Das Wohnhaus in der Jedności Narodowej-Straße 86 in Breslau ist fast so schön wie vor über 100 Jahren. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde kürzlich einer umfassenden Fassadenrenovierung unterzogen, die im Herbst 2025 abgeschlossen wurde. Das Projekt wurde auf Initiative der Wohnungseigentümergemeinschaft und der Verwalter unter Beteiligung der Stadt durchgeführt. Das Ergebnis der Arbeiten ist beeindruckend! Es hat die verborgene Schönheit des Gebäudes und die Fülle seiner architektonischen Details wieder zum Vorschein gebracht.
Jedności Narodowej 86 – ein Haus aus dem frühen 20. Jahrhundert
Die Geschichte des Gebäudes reicht bis in die Jahre 1905–1906 zurück. Damals entstand auf dem Grundstück von Joseph Klinker ein äußerst prächtiges Mietshaus. Der Entwurf stammte vom Architekten Paul Scholz, der mit dem Baumeister Ernst Haenfler zusammenarbeitete. Die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert war eine Zeit intensiver Entwicklung des Vororts Odrzańskie, der sich in dieser Zeit von einem überwiegend Arbeiterviertel zu einem eleganten Teil des damaligen Breslau wandelte. Der Bauherr Klinkert hatte von Anfang an eine klare Vision für seine Immobilie: Sie sollte beeindruckend sein. Durch die Lage des Grundstücks an einer scharfen Straßenecke wurde das Gebäude zu einem Wahrzeichen und zog die Blicke aus vielen Richtungen auf sich. Das war ein Prestige, das sich nur wenige leisten konnten.
Eklektische Form und Detailreichtum
Das Mietshaus in der Jedności Narodowej 86 (zu Beginn des 20. Jahrhunderts Matthiasstraße) zeichnete sich durch eine prächtige, aufwendige Komposition aus. Der charakteristische Erker ging hier in einen achtseitigen, mit einer Kuppel gekrönten Turm über. Die Seitenfassaden wiesen wiederum eine recht symmetrische Anordnung mit Balkonen und hohen Giebeln auf. Das Ganze wurde mit einem reichhaltigen Repertoire an Verzierungen versehen. Der Stil des Gebäudes basierte auf Eklektizismus mit sichtbaren Anlehnungen unter anderem an den Jugendstil oder den Barock. Stuckarbeiten, Balkonbalustraden und Ornamente bildeten eine sehr ansprechende Komposition. Im Inneren wurden geräumige Wohnungen eingerichtet, und das Erdgeschoss füllten Ladenfronten aus. Die Immobilie unterstrich deutlich das Ansehen des Eigentümers und den Rang der gesamten Umgebung.

Jedności Narodowej 86 und ihr Schicksal
Trotz der massiven Zerstörungen, die Wrocław während des Zweiten Weltkriegs erlitten hat, blieb das Wohnhaus nahezu unversehrt. Seine Umgebung hatte hingegen weniger Glück, und viele beschädigte Gebäude wurden durch provisorische Bauten ersetzt. Das Gebäude an der Jedności Narodowej 86 teilte später das Schicksal eines Großteils der Vorkriegsbebauung Breslaus und verfiel über die Jahre ohne größere Renovierungsarbeiten. Die Farben verblassten und verschwanden unter einer Schmutzschicht, der Putz fiel in ganzen Stücken ab und wies weiterhin zahlreiche Spuren aus der Zeit der Belagerung der Festung Breslau auf. Trotz dieses unansehnlichen Zustands verlor das Gebäude nicht seine Stellung als eines der eindrucksvollsten Mietshäuser des Vororts Odrzańskie.
Die Sanierung des Breslauer Denkmals
Das Mietshaus wartete 80 Jahre lang auf die Sanierung der Fassade. Diese wurde 2025 abgeschlossen und umfasste die Wiederherstellung der Innenausstattung, die Sanierung des Putzes und der Balkone sowie die Wiederherstellung der historischen Farbgebung, die im Rahmen von Untersuchungen ermittelt wurde. Zum vollkommenen Glück fehlt jedoch noch die Vereinheitlichung der Fenster und Türen, deren Uneinheitlichkeit besonders am Erker ins Auge fällt. Die Kosten der Investition beliefen sich auf etwa 1 Million Zloty. Die Stadt übernahm einen Teil der Ausgaben, der ihrem Anteil an der Immobilie in Höhe von 39 Prozent entsprach. Hinter der Umsetzung der Renovierung standen die Wohnungseigentümergemeinschaft sowie die Verwalter, die Firmen Atena und HJW.
Quelle:wroclaw.pl
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