Rynek 27-28
Autor zdjęcia: mamik/fotopolska.eu

Marktplatz 27-28 in Breslau: Geschichte, die in den Mauern geschrieben steht

Das Mietshaus an der Adresse Rynek 27-28 in Wrocław nimmt einen Teil seiner südlichen Fassade ein, in dem Abschnitt, der als „Złoty Puchar” (Goldener Pokal) bezeichnet wird. Das heutige Aussehen des Gebäudes ist das Ergebnis vieler Jahre aufeinanderfolgender Modernisierungen, unter denen diejenigen zu Beginn des 20. Jahrhunderts und der Wiederaufbau nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs die größte Rolle spielten.

Die Geschichte des Grundstücks

Über Jahrhunderte hinweg gab es unter den Hausnummern 27 und 28 separate, schmale Grundstücke, die mit Mietshäusern in einer lokativen Anordnung bebaut waren. Ihre Architektur war dem Rhythmus des Marktplatzes und den Bedürfnissen der Kaufleute untergeordnet. Die Gebäude füllten die Grundstücke in ihrer gesamten Tiefe aus, mit einer deutlichen Unterteilung in einen vorderen Teil und einen hinteren Teil. Im 16. Jahrhundert erhielten ihre Fassaden ein repräsentativeres Aussehen mit Eckbossen, Steinrahmen um die Öffnungen und aufwendigen Giebeln. Diese Zeit prägte die Größe und Proportionen der Gebäude, auf die sich ihre späteren Umbauten bezogen.

Marktplatz 27-28: Beginn der Veränderungen

Eine besonders wichtige Rolle in diesem Teil der Fassade spielten die Eckgebäude an der Ausfahrt der Świdnicka-Straße. Ihre Form ordnete die Ästhetik der Kreuzung und betonte die Kontinuität der Fassade. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das mittelalterliche Mietshaus abgerissen und an seiner Stelle entstand das massive Gebäude der Dresdener Bank, entworfen von Wilhelm Mertens. Die neoromanische Architektur brachte ein größeres Volumen, deutlich akzentuierte Fassaden und eine aufwendige Anordnung von Eingängen und Treppenhäusern mit sich. Diese gravierende Veränderung leitete den Prozess der Neugestaltung des gesamten Abschnitts der „Goldenen Schale” am Breslauer Marktplatz ein.

Das Mietshaus um 1923 und 2023. Quelle: Bildarchiv Foto Marburg und mamik/fotopolska.eu

Goldener Becher auf dem Breslauer Marktplatz

Nach 1913 wurde das Gelände der bisherigen Mietshäuser durch ein neues vierstöckiges Haus ersetzt, das als Goldener Becher bekannt ist. Die Architektur des Gebäudes basiert auf einer klaren, fünfachsigen Fassadengestaltung und einer charakteristischen, abgerundeten Ecke, die um zwei Stockwerke abgesenkt und mit einem Balkon gekrönt ist. Das hohe Satteldach und die volutenförmigen Giebelabläufe erinnern an Formen aus der Vergangenheit, die auf geordnete, zurückhaltende Weise interpretiert wurden. Die einheitliche Fassadenverkleidung, die durchgängigen Gesimslinien und der regelmäßige Rhythmus der Fenster ermöglichten es, das Gebäude in den Kontext der benachbarten Mietshäuser einzufügen, ohne dabei auf Repräsentativität zu verzichten.

Rynek 27-28: Zerstörung und Wiederaufbau

Im Jahr 1945 befand sich die südliche Marktfront in einer Zone intensiver Kriegshandlungen. Das Mietshaus am Markt 27-28 verlor damals sein Dach, einige Decken und einen Großteil der Verzierungen an der Fassade. Der Wiederaufbau des Gebäudes erfolgte nach einem Entwurf von Janusz Bachmiński und Józef Rachwalski unter der Leitung von Marcin Bukowski. Das Architektenteam entschied sich für eine historisierende Form mit vereinfachten Details. Im Rahmen der Arbeiten wurden die klaren Proportionen der Fassaden, der Rhythmus der Fensteröffnungen und der Gesimse wiederhergestellt. Auf das zusätzliche Stockwerk und die auffällige Ecke wurde zugunsten einer viel einfacheren Form verzichtet. Das Erdgeschoss des wiederaufgebauten Gebäudes wurde für Dienstleistungen vorgesehen, die oberen Stockwerke für Wohnungen. Seit Ende der 1940er Jahre befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes eine Filiale der Polnischen Post, die sich dauerhaft in diesem Teil des Breslauer Marktplatzes niedergelassen hat.

Quelle: slowowroclawian.pl, wroclaw.pl

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