In der Kathedrale von Łowicz wurden kürzlich äußerst wertvolle und interessante Goldschmiedekunstwerke entdeckt, die mit ehemaligen Primasen Polens in Verbindung stehen. Sie werden erstmals der breiten Öffentlichkeit im Kronenschatz von Wawel präsentiert, wo die Ausstellung vom 31. März bis zum 28. Juni 2026 zu sehen sein wird.
300 Jahre alte Schätze aus Łowicz
Im Untergeschoss der Kathedrale von Łowicz, die über Jahrhunderte hinweg die Begräbnisstätte der Primas von Polen war, stießen die Archäologen Dr. Monika Kamińska und Łukasz Majchrzak auf eine Sammlung von Denkmälern von außergewöhnlichem Wert. Die Gegenstände lagen über 300 Jahre lang in den Krypta und sind in sehr gutem Zustand erhalten geblieben. Der Schatz besteht aus Grabbeigaben von Geistlichen, darunter liturgische Gegenstände und Insignien. Die Untersuchungen lieferten seltenes Material für die Erforschung der Kultur der Eliten der Republik Polen im 17. Jahrhundert, und das Ausmaß der Entdeckung ist in der polnischen Archäologie selten anzutreffen.

Das Juwel des Primas Wacław Leszczyński
Unter den ausgegrabenen Gegenständen befanden sich Ringe, Siegelringe, Reliquienkreuze, Nadeln sowie ein Karavaka, also ein Kreuz mit zwei Armen, das vor Epidemien schützen sollte. Der wertvollste Fund ist jedoch ein goldener Ring, der dem Primas Wacław Leszczyński vom Wappen Wieniawa gehörte, der von 1605 bis 1666 lebte. Der darin gefasste Saphir mit einem beeindruckenden Gewicht von schätzungsweise 17 bis 18 Karat ist der größte Stein dieser Art in allen polnischen Museen. Das Rohmaterial stammte höchstwahrscheinlich aus Burma, und die Bearbeitung erfolgte in französischen oder italienischen Werkstätten. Der gesamte Ring wiegt 12,54 Gramm, wovon fast 9 Gramm auf Gold und Emaille entfallen. Bemerkenswert sind auch die mit Emaille und Bergkristall verzierten Goldstifte, die vom hohen handwerklichen Niveau der damaligen Juweliere im 17. Jahrhundert zeugen.
Die frühere Rolle des Primas in der Politik des Landes
Die reichhaltige Ausstattung der Gräber ergab sich aus der Stellung, die die in Łowicz residierenden Erzbischöfe von Gniezno als Primas innehatten. Der Titel des Primas des Königreichs Polen und später auch der Republik beider Nationen unterstrich ihre enorme Bedeutung innerhalb der Staatsstruktur. Sie waren nämlich die zweitwichtigste Person nach dem König, und in Zeiten der Interregnum übernahmen sie die Macht als Interrex, was insgesamt elf Mal geschah. Sie leiteten damals die Senatssitzungen und wirkten an der Gestaltung des politischen Lebens mit. Viele von ihnen hatten zuvor Ämter als Kanzler, Vizekanzler oder königliche Sekretäre inne. Die entdeckten Gegenstände ermöglichen es, diese Gruppe als eine Elite mit weitreichenden Kontakten in vielen Ländern zu betrachten, die auf der europäischen Bühne der Wasa-Zeit aktiv war.

Die Kathedrale in Łowicz – Begräbnisstätte und Zeuge der Geschichte
Die Kirche, die wir heute als Basilika Mariä Himmelfahrt und St. Nikolaus kennen, hat ihre Ursprünge an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert. Damals wurde an dieser Stelle die erste Holzkirche errichtet, gestiftet von Władysław Herman. Der heutige Bau wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts als gotische Stiftskirche begonnen und im 17. Jahrhundert nach einem Entwurf von Tomasz Poncin umgebaut. Damals erhielt er die Form einer dreischiffigen Basilika mit zwei Türmen, die Łowicz überragen. Das Innere der Kirche füllten barocke und rokokoartige Altäre, Grabsteine und Epitaphien. In ihren Krypta ruhen mehrere Primas – daher gehört sie zu den bedeutendsten Nekropolen Polens. Das Gebäude erlebte jedoch auch schwierige Zeiten. Zunächst wurde es während der Schwedischen Invasion beschädigt, dann 1939 im Zuge der Kriegshandlungen an der Bzura, als ein Brand die Dächer und einen Teil der Türme zerstörte. Łowicz selbst erlitt Verluste in Höhe von etwa 50 % der Bebauung. Nach 1945 wurde die Kirche wieder aufgebaut und erhielt 1992 den Rang einer Kathedrale für die neu gegründete Diözese Łowicz. Heute ist sie ein sehr wertvolles Denkmal in Masowien mit einer reichen Geschichte und einer trotz der erwähnten Zerstörungen hervorragend erhaltenen Architektur.
Quelle: Königsschloss auf dem Wawel, Diözese Łowicz
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