Die abgeschlossene öffentliche Konsultation bestätigte, dass in Krakau vor der Marienkirche auf dem Hauptplatz ein völlig neuer Springbrunnen entstehen soll. Die Anwohner betonten, dass die neue Anlage auf die Geschichte des Ortes und seine Symbolik Bezug nehmen sollte. Insgesamt nahmen 744 Personen an den Umfragen teil, darunter auch Bewohner des Bezirks I Stare Miasto (wo sich der Brunnen befindet), die 13 Prozent der Teilnehmer ausmachten.
Der Brunnen auf dem Hauptmarkt in Krakau und die Erwartungen der Anwohner
Aus den Aussagen der Krakauer über die derzeitige Form des Kristallbrunnens ergibt sich eine klare Schlussfolgerung. 76 Prozent der Befragten bewerteten ihn negativ, was den Ausschlag dafür gab, ihn nicht zu erneuern und ihn in seiner jetzigen Form zu belassen. Ausschlaggebend dafür waren auch die Kosten für die geplante Renovierung und die fehlenden Garantien, dass die Arbeiten zu einer vollständigen Wiederherstellung des beschädigten Objekts führen würden. Die Stadt kündigt an, dass bei der Ausarbeitung des Konzepts für den neuen Brunnen die historischen Bezüge und die Funktion der bisherigen Lösungen berücksichtigt werden sollen. Die Pläne enthalten auch Elemente, die den Bedürfnissen der Nutzer und der Ästhetik des Marktplatzes entsprechen. Das Projekt zielt darauf ab, die frühere Form zu erhalten und Lösungen einzuführen, die den Komfort und die Attraktivität eines so wichtigen und repräsentativen Ortes wie des Platzes zwischen der Tuchhalle und der Marienkirche erhöhen werden.
Der Ruheraum und die Rolle der Beleuchtung
Die Befragten sprachen sich mit überwältigender Mehrheit dafür aus, Sitzgelegenheiten in der Nähe des Brunnens zu schaffen. Mehr als 81 Prozent der Befragten sprachen sich für die Einrichtung von Rastplätzen aus. Einige sprachen sich für separate Bänke aus, während andere Sitzgelegenheiten vorschlugen, die strukturell mit dem Brunnen verbunden sind. Die endgültige Gestaltung wird im Laufe der weiteren Arbeiten noch verfeinert werden. Auch das Thema Beleuchtung war von großer Bedeutung. 73 Prozent der Befragten äußerten sich positiv über die Möglichkeit einer Beleuchtung. Es wurden sowohl täglich genutzte Optionen als auch variable, an die Veranstaltungen auf dem Marktplatz angepasste Varianten genannt. Das Design soll ein weicheres Licht im Alltag und eine flexible Anpassung von Farben und Intensität der Effekte ermöglichen.

Springbrunnen auf dem Hauptplatz mit Grün und Symbolik
Ein großer Teil der Einwohner, nämlich 77 Prozent, befürwortete die Begrünung des Springbrunnens. Die Hälfte von ihnen schlug vor, eine grüne Umgebung um den Stausee zu schaffen. Die endgültigen Lösungen werden jedoch mit dem Denkmalpfleger abgestimmt, der die Auswirkungen des Konzepts auf die unter der Oberfläche des Marktplatzes verborgenen archäologischen Relikte bewerten wird. Die Umfragen zeigten auch ein starkes Interesse an Krakau-bezogenen Themen. 46 Prozent der Teilnehmer wünschten sich, dass der neue Brunnen Elemente mit Bezug zu den Symbolen der Stadt enthalten sollte. Diese Richtung wird im Laufe der Entwicklung des Projekts weiter ausgebaut werden.
Farben, Materialien und technische Fragen
Die geplante Komposition soll in einer gedämpften Farbgebung gestaltet werden, die mit den Gebäuden des Hauptplatzes in Einklang steht. Die Wahl der Materialien und Farben wird mit dem Denkmalpfleger und den für den Schutz des Platzes zuständigen städtischen Dienststellen abgestimmt. Der Brunnen wird auf keinen Fall eine Beschallungsanlage erhalten, die zusätzliche akustische Effekte erzeugen würde.
Geschichte des „Crystal“ und seines Vorgängers
Der „Kristall“-Brunnen mit viereckigem Sockel und dreieckigen Wänden wurde 2010 auf dem Marktplatz an der Stelle des früheren Brunnens von Professor Viktor Zin aufgestellt, der im Volksmund als „Zins Couch“ bekannt ist. Die Granitbecken bildeten eine Komposition, die von den 1960er Jahren bis 2005 auf dem Platz vor der Kirche stand. Die Verlegung des Bauwerks wurde im Zusammenhang mit der Modernisierung des Hauptplatzes durchgeführt. Nach der Restaurierung im Jahr 2020 wurde das Bauwerk von Professor Zin im Jerzmanowski-Park aufgestellt. Das neuere Bauwerk wurde 2023 beschädigt und ist seither geschlossen. Ein technisches Gutachten hat ergeben, dass die Fugen der Glaselemente aufgrund von Wasser, Schmutz und Materialverschleiß zunehmend undicht werden. Interessanterweise kann man durch den verglasten Boden des „Kristall“-Brunnens tief in den Untergrund des Historischen Museums der Stadt Krakau blicken.
Die Stadtverwaltung erklärt, dass die Rückkehr des ehemaligen Brunnens von Prof. Zin auf den Hauptplatz nicht geplant ist. Die hohen Kosten für die Instandhaltung und der Umfang der erforderlichen Reparaturen lassen es nicht zu, ihn an seinen ursprünglichen Standort zurückzubringen.
Quelle: PAP
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