Das von IROJE KHM Architects entworfene Haus wurde in einem kleinen Park am See in der Stadt Jeonju errichtet. Es wurde für ein junges Ehepaar gebaut, das einen Ort suchte, der Ruhe und Besinnlichkeit fördert. Die Designer schlugen eine lokale Form vor, die vom südkoreanischen Erbe inspiriert ist, in die Sprache der zeitgenössischen Architektur übersetzt und an den Rhythmus des Alltagslebens der Eigentümer angepasst wurde.
Ein Ort, der in der Kultur von Jeonju verwurzelt ist
Jeonju gilt seit Jahrhunderten als eines der wichtigsten Zentren der koreanischen Kultur. Das Design des Hauses knüpft an diese Tradition an und interpretiert bekannte Motive auf sparsame und klare Weise neu. Die Architekten haben für das Ehepaar eine ruhige Enklave entworfen, die es ihm ermöglicht, zwischen der Intensität des städtischen Alltags und der beruhigenden Nähe zur Natur zu leben. Der Blick auf den See, das Grün des Parks und die sorgfältig gewählten Proportionen des Gebäudes schaffen eine Umgebung, die Harmonie und inneres Gleichgewicht fördert.
„Die Tür des Lebens” als architektonischer Rahmen
Das zentrale Motiv des Entwurfs sind die sogenannten „Türen des Lebens”, die von traditionellen koreanischen Toren inspiriert sind. Sie dienen als räumlicher Rahmen, der die sich verändernde Landschaft der Natur und die pulsierende Stadt einfängt. Dieses Element vermittelt zwischen Innen und Außen, filtert Blicke und reguliert den Grad der Öffnung des Hauses zur Umgebung. Das Tor fungiert gleichzeitig als Grenze und Einladung und ermöglicht einen Dialog mit der Landschaft, während gleichzeitig ein Gefühl von Intimität und Ruhe bewahrt wird.

Das Haus am See und die Symbolik von „Houn”
Der Außenbereich des Hauses wurde um einen Innenhof herum angelegt, der an klassische koreanische Residenzen erinnert. Von drei Seiten umgeben und mit viel Grün bepflanzt, wird er zu einem Ort der stillen Kontemplation. Ergänzt wird diese Komposition durch ein dynamisch geformtes Dach mit markantem Dachüberstand, das eine vereinfachte Interpretation der koreanischen Tradition darstellt. Abgerundet wird das Projekt durch einen symbolischen Familienraum, der über dem Wohnzimmer schwebt und „Houn” genannt wird, was „Wolke über dem See” bedeutet. Diese leichte, runde Form drückt den Wunsch nach Glück und Frieden für die Hausbewohner aus.
Das Haus am See als Ort der täglichen Ausgeglichenheit
In Südkorea spielt das Haus eine besondere Rolle als Ort, der die Privatsphäre schützt und das intensive Lebenstempo vor Ort ordnet. In einem Land mit einer so hohen Bevölkerungsdichte und einer starken Konzentration der Aktivitäten in den Städten übernimmt die Wohnarchitektur oft die Funktion eines persönlichen Rückzugsortes, an dem man Ruhe und das Gefühl der Kontrolle über die vor dem Fenster vorbeirauschende Zeit zurückgewinnen kann. Das Projekt in Jeonju entspricht dieser Tradition voll und ganz.
Entwurf: IROJE KHM Architects
Baujahr: 2025
Fotos: SergioPirrone
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