Marietta in Wrocław. Italienisches Flair in einem historischen Gebäude

In der Szewska-Straße hat in dem aus dem 14. Jahrhundert stammenden Gebäude Pod Złotą Marią ein Lokal eröffnet, das italienische Lässigkeit und gemütliche Gastfreundschaft verbindet. Das vom Studio CUDO: entworfene Restaurant Marietta ist ein Beispiel dafür, wie Architektur und Branding gemeinsam eine kohärente Geschichte erzählen können – von der Einrichtung bis zur visuellen Kommunikation.

Die Prämisse des Projekts war es, einen Ort zu schaffen, der nicht einschüchtert, sondern einlädt. Das Betreten von Marietta soll so selbstverständlich sein wie der Gang vom Wohnzimmer in die Küche, wenn man sich mit Freunden trifft. Die Focacceria steht im Mittelpunkt des Interesses – die Theke mit der Kühlvitrine ist das Herzstück des Lokals. Es ist die Theke, die den Blick der Gäste auf sich zieht, die Produkte präsentiert und gleichzeitig dem Personal ermöglicht, auch bei starkem Andrang effizient zu arbeiten.

Die Investoren wollten eine Funktionalität, die dem intensiven Rhythmus einer Streetfood-Bar gerecht wird. Die kleine Fläche verlangte nach Lösungen, die den Raum optimal ausnutzen. Die Architekten schlugen Hochsitze an den meisten Tischen vor, so dass mehr Gäste bequem sitzen können. Direkt an den Wänden montierte Tischplatten ohne Beine machen den Boden frei und verbessern den Bewegungskomfort, ohne die Anzahl der Sitzplätze einzuschränken.

Das Projekt stand vor der Herausforderung, ein modernes Konzept in den Rahmen eines historischen Gebäudes einzupassen. Es wurde von der Strenge kleiner italienischer Lokale – Salumerias oder Paninoteca – inspiriert, in denen die Einfachheit der Materialien und die Unprätentiosität der Atmosphäre ebenso wichtig sind wie der Geschmack. Schachbrettböden in Weiß und Rot, dunkles Holz, Sandgelb und Edelstahl bilden eine Komposition, die die Geschichte der italienischen Küche erzählt, ohne pompös zu sein. Die weißen Fliesen erinnern an örtliche Metzgereien, während die roten Akzente an den Wänden und der Decke für Energie sorgen. Der gesamte Raum wird von hölzernem Stuck gewärmt, der die Kühle des Stahls ausgleicht.

Das Interieur von Marietta ist nicht nur eine Kulisse – es ist ein integraler Bestandteil des Geschäftsplans. Die Investoren wollten ein Konzept entwickeln, das sich leicht auf andere Städte übertragen lässt, skalierbar und einladend ist. Die Architektur sollte die Produktpräsentation unterstützen, ein italienisches Flair bewahren und gleichzeitig auf begrenztem Raum funktional sein. Die Atmosphäre der Räumlichkeiten erinnert eher an einen spontanen Besuch im Haus eines besten Freundes als an ein formelles Abendessen in einem schicken Restaurant.

Für das Branding war HART Studio verantwortlich, das die Strategie, die visuelle Identität und das Storytelling entwickelte.

Wir begannen den Prozess mit der Suche nach einem Namen, wobei wir zunächst einige Schlüsseleigenschaften festlegten, die der Name aufweisen sollte. Wir suchten nach einem Wort, das warm und italienisch klingen und Assoziationen mit einer guten, gastfreundlichen Gastgeberin wecken sollte. So wurde Marietta geschaffen – nicht nur ein Name, sondern auch eine Markenpersönlichkeit und ein Markenheld. Marietta ist die zentrale Figur der gesamten Kommunikation, eine Heldin, die italienische Leichtigkeit, Wärme und Qualität vereint „, so die Designer abschließend.

entwurf: CUDO:

designteam: Aleksander Czerwonka-Jabłoński, Tomasz Borowiak, Marta Masełko, Margareta Sztejkowska, Przemek Wdowiak

fotografie: Migdał Studio

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