Im Londoner St. James’s Park soll eine neue Statue von Königin Elizabeth II. und ihrem Ehemann Prinz Philip errichtet werden. Das Konzept von Norman Foster und Foster Partners hat einen Wettbewerb gewonnen, an dem fünf Studios teilgenommen haben. Interessant ist die Anwesenheit Seiner Königlichen Hoheit in dem Entwurf – bisher waren alle Denkmäler nur auf die Königin ausgerichtet. Dies ist das erste Mal, dass er offiziell in eine solche Gedenkfeier einbezogen wird.
Elisabeth II. saß von 1952 bis 2022 auf dem Thron. Ihre Regierungszeit, die längste in der britischen Geschichte, fiel in eine Zeit tiefgreifender sozialer und politischer Veränderungen. Die Monarchin galt als Symbol für Kontinuität und Stabilität, und sie genoss jahrzehntelang die Unterstützung der Öffentlichkeit. Prinz Philip, ihr Ehemann und engster Berater, begleitete Elizabeth mehr als 70 Jahre lang. Er engagierte sich in der Öffentlichkeit, insbesondere in den Bereichen Bildung, Ökologie und Jugendarbeit. Nun wird das Königspaar für immer gemeinsam in der Nähe seiner Residenz, dem Buckingham Palace, stehen.
Die Glasbrücke und die Symbolik der Einheit
Das Herzstück der Gedenkstätte wird die Unity Bridge sein. Das Bauwerk wird an der Stelle der bestehenden Blauen Brücke errichtet und besteht aus lichtdurchlässigem Gussglas. Die Architekten ließen sich bei der Gestaltung von der Hochzeitskrone von Königin Elisabeth II. inspirieren, die sie an ihrem Hochzeitstag im Jahr 1947 trug. Die damalige Prinzessin erhielt es von ihrer Mutter Königin Elisabeth. Das Diadem wurde 1919 geschaffen, als Königin Mary ihre Halskette in einen kunstvollen Kopfschmuck verwandeln ließ. Der Juwelier schuf daraus ein Diadem, das aus 47 spitz zulaufenden Elementen bestand und in seiner Form einer traditionellen russischen Kokarde ähnelte. Das Diadem wurde von Generation zu Generation weitervererbt. Die Designer wollten, dass das Aussehen der neuen Fußgängerbrücke die verbindende Rolle der Monarchin für das Vereinigte Königreich und den Commonwealth symbolisiert. Die gläserne Struktur der Brücke soll sich nur minimal in die Parklandschaft einfügen und ein subtiles Zeichen der Erinnerung und einen Ort der Kontemplation schaffen.

Eine Statue von Königin Elisabeth II. und Prinz Philip und ein Raum für den Dialog
Das neue Denkmal im St. James’s Park – dem ältesten der königlichen Parks in London – wird aus zwei Skulpturen bestehen. Die eine wird Königin Elisabeth II. auf einem Pferd darstellen, in Anspielung auf ihre langjährige Leidenschaft für den Reitsport. Die andere wird die Monarchin und ihren Gemahl gemeinsam zeigen und in der Nähe des neu gestalteten Prince Philip Gate am Birdcage Walk aufgestellt werden. Das Tor wird neben dem Queen Elizabeth II Square am Marlborough Gate stehen. Beide Standorte sind so geplant, dass ein räumlicher Dialog zwischen den Skulpturen entsteht und das Königspaar an seine gemeinsame Partnerschaft erinnert wird.
Gärten, Wege und Kunstinstallationen
Das Projekt umfasst auch die Einrichtung von zwei Themengärten, neue Wanderwege und die Beteiligung von Umweltexperten und Künstlern. Zu diesem Zweck wird der britisch-nigerianische Bildhauer Yinka Shonibare ein kinetisches, windbetriebenes Werk schaffen, und der Umweltschützer Nigel Dunnett wird Pflanzungen vornehmen, um die Artenvielfalt im Park zu erhöhen. Die Gedenkstätte wird auch Tonelemente enthalten, darunter authentische Aufnahmen der Stimme der Königin, um den Besuchern eine direkte Verbindung zu den historischen Ereignissen zu bieten. Die Fertigstellung des Denkmals ist für das Jahr 2026 geplant, wenn sich der Geburtstag von Elisabeth II. zum hundertsten Mal jährt. Das Investitionsbudget wird auf zwischen 23 und 46 Millionen Pfund geschätzt. Einzelheiten zu den Skulpturenaufträgen werden voraussichtlich im April 2026 bekannt gegeben.
Quelle: Pressematerialien Foster Partners / Künstler Yinka Shonibare und Landschaftsarchitekt Michel Desvigne Paysagiste
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