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Jacek Halicki, CC BY-SA 3.0 PL, via Wikimedia Commons

Lądek-Zdrój: Wiederaufbau der St. Johannis-Brücke im Gange

Die Johanniterbrücke in Lądek-Zdrój ist seit Jahrhunderten ein Wahrzeichen der Stadt. Nach dem Hochwasser von 2024 wurde ihre schwere Beschädigung zu einem traurigen, aber aussagekräftigen Symbol für die Verluste, die die Region erlitten hat. Zusammen mit einem Teil des Bauwerks ging auch die barocke Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk verloren, und die Suche nach ihr wurde zu einer Angelegenheit, für die sich Einwohner, lokale Vereine und Geschichtsinteressierte engagieren. Gleichzeitig wird die Brücke derzeit mit Hilfe staatlicher Mittel und Denkmalschutzprogrammen restauriert.

Wiederaufbau der St. Johannisbrücke in Lądek-Zdrój

Die Brücke wurde kurz nach dem Hochwasser gesichert und die Firma Monumentum mit dem Wiederaufbau betraut. Die Stadtverwaltung hat vereinbart, dass die Arbeiten bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein sollen. Parallel dazu erhält die Stadt umfangreiche staatliche Unterstützung, die sich auf verschiedene Teile der von der Flutkatastrophe 2024 betroffenen Region erstreckt. Lądek-Zdrój hat Unterstützung aus dem Pool des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe für die Rettung von durch Witterungseinflüsse beschädigten Denkmälern erhalten. Aus diesem Topf werden sowohl Maßnahmen an der Brücke als auch Renovierungsarbeiten an anderen Lądek-Stätten finanziert. Ein separater Strom ist das Geld, das den niederschlesischen Gebietskörperschaften für die Instandsetzung von Straßen und Brücken zugewiesen wird. Mitte 2025 wurden die Ausschreibungsunterlagen für die Brückensanierung aktualisiert. Dabei wurde bestätigt, dass die Verwaltungsverfahren voranschreiten und die Arbeiten gemäß dem vereinbarten Zeitplan durchgeführt werden.

Die Johanniterbrücke in Lądek-Zdrój – historischer Hintergrund

Die Brücke wurde im Jahr 1565 erbaut. Sie wurde aus gebrochenen Steinen gebaut und Berichten zufolge wurde ein Bindemittel auf Kalk- und Eiweißbasis verwendet. Das Bauwerk wurde nach früheren Flussüberschwemmungen mehrmals renoviert und repariert. Die Dauerhaftigkeit des Übergangs ist auf seine Lage auf einem Felsvorsprung zurückzuführen, der das Flussbett verengt. Nach Modernisierungen im 18. und 19. Jahrhundert wurde die Brücke zu einem der wichtigsten Bauwerke im Zentrum von Lądek-Zdrój. Im Jahr 1971 wurde sie in das Register der Denkmäler eingetragen.

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St. Johannes von Nepomuk Brücke in den 1920er Jahren. Quelle: www.zeno.org

Statue des Heiligen Johannes von Nepomuk

Die Skulptur von David Tautz war eine der ältesten Darstellungen dieser Art in Schlesien. Der Heilige wurde im Gewand eines Kanonikers, mit Birett und Aureole dargestellt. Die Statue war seit 1709 ein fester Bestandteil der Brücke. Bei der letzten Restaurierung im Jahr 2013 wurden die Vergoldung erneuert und der Sockel von Schmutz befreit. Die lateinischen Inschriften auf dem Sockel enthalten einen Chronostich, der das Datum der Aufstellung der Statue angibt. Spätere Renovierungen wurden in den Inschriften an den Seitenwänden vermerkt. Diese Informationen blieben eine wichtige Quelle für das Wissen über die Geschichte des Denkmals.

Hochwasser von 2024

Das Hochwasser im September 2024 beschädigte den Damm in Stronie Śląskie und führte zu einer starken und zerstörerischen Flutwelle. Das Wasser durchbrach einen Teil der Brückenkonstruktion und trug die Statue samt Sockel fort. Für die Einwohner war dies ein schmerzlicher Verlust, denn das Objekt hatte lange Zeit ein Gefühl der lokalen Identität vermittelt. Nachdem das Wasser zurückgegangen war, begann man mit der Suche im Flussbett. Die Anwohner hielten an den Ufern Wache und beobachteten die Arbeiten, die mit schwerem Gerät durchgeführt wurden. Die Veränderungen im Stadtbild waren so gravierend, dass einige Orte nicht mehr wiederzuerkennen waren und einige Geschäfte auch Monate nach der Überschwemmung nicht wieder eröffnet werden konnten.

Die St. John’s Bridge im Jahr 2016 und 2024. Foto: Jacek Halicki/Wikimedia Commons

Entdeckungen im Flussbett der Biała Lądecka

Doch ein Licht am Ende des Tunnels ist aufgetaucht. Im März 2025 wurde ein Fragment der Bodenplatte der Statue gefunden. Es wurde etwa 150 Meter von der Brücke entfernt gefunden. Die Entdeckung erfolgte bei Reinigungsarbeiten, die unter der Aufsicht eines Archäologen durchgeführt wurden. Das gefundene Element weckte die Hoffnung, dass sich weitere Teile der Skulptur in der Nähe befinden könnten. Mitglieder der Lądek Historical and Exploration Society betonten, dass das gefundene Fragment weniger wog als die anderen Teile der Statue, was bedeuten könnte, dass der Hauptteil der Skulptur nicht weit gesegelt war.

Die Bedeutung von Nepomuk und der Wiederaufbau der Brücke

Die Einwohner betrachten die Statue als Teil eines kollektiven Gedächtnisses. Für viele von ihnen ist sie ein ständiger Orientierungspunkt und Teil der Landschaft, mit der sie seit ihrer Kindheit leben, weshalb sie an ihren Platz zurückkehren sollte – entweder in ihrer ursprünglichen Form oder als originalgetreue Kopie. Die Restaurierung der Brücke ist Teil eines größeren Restaurierungsprogramms, das derzeit in Niederschlesien durchgeführt wird. Die finanzielle Unterstützung erstreckt sich auch auf andere Denkmäler in Lądek-Zdrój und auf die Straßeninfrastruktur in diesem Gebiet. Die Arbeiten an der Brücke werden daher parallel zu den Bemühungen um die Wiederbelebung des von den Überschwemmungen stark in Mitleidenschaft gezogenen Stadtraums durchgeführt.

Quelle: radiowroclaw.pl

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