Die Ergebnisse des internationalen Wettbewerbs für den Entwurf des neuen Gebäudes, in dem die Karol-Szymanowski-Philharmonie Krakau ihren Sitz haben wird, liegen nun vor. Das Gebäude wird im Bereich des Rondo Grzegórzeckie zwischen den Straßen Grzegórzecka und Kotlarska sowie dem Weichselufer entstehen. Es handelt sich um eines der wichtigsten Kulturprojekte, die von der Woiwodschaft Kleinpolen realisiert werden. Im Haushalt der Region wurden für diesen Zweck rund 450 Millionen Zloty bereitgestellt.
Krakauer Philharmonie – Krakauer Gewinner
Den ersten Preis gewann das Architekturbüro K. Ingarden, J. Ewy Architekci sp. z o.o. aus Krakau. Der Jury gefiel die stimmige Komposition sowie das durchdachte Verhältnis zwischen Form, Funktion und Baukosten. Der Entwurf fügt sich gut in den Kontext einer Stadt mit starker musikalischer Tradition ein und bietet eine zeitgemäße Interpretation sowie eine neue Raumqualität.
Das Siegerkonzept zeichnet sich durch eine zurückhaltende, elegante Form mit klar umrissener Geometrie aus. Die Fassaden werden von großen, rhythmisch angeordneten Flächen geprägt, in denen Verglasungen den Blick auf die Weichsel und die Stadt freigeben. Das Gesamtbild wirkt ruhig und geordnet, wobei der Schwerpunkt auf Proportionen und einer an die Umgebung angepassten Größe liegt. In der Wahrnehmung hat die Architektur einen ausgewogenen Ausdruck und vermeidet übertriebene Ausdruckskraft, wobei der Fokus auf der Klarheit der Komposition und der Beziehung zum öffentlichen Raum rund um das Gebäude liegt.

Ein wichtiger Bestandteil des siegreichen Entwurfs ist die hervorragend ausgearbeitete Akustik. Für deren Qualität im Hauptkonzertsaal war Keiji Oguchi von Nagata Acoustics Inc. verantwortlich, während im übrigen Bereich PAK Pracownia Akustyczna Kozłowski mitwirkte. Der große Saal wurde mit zwei Balkonebenen gestaltet, wodurch große Wandflächen entstanden, die eine optimale Schallausbreitung begünstigen. Zudem wurden die oberen Balkone von den Seitenwänden zurückversetzt und leicht zur Bühne hin geneigt, was die Sichtverhältnisse verbessert. Die Jury hob zudem die ungewöhnliche Anordnung der Übungsräume sowie die gut geplante Logistik des Betriebs und der Projektumsetzung hervor.
Die Autoren des Siegerentwurfs erhalten 170.000 PLN brutto sowie eine Einladung zu Verhandlungen im Rahmen eines freihändigen Vergabeverfahrens zur Erstellung der fachübergreifenden Planungsunterlagen.
Zweiter Platz für das Berliner Büro
Der zweite Preis ging an die gmp International GmbH aus Berlin. Die Jury würdigte diesen Entwurf für die klare Idee, das Gebäude in das Stadtbild einzufügen, sowie für die Nutzung von Grünflächen und Geländebeschaffenheit als Erholungsraum. Hervorgehoben wurde zudem die Berücksichtigung von Barrierefreiheit und Inklusion. Hohe Anerkennung erhielt zudem das akustische Potenzial des Berliner Konzepts. Die Beratung in diesem Bereich übernahmen Eckhard Kahle und Jörg Kümmel. Der Preis für den zweiten Platz beträgt 100.000 PLN brutto.

Auszeichnungen für drei Teams
Die Wettbewerbsjury vergab zudem drei gleichwertige Auszeichnungen. Diese gingen an folgende Teams:
PITÁGORAS – ARQUITECTURA E ENGENHARIA INTEGRADAS, LDA aus Guimarães und SBS ENGINEERING GROUP Sp. z o.o. aus Krakau – Teilnehmer, die als Team antraten

JSK Architekci Sp. z o.o. aus Warschau

PLUS3-ARCHITEKCI Sp. z o.o. aus Warschau

Jedes dieser Projekte wurde mit einem Preisgeld von 50.000 PLN brutto ausgezeichnet.
Zweistufiges Wettbewerbsverfahren
Der Wettbewerb wurde am 11. September 2025 ausgeschrieben. In der ersten Phase wurden 35 Vorschläge bewertet, aus denen fünf Studienentwürfe ausgewählt wurden. Anschließend haben die Autoren ihre Konzepte gemäß den Vorgaben des Veranstalters weiterentwickelt. Die Entscheidung des Wettbewerbs bedeutet den Abschluss einer wichtigen Phase der Vorbereitungen für dieses Bauvorhaben. Der nächste Schritt sind Verhandlungen mit dem Gewinner, die zur Unterzeichnung eines Vertrags über die Erstellung der vollständigen Projektdokumentation sowie zur Erlangung der Baugenehmigung führen sollen.
Die neue Krakauer Philharmonie nach Jahren des Wartens
Wie der Marschall der Woiwodschaft Kleinpolen, Łukasz Smółka, betont, bringt die Umsetzung des Projekts die Region der Errichtung einer Einrichtung näher, auf die die Krakauer Musikszene seit über 80 Jahren wartet. Das neue Gebäude soll angemessene Arbeitsbedingungen für das Symphonieorchester, den gemischten Chor, den Knabenchor sowie die Kinderensembles gewährleisten, die an der Philharmonie tätig sind. Das geplante Programm umfasst Sinfonie-, Oratorien- und Kammerkonzerte, Solokonzerte sowie Festivals. Auch die Jüngsten kommen nicht zu kurz. Speziell für sie wird ein Bildungsprogramm in Form von Konzerten und Musiksendungen entwickelt.

Die Krakauer Philharmonie – ein Projekt von enormer Bedeutung
Der Bau der neuen Karol-Szymanowski-Philharmonie ist für die kulturelle Entwicklung der Region von entscheidender Bedeutung. Der derzeitige Sitz der Institution im Zentrum von Krakau wurde nicht als Konzertsaal konzipiert und entspricht nicht den heutigen Anforderungen.
„Das neue Gebäude soll Künstlern und Publikum Bedingungen bieten, die den zeitgenössischen Standards weltweiter Konzertsäle entsprechen. Dadurch wird die weitere Entwicklung der künstlerischen, pädagogischen und werbenden Aktivitäten der Institution sowie die Organisation von Musikveranstaltungen von internationalem Rang ermöglicht“, betont Iwona Gibas vom Vorstand der Woiwodschaft.
Kapazität des neuen Gebäudes
Das neue Gebäude wird einen großen Konzertsaal für etwa 1900 Zuhörer sowie einen Kammersaal für etwa 300 Personen beherbergen. Außerdem wurde ein großzügiges Foyer entworfen, das Platz für bis zu 2500 Gäste bietet. Ergänzt wird dies durch Proben- und Übungsräume, ein Aufnahmestudio sowie administrative und technische Einrichtungen. Das Gebäude wird zudem Räume für Gastronomie und Konferenzveranstaltungen beherbergen.
Quelle:Karol-Szymanowski-Philharmonie in Krakau
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