik/fotopolska.eu

Kirche des Heiligsten Herzens Jesu, Armii Krajowej-Straße

Realisierung: Mitte des 20. Jahrhunderts

Die Kirche des Heiligsten Herzens Jesu sticht im Panorama von Gdynia durch ihre massive, kompakte Form hervor, die schon aus der Ferne sichtbar ist. Die Fassaden basieren auf einfachen Flächen, die mit einigen geometrischen Details und Verzierungen versehen sind. Der hohe, schlanke Turm dominiert das Gesamtbild und verleiht ihm eine sakrale Eleganz. Der Innenraum wirkt hell und geräumig, und die bunten Glasfenster verleihen ihm einen Hauch von Mystik. Es ist eine der originellsten und bedeutendsten Kirchen der Stadt.

Jacek Fink-Finowicki, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
fot. gdynia.pl
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Foto: gdynia.pl

Kirche des Heiligen Antonius von Padua, ul. Ujejskiego

Realisierung: 1960er Jahre

Die Kirche des Heiligen Antonius von Padua wurde als ruhige Kombination einfacher architektonischer Formen aus Ziegelsteinen entworfen. Über ihnen thronen zwei hoch aufragende Kuppeln, die aus dem massiven Turm herausragen. Die Fassaden der Kirche sind in gedeckten Beton- und Rotbrauntönen gehalten, und die Anordnung der vertikalen Fenster sorgt für architektonische Ordnung und ein Gefühl der Harmonie. Das Gebäude überwältigt die Nachbarschaft nicht und fügt sich gut in den Maßstab des Stadtteils ein. Es ist eine der neueren Kirchen in Gdynia.

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Foto: Bartłomiej Ponikiewski, Quelle: Amt für Denkmalpflege in Gdynia
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Jacek Fink-Finowicki, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Przemysław Jahr, Public domain, via Wikimedia Commons

Garrison Church, Śmidowicza Street

Realisation: 1930s

Die Garnisonskirche hat eine kompakte, recht gedrungene Form und einen deutlich hervorgehobenen Haupteingang. An seinen Seiten befinden sich riesige Ankerbilder, die natürlich auf den Hafencharakter der Stadt verweisen. Die Seitenwände und die Vorderseite des Gotteshauses sind mit Reihen hoher und schmaler Fenster versehen, die durch dunkle Ziegelstreifen voneinander getrennt sind. Diese originelle und wenig offensichtliche Architektur knüpft an die modernistischen Prinzipien der Klarheit und Zurückhaltung an.

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Andrzej Otrębski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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Ewa Jaros/czupirek, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Andrzej Otrębski, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Geschichte des modernistischen Gdynia

Die Anfänge des modernen Gdynia reichen bis in die 1920er Jahre zurück. Damals wurde das kleine Fischerdorf als Standort für den Bau eines neuen Hafens der wiedergeborenen Republik Polen ausgewählt. Im Jahr 1921 begann man mit der Ausarbeitung der Pläne. Das städtebauliche Konzept von Roman Feliński und Adam Kuncewicz sah klar abgegrenzte Zonen für Wohn-, Verwaltungs-, Industrie- und Erholungszwecke vor. Die dynamische Entwicklung Gdynia fiel in die Jahre 1921-1939, als die Einwohnerzahl von 1268 auf etwa 120.000 anstieg. In dieser Zeit entstand der größte Teil der Innenstadt, darunter Mietshäuser, öffentliche Gebäude und die Hafeninfrastruktur. Der Zweite Weltkrieg brachte keine nennenswerten Zerstörungen für die junge Stadt mit sich, und nach 1945 behielt Gdynia seine ursprüngliche räumliche Struktur bei. Der Wiederaufbau nach dem Krieg knüpfte an frühere Pläne aus den 1920er Jahren an, wodurch ein einheitliches Bild des modernistischen Stadtzentrums erhalten blieb, das heute weltweit bekannt und bewundert ist.

Das Stadtzentrum von Gdynia zu Beginn der 1930er Jahre und heute. Quelle: Museum der Stadt Gdynia und Google Maps

Quelle:gdynia.pl

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