Holzhaus in Radomice. Die Bewohner haben eine herrliche Aussicht.

Die Realisierung eines Einfamilienhauses in Radomice war die nächste Etappe des architektonischen Konzepts, das vom Architekturbüro SAN Architektura entwickelt wurde. Zuvor wurden auf demselben Hügel zwei Ferienhäuser errichtet, und alle drei Objekte verbindet ein gemeinsames Leitmotiv: die Schaffung einer Architektur, die die Umgebung nicht dominiert, sondern mit ihr koexistiert, indem sie die natürliche Beschaffenheit des Geländes nutzt und den Blick auf das weitläufige Panorama des Riesengebirges freigibt.

Während der Planungsarbeiten entdeckten die Architekten, dass sich direkt neben dem Grundstück ein stillgelegter Steinbruch befindet. Dieser ungewöhnliche Nachbar wurde zu einem der wichtigsten Impulse für die Gestaltung des Gebäudes. Das Haus erhielt, ähnlich wie frühere Projekte, eine Form, die von behauenen Felsblöcken inspiriert ist, die aussehen, als wären sie von der Natur am Hang zurückgelassen worden. Der schräge First und der quadratische Grundriss verleihen ihm eine charakteristische Dynamik und sorgen gleichzeitig für eine kompakte, klare Silhouette.

Diese Form – verwurzelt in der Landschaft, aber in die Sprache der zeitgenössischen Architektur übersetzt – wurde zum Ausgangspunkt für weitere Modifikationen, um das Gebäude an die Funktion eines ganzjährig bewohnbaren Hauses anzupassen.

Die Innenraumgestaltung wurde den Ausblicken untergeordnet. Jeder Raum rahmt einen anderen Ausschnitt der Umgebung ein, wobei das wichtigste Element das sechs Meter breite Panoramafenster im Wohnbereich ist. Hier konzentriert sich das tägliche Leben der Bewohner. Die tiefe Fensterbank fungiert als multifunktionale Plattform: ein Ort zum Ausruhen, für Telearbeit, zum Beobachten des wechselnden Wetters und Lichts. Der offene Wohnbereich geht nahtlos in das Zwischengeschoss über und verstärkt so den Eindruck von Weite und Kontakt zur Landschaft.

Ein wesentliches Element des Entwurfs war auch die Unterkappung des Untergeschosses und dessen Vorstreckung über den Umriss des Hauptgebäudes hinaus. Dadurch entstanden zwei Terrassen: eine direkt vom Wohnbereich aus zugänglich, die andere – überdacht – auf der Ebene -1, verbunden mit dem Wintergarten. Auf diese Weise gewinnt das Haus zusätzliche halbprivate Räume, die den größten Teil des Jahres genutzt werden können.

Das Gebäude wurde in Mauerwerkstechnik errichtet, die Fassade und das Dach wurden mit sibirischer Lärche verkleidet. Das Holz, das den UV-Strahlen ausgesetzt ist, begann auf natürliche Weise zu patinieren, wodurch sich das Haus mit jeder Jahreszeit immer mehr in die Umgebung einfügt. Der Steinsockel verstärkt den Eindruck der materiellen Kohärenz und nimmt subtil Bezug auf den nahe gelegenen Steinbruch.

Ebenso viel Wert wurde auf die Gestaltung des Geländes gelegt. Den Eigentümern war es wichtig, die vorhandene Vegetation zu erhalten und künstliche Eingriffe in die Geländestruktur zu vermeiden. Die Wege und Zufahrten wurden mit feinem Schotter befestigt, wodurch der natürliche Charakter des Ortes erhalten blieb und die visuellen Spuren des Bauvorhabens begrenzt wurden.

Insgesamt hat das Haus in Radomice eine Nutzfläche von 196 m².

Entwurf: SAN Architektura Rafał Oleksik

Fotos: MichałDrapała

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