muzeum George'a Lucasa
wiz. Ma Yansong - MAD

In Los Angeles entsteht ein George-Lucas-Museum

In Los Angeles nähert sich der Bau des George-Lucas-Museums – des Lucas Museum of Narrative Art – seinem Ende. Die Einrichtung wird am 22. September 2026 ihre Pforten öffnen und über 40.000 Werke aus dem Bereich der narrativen Kunst präsentieren. Das futuristische Gebäude, das vom Architekturbüro MAD Architects entworfen wurde, soll zu einem neuen Treffpunkt für Malerei, Comics, Fotografie, Illustration und Kino werden und unter anderem umfangreiche Sammlungen zur Kultserie „Star Wars“ präsentieren.

Das Museum der Fantasie von George Lucas

Für Millionen von Zuschauern auf der ganzen Welt ist George Lucas in erster Linie der Schöpfer der Kultserie „Star Wars“ und Mitautor der Abenteuer von Indiana Jones. Weitaus weniger Menschen wissen hingegen, dass der Mann über mehrere Jahrzehnte hinweg auch eine beeindruckende Kunstsammlung aufgebaut hat. Ihre Anfänge reichen bis in seine Studienzeit zurück, als er Original-Comicseiten für ein paar Dollar kaufte. Im Laufe der Jahre wuchs Lucas’ Sammlung auf über 40.000 Exemplare unterschiedlichster Art an. Heute wird ihr Wert auf etwa eine Milliarde Dollar geschätzt. Genau diese Sammlung wurde zur Grundlage des Lucas Museum of Narrative Art.

Der lange Weg nach Los Angeles

Die Geschichte des gesamten Vorhabens ist weitaus verworren, als es den Anschein hat. Im Jahr 2013 wollte George Lucas sein Museum in San Francisco errichten, unweit des Firmensitzes von Lucasfilm. Die Idee stieß jedoch auf den Widerstand der Verwalter des benachbarten Parks. Als nächster Kandidat kam daher Chicago ins Spiel, wo ein attraktives Grundstück am Michigansee ausgewählt wurde. Langjährige Streitigkeiten über die Nutzung von öffentlichem Grund führten jedoch dazu, dass auch dieses Konzept aufgegeben wurde. Erst 2017 wurde bekannt gegeben, dass das Projekt schließlich im Exposition Park in Los Angeles, in der Nähe der wichtigsten städtischen Institutionen, realisiert werden soll.

muzeum George'a Lucasa
Foto: Lucas Museum of Narrative Art

Architektur ohne scharfe Kanten

Für den Entwurf des Gebäudes sind der chinesische Architekt Ma Yansong und das Architekturbüro MAD Architects verantwortlich. Der stromlinienförmige Baukörper erinnert an ein Objekt aus der „Star Wars“-Reihe. Weiche Linien und fließend geformte Oberflächen erwecken den Eindruck, als schwebe das Gebäude über dem Boden. Nach acht Jahren schwieriger Bauarbeiten steht das Projekt kurz vor der Fertigstellung. Der Hauptbau ist bereits fertiggestellt, und die Fassade aus rund 1.500 vorgefertigten Glasfaserplatten ist fast fertig. Das Gebäude wird fast 28.000 m² Nutzfläche, über 9.000 m² Galeriefläche und 35 Ausstellungsräume bieten.

Das George-Lucas-Museum – Kunst ohne Grenzen

Die Macher des Museums heben die traditionellen Grenzen zwischen Hochkultur und Popkultur auf. Die Sammlung umfasst Werke von Frida Kahlo, Diego Rivera, Norman Rockwell und Jacob Lawrence sowie Comics von Jack Kirby, Illustrationen von Frank Frazetta und Arbeiten von Kadir Nelson und Yinka Shonibare. Einen besonders wichtigen Platz nehmen Materialien ein, die mit Lucas’ Schaffen in Verbindung stehen, darunter Storyboards, Kostüme, Requisiten sowie Konzeptentwürfe zu „Star Wars“ und „Indiana Jones“. Die Besucher werden auch Werke von Ralph McQuarrie sehen, dem Künstler, der für die visuelle Gestaltung von Darth Vader, den Sturmtruppen und vielen anderen Elementen der berühmten Weltraum-Saga verantwortlich war.

Bild: Ma Yansong – MAD

Mehr als ein Filmmuseum

Für die feierliche Eröffnung werden etwa 20 Ausstellungen vorbereitet. Nur eine Ausstellung wird sich direkt dem Kino widmen. Die Kuratoren konzentrieren sich auf Themen wie Familie, Gemeinschaft, Abenteuer, Kindheit, Migration oder Identität. Zu den Sammlungen der Institution gehört auch das Separate Cinema Archive mit rund 37.000 Objekten, die die Geschichte der afroamerikanischen Kinematografie dokumentieren. Das Archiv umfasst Plakate, Fotografien und Produktionsmaterialien, die unter anderem mit Sidney Poitier, Dorothy Dandridge, Josephine Baker und Paul Robeson in Verbindung stehen.

Das Vermächtnis des Schöpfers von „Star Wars“

Das Lucas Museum of Narrative Art kann als Zusammenfassung des langjährigen Schaffens von George Lucas verstanden werden. Der Regisseur revolutionierte das Kino mit Lucasfilm, gründete das Spezialeffekte-Studio Industrial Light & Magic, und die Computerabteilung seines Unternehmens war der Ausgangspunkt für Pixar. Nach dem Verkauf von Lucasfilm an The Walt Disney Company im Jahr 2012 für rund 4 Milliarden Dollar widmete der Regisseur der Bildung und philanthropischen Aktivitäten immer mehr Aufmerksamkeit. Das Museum in Los Angeles wird die Krönung dieser Bemühungen sein. Anstelle einer traditionellen Galerie entsteht ein riesiges Archiv von Bildern und Geschichten, die unsere Vorstellungskraft geprägt haben.

Entwurf: Ma Yansong – MAD

Quelle: Lucas Museum of Narrative Art

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