Im Sommer 2023 tauchten auf dem Dach der St.-Brigid-Basilika in Gdańsk Photovoltaikmodule auf. Sie wurden ohne die Zustimmung des Woiwodschaftsdenkmalpflegers installiert, die für alle Arbeiten an geschützten Gebäuden erforderlich ist. Nach Bekanntwerden der Angelegenheit leitete das Amt Maßnahmen ein, um das Erscheinungsbild des Tempels in den Zustand vor der Installation der hässlichen Anlage zu versetzen. Obwohl die Tafeln von der Straße aus nicht zu sehen waren, wurde ihr Vorhandensein als Verstoß gegen die Denkmalschutzbestimmungen gewertet.
Fotovoltaik und Denkmäler
Der Konservator betont, dass für denkmalgeschützte Gebäude andere Regeln gelten als für andere Gebäude. Die Eigentümer solcher Gebäude müssen nach Lösungen suchen, die mit ihrem Charakter harmonieren. In Pommern ist der Einsatz von Windkraftanlagen effektiver als Photovoltaik. Solche Anlagen können so in die Umgebung von Sakralbauten integriert werden, dass ihre Silhouette nicht beeinträchtigt wird.

Folgen für die Pfarrei der Heiligen Brigid in Danzig
Die Entscheidung des pommerschen Landesdenkmalpflegers, die Anlage zu entfernen, wurde vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe bestätigt. Nach einer Inspektion im Anschluss an diese Entscheidung wurde die Gemeinde mit einer Geldstrafe belegt und aufgefordert, die Tafeln bis Ende 2024 zu entfernen. Diese Frist wurde nicht eingehalten, was zu einer weiteren Inspektion und einer zweiten Geldstrafe führte. Der Pfarrer bat den Denkmalschutzbeauftragten um zusätzliche Zeit, um der Anordnung nachzukommen. Die Behörde setzte eine Frist, und die Arbeiten begannen schließlich. Das gesamte Verfahren dauerte lange, mehr als zwei Jahre.
NEIN zu Tafeln an einem Denkmal
Der begonnene Prozess der Entfernung der illegalen Module hat jedoch eine Diskussion über die Einführung neuer Energielösungen in geschützten Gebäuden ausgelöst. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie sich der Erhalt der Architektur mit der Suche nach Energieeinsparungen und dem Versuch, die Instandhaltungskosten zu senken, vereinbaren lässt. Auf der Website des pommerschen Landeskonservators haben sich verschiedene Stimmen zum Rückbau geäußert. Die Entscheidung hat sowohl Befürworter als auch Gegner.
Die Geschichte der St. Brigid-Kirche in Danzig
Das erste religiöse Gebäude wurde an dieser Stelle Mitte des 14. Jahrhunderts als Kapelle der Heiligen Magdalena errichtet. Die Erweiterung erfolgte später durch die Brigidinen, die nach Danzig gebracht wurden. Im Jahr 1945 wurde die Kirche schwer beschädigt und blieb viele Jahre lang eine Ruine. Zu allem Übel brach 1957 ein Brand aus, der die letzten Fragmente des Dachstuhls und einen Teil des Giebels des südlichen Seitenschiffs in Mitleidenschaft zog. Der Wiederaufbau begann erst 1970 auf Initiative des Pfarrers Henryk Jankowski. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche mit den Aktivitäten von Lech Wałęsa und der „Solidaritäts“-Bewegung in Verbindung gebracht und erlangte so den Status eines wichtigen Ortes für Kreise, die sich um die Veränderungen der 1980er Jahre drehten. In ihrem Inneren befinden sich unter anderem ein Bernsteinaltar und ein Beinhaus im ältesten Teil der Kirche.
Leitlinien für Energieinvestitionen in Denkmäler
Das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe erinnert daran, dass bei jeder geplanten Maßnahme zur Nutzung erneuerbarer Energien die Werte des Denkmals und seine Sicherheit berücksichtigt werden müssen. In den 2023 herausgegebenen Leitlinien wird betont, dass die Entwicklung neuer Technologien eine individuelle Bewertung jedes Projekts und seine Anpassung an die Beschaffenheit des jeweiligen Standorts erfordert.
Quelle: Pommerscher Woiwodschaftsdenkmalpfleger
Fotos: Pfarrei der Heiligen Brigid in Danzig
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