Auf der diesjährigen Venice Design Week 2025, während der Ausstellung Light Selection, war der polnische Akzent besonders stark zu spüren. Aleksandra Mytnik und Katarzyna Serafin, junge Designerinnen der KEN-Universität in Krakau, präsentierten dort ihre Leuchte LUMO – ein Projekt, das die Beziehung zwischen Objekt und Benutzer neu definiert und das Feld für ständige Neuinterpretationen öffnet.
LUMO ist keine Leuchte im herkömmlichen Sinne. Sie ist ein System aus modularen Elementen, dessen endgültige Form nie abgeschlossen ist. Der Benutzer wird zum Mitgestalter, der über die Form, die Lichtrichtung und die Konfiguration entscheidet und so immer wieder neue Facetten eines Objekts entdeckt, das er scheinbar schon kennt. Der Sockel der Leuchte besteht aus einer rechteckigen schwarzen Metallplatte, die mit einem Laser geschnitten und entsprechend gebogen wird. Durch dieses Verfahren entsteht eine Struktur, die sich leicht in Serie herstellen lässt und dennoch offen für Experimente ist. Ergänzt wird sie durch zwei geteilte Elemente der Grundform und rechteckige Lichtmodule, die mit Hilfe der 3D-Drucktechnologie aus lichtdurchlässigem Harz hergestellt werden. Eingebaute Magnete ermöglichen es, die Module frei am Metallrahmen zu befestigen, wodurch endlose Konfigurationen möglich sind. Die Schlüssellösung besteht darin, das Licht nur dann zu aktivieren, wenn das Modul mit dem Sockel in Berührung kommt – ein einfacher, aber ausgeklügelter Mechanismus, der dem Design einen interaktiven Charakter verleiht.
LUMO ist ein Objekt, das man als lebenden Organismus des Designs bezeichnen kann. Seine Offenheit für Experimente bedeutet, dass es sich ständig weiterentwickelt und der Benutzer einen echten Einfluss auf seine Form hat. Das Projekt wurde bereits im Rahmen der Ausstellung CONFIGURATIONS 2025 im MiserArt Space in Wrocław vorgestellt und erhielt außerdem eine Auszeichnung bei der ersten Ausgabe des RE:Forma-Wettbewerbs auf der Krosno Design Week. Die Teilnahme an der Venice Design Week ist jedoch ein besonderer Moment – es ist der Eintritt in den globalen Designkreislauf und die Vertretung des polnischen Designgedankens auf einer der wichtigsten Bühnen.

Aleksandra Mytnik und Katarzyna Serafin bilden ein Duo, das seine Designpraxis konsequent weiterentwickelt. Sie haben ihr Studium an der Fakultät für Kunst und Design der KEN-Universität in Krakau mit Auszeichnung abgeschlossen und absolvieren derzeit ihren Master in Kunst und Design. Aleksandra sammelte zusätzliche Erfahrungen in Barcelona, wo sie an der Llotja- Escola d’Art und Superior de Disseny studierte, was ihre Perspektive um einen internationalen Kontext bereicherte. Ihre Arbeiten wurden bereits auf dem Łódź Design Festival präsentiert, wo sie beide Finalisten des prestigeträchtigen Wettbewerbs make me! waren, sowie in Ausstellungen im Rahmen der Krakauer Kunstwoche KRAKERS in den Jahren 2022 und 2025.
Im Zentrum ihres Designdenkens stehen Offenheit, Flexibilität und die Einbeziehung der Nutzer. Mytnik und Serafin betonen die Bedeutung der Beziehung zwischen Objekt und Mensch sowie den bewussten Einsatz von Materialien und Technologie. Sie glauben, dass ein gut gestaltetes Objekt Funktionalität, Ästhetik, Einfachheit und Komfort vereinen sollte – und genau diese Werte finden wir in LUMO wieder.
gestaltung: Aleksandra Mytnik und Katarzyna Serafin
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