Metamorphose einer alten Scheune. Jetzt ist sie das perfekte Sommerhaus!

Eine alte Scheune auf einem 40 Hektar großen Grundstück hat ein zweites Leben erfahren. Anstatt sie abzureißen, entschieden sich die Architekten, sie zu renovieren – eine einfache, aber revolutionäre Entscheidung: sie zu erhalten, zu sanieren und mit einer Wohnfunktion zu versehen. Das Ergebnis ist das Red Barn Project – ein Haus, das die Strenge der alten Strukturen beibehält und gleichzeitig den Komfort und die Wärme bietet, die zur Entspannung notwendig sind. Das Projekt für die Metamorphose des Gebäudes wurde von den Architekten des Studio Kuchejda ausgearbeitet.

Sie nannten den Stil des Gebäudes „Kuchejdaian“ – eine ironische und liebevolle Bezeichnung für eine Scheune, die aus der Nichtexistenz gerettet wurde. Die Inspiration kam aus den Provinzen Kanada, Massachusetts und Norwegen: Einfachheit, Funktionalität und der charakteristische rote Akzent der Fassade. Die Inneneinrichtung setzt auf Authentizität – natürliche Materialien, rohe Texturen und ein Maximum an erhaltenen baulichen Details, die die Geschichte des Ortes erzählen.

Materialien und Farbpalette

Die Materialien bilden die Erzählung des Projekts. Es dominieren Beton und Harz, Holz, schwarzer Stahl, Ziegel oder Stein, Leinen und Seegras. Helle Harzböden mit subtilen roten Farbtupfern korrespondieren mit der Fassade. Die Wände sind verputzt oder strukturiert, ungeglättet und schallabsorbierend, was die Intimität des Innenraums verstärkt. Der schwarze Stahl, der an der Treppe und der Küchenzeile sichtbar ist, ist ein Element, das Rohheit und Eleganz miteinander verbindet. Die Farben sind monochromatisch, in kühlen, steinigen Beigetönen mit rosafarbenen Akzenten – als ob die Wärme der Fassadentafeln nach innen dringt.

Funktionales Layout

Das Gebäude befindet sich an einem leichten Hang. Im Backsteinteil, der um ein halbes Geschoss tiefer liegt, ist eine „Winter“-Küche mit Holzherd vorgesehen, die durch eine grüne Tür von der Einfahrt aus zugänglich ist. Der Boden in diesem Bereich ist mit dunklem Ziegelpflaster ausgelegt. Fünf Stufen nach oben erstreckt sich der Hauptraum – ein auf voller Höhe offenes Wohn- und Esszimmer mit einer Küchenzeile, die die täglichen Besorgungen erleichtert.

Ein hölzernes Zwischengeschoss über dem Wohnzimmer erweitert den praktischen Raum um etwa 20 Quadratmeter. Sein Boden ruht auf zusätzlichen, sechs Meter hohen Balken. Aus der Vision eines völlig offenen Raums wurde eine pragmatische Lösung, die den Komfort und den Nutzwert des Hauses erhöht. Unter dem Zwischengeschoss befanden sich der Haupteingang von der Auffahrt aus, ein kleines Ankleidezimmer aus einer Klinkerwand mit Belüftungslöchern und ein Badezimmer mit Waschmaschine. Vom Bad aus führt eine Treppe hinauf zum Hauptschlafzimmer und weiter eine steile, aber bequeme Treppe hinunter zum Zwischengeschoss.

Möbel und Details

Im Inneren sind alle Elemente des alten Dachstuhls erhalten geblieben, der gereinigt und mit Leinöl konserviert wurde. Die aus Beton geformten Säulen, die alten Verfärbungen wurden als Wert und nicht als Mangel behandelt.

Die Möbel sind eine Sammlung von Gegenständen, die im Laufe der Jahre zurückgebracht wurden – von einem Sessel im Geiste des Bauhauses über Baxter/Budapest-Sofas bis hin zu einzigartigen Tom Dixon-Stühlen. Die Küchenzeile aus schwarzem Stahl, die in Zusammenarbeit mit örtlichen Bauunternehmern entworfen wurde, hat eine matte Oberfläche und einen warmen Ausdruck erhalten, der die Rohheit des Designs kontrastiert und ergänzt.

Die interessanteste Herausforderung war die Treppe. Ihre Form und Konstruktion wurden direkt in der Scheune konzipiert: schnelle Skizzen, dann eine detaillierte Dokumentation in einem Grafikprogramm und die Umsetzung durch örtliche Eisenarbeiter. Das Ergebnis ist eine leichte, bequeme Treppe aus schwarzem Stahl, die sich „in der Luft dreht“ und auch als skulpturales Element im Innenraum dient. Die Eingriffe in die Masse waren minimal – es wurden einige Fenster hinzugefügt und die Balken für das Zwischengeschoss verstärkt, während die Geometrie der Dach- und Wandstruktur beibehalten wurde.

Kontext und Zweck des Standorts

Die Scheune befindet sich in einer für Pferde- und Fahrradliebhaber günstigen Landschaft. Es gibt Sportställe, Abfahrtspisten und die landschaftlich reizvollen Zufahrtswege des Wieliczka-Vorgebirges. Das Projekt wurde als Wochenendhaus für eine Mutter und ihre Tochter und deren Gäste entwickelt – ein idealer Ort für ein Lagerfeuer im Freien.

Die Scheune vor dem Umbau:

Das Projekt Red Barn ist ein Beispiel dafür, dass Erhaltung und Anpassung den Vorzug vor einem Neubau erhalten haben. Der Respekt vor der Geschichte, eine einheitliche Farbpalette und erhaltene Strukturelemente haben ein Haus geschaffen, das die Rohheit einer Scheune mit der Wärme eines Zuhauses verbindet. Es ist ein Projekt, bei dem handwerkliches Können, persönliche Gegenstände und eine gewagte Materialwahl einen wirklich erholsamen Raum geschaffen haben – authentisch, funktionell und voller Charakter.

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Über das Studio:

Studio Kuchejda ist das Studio von Katarzyna Kuchejda, einer Innenarchitektin, die ihre Erfahrungen in New York an der Seite von Laura Bohn gesammelt hat. Seit mehr als einem Jahrzehnt arbeitet das Studio mit einem festen Team von Architektinnen an umfassenden Projekten – vom architektonischen Konzept bis zur Realisierung von Innenräumen. Die Zusammenarbeit mit Handwerkern und ein offener kreativer Prozess machen jede Realisierung zu einem einzigartigen „Erlebnisraum“.

entwurf: Innenarchitektin Katarzyna Kuchejda, Studio Kuchejda

entwurfsteam: Innenarchitektin Katarzyna Kuchejda, Innenarchitektin Małgorzata Kuchejda, Generalunternehmer Piotr Ostafin, Architekturdokumentation: TOarchitekci

fotografien: Katarzyna Osikowska – Tasz, Pietruszka Fotografia

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