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In Kattowitz wird ein achter „Star“ gebaut. Es ist ein Projekt von Maciej Franta

An der Walentego Roździeńskiego-Allee in Katowice wird ein nagelneuer, achter „Star“ gebaut, der das Layout der berühmten Wohnsiedlung vervollständigt. Der Komplex von Türmen wurde in den 1970er Jahren von Aleksander Franta, Henryk Buszka und Tadeusz Szewczyk entworfen. Die Gebäude wurden damals wegen ihrer eher ungewöhnlichen Form und der beeindruckenden Größe des Projekts berühmt. Die Wolkenkratzer, die nach dem Schema der achtzackigen Sterne errichtet wurden, bilden ein System, das aus der Vogelperspektive an den Großen Kofferraum erinnert.

Der achte „Stern“ und sein Entwurf

Das achte Gebäude wurde von Maciej Franta entworfen, dem Enkel eines der „Väter“ des ursprünglichen Konzepts. Er schuf ein Gebäude, das die bestehenden Türme ergänzen und mit ihnen in Beziehung bleiben soll. Nach Angaben des Architekten basiert das Projekt auf einer Neuinterpretation des aus den 1970er Jahren bekannten Entwurfs und passt ihn an die heutigen Bedürfnisse der Nutzer an. Die Massierung wurde als Umkehrung der Proportionen der bereits bestehenden Hochhäuser geplant, wodurch der Charakter der berühmten Siedlung beibehalten und gleichzeitig der individuelle Ausdruck des neuen Gebäudes hervorgehoben werden konnte. Dieser wird aus 24 oberirdischen und drei unterirdischen Stockwerken bestehen. Das Gebäude wird 364 Wohnungen und Geschäftsräume sowie einen mehr als 150 Quadratmeter großen Wellnessbereich mit Fitnessraum und Sauna enthalten. Der neue „Star“ wird außerdem über eine Lobby mit höherem Standard und eine Dachfläche von 400 Quadratmetern verfügen. Das Gebäude erhält eine Metallverkleidung mit wellenförmiger Oberfläche, die ihm eine leicht futuristische Note verleiht.

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Die „Star“-Siedlung in Kattowitz

„Gwiazda“ wurde auf dem Gelände der ehemaligen Kattowitzer Kohlengrube errichtet. Die Bauarbeiten begannen 1970, nachdem Analysen des Untergrunds bestätigt hatten, dass auf diesem Gelände hohe Gebäude realisiert werden können. Aus Sicherheitsgründen wurde der Boden jedoch mit 30 Meter langen Pfählen verstärkt. In der ersten Phase wurden drei Hochhäuser und eine Schule gebaut. Weitere vier Bauwerke wurden 1978 fertiggestellt, so dass eine Gesamtanlage von sieben Gebäuden entstand. In den folgenden Jahren wurden Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt, darunter die Isolierung und Auffrischung der Fassaden und die Neugestaltung der Eingangsbereiche. Mit der Zeit entstanden Wohngemeinschaften, und in einem der Gebäude wurde eine Genossenschaft gegründet. Die Bewohner sind aktiv an den Beratungen über die Umgestaltung der Umgebung des Ensembles beteiligt und reagieren auf Änderungen der lokalen Pläne und der nahe gelegenen Infrastruktur.

Architektur und Grundriss der Siedlung

Jedes der sieben Hochhäuser misst 81 Meter und hat 27 Stockwerke. Durch den sternförmigen Grundriss konnten die Einheiten so angeordnet werden, dass Energieverluste reduziert und Licht genutzt werden. Die Gebäude wurden in Schalungstechnik mit Bimsbeton errichtet. Die Wohnungen sind zwischen 54 und 62 Quadratmeter groß und verfügen jeweils über drei Aufzüge und umfangreiche Sicherheitssysteme.

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Achter „Stern“ in Kattowitz

Der neue Wolkenkratzer ist nach dem Modell der 15-Minuten-Stadt geplant. Das bedeutet, dass Dienstleistungen, Bildungseinrichtungen, Freizeitangebote und Verkehrsmittel in fußläufiger Entfernung zum Gebäude vorhanden sind. In der Nähe befinden sich Geschäfte, Restaurants, Kliniken, Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs und ein Netz von Radwegen. Trust Investment ist für die Entwicklung verantwortlich. Nach Angaben des Bauträgers soll das neue Hochhaus die städtebauliche Struktur eines der bekanntesten Wohnkomplexe in Polen stärken. Seiner Ansicht nach stellt das Gebäude eine Weiterentwicklung der vor über 50 Jahren begonnenen Vision dar, indem es diesen Raum ergänzt, die Gesamtkomposition abschließt und eine weitere Schicht der Entwicklung der Siedlung vor dem Hintergrund der sich verändernden Realitäten der Wohnarchitektur bildet.

Quelle: Trust Investment

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