Direkt neben einem der Parks im Warschauer Stadtteil Ochota entstand ein Interieur, das nicht durch Effekthascherei besticht, sondern durch Ruhe, Licht und ausgewogene Eleganz besticht. Die Architektinnen von Ukłon Studio schufen einen Raum, der mit seinen Bewohnern – einem Paar, das nach dem Auszug seiner Kinder seinem Zuhause eine neue Qualität verleihen wollte – mitwächst.
Die fast 100 m² große Wohnung wurde einer gründlichen Umgestaltung unterzogen, die den Veränderungen im Leben der Eigentümer entspricht. Die funktionale Anordnung wurde von Grund auf überdacht: Die ehemaligen Kinderzimmer erhielten eine neue Funktion und wurden zu einem Ankleidezimmer mit Gästeraum und einem ruhigen Arbeitszimmer. Der Wohnbereich wurde vergrößert, um als Treffpunkt und Ort der Entspannung zu dienen.
Schon an der Türschwelle wird deutlich, dass das Projekt auf einer subtilen Balance zwischen Klassik und Moderne basiert. In der Diele steht ein geräumiger Schrank mit Spiegelfronten, einer hängenden Schublade und einem mit hellem Bouclé-Stoff bezogenen Hocker. Dies ist ein erster Vorgeschmack auf die Ästhetik, die sich durch die gesamte Wohnung zieht: elegant, aber nicht einschüchternd, basierend auf natürlichen Materialien und sanften Farbübergängen.
Licht schafft Atmosphäre
Das Wohnzimmer öffnet sich hinter einer Holzverkleidung, die es vom Eingangsbereich trennt. Darin versteckt sind ein Fernseher, ein Bücherregal und eine Bar – die Funktionen drängen sich nicht auf, sondern bilden ein harmonisches Ganzes. Der Mittelpunkt des Wohnbereichs ist ein Ecksofa von Bolia mit natürlicher, dezenter Polsterung. Unter dem Fenster verläuft eine furnierte Wand mit einer Steinfensterbank, ideal für die Präsentation von Gegenständen, die für die Hausbewohner wichtig sind.
Das Licht fließt dank der verglasten Durchgänge, die dem Innenraum Leichtigkeit und Offenheit verleihen, frei zwischen den Räumen. Es ordnet den Raum und betont seine weichen Linien und natürlichen Materialien.
Eine Küche, die verbindet
Die Küche mit Essbereich wurde als einheitliches, funktionales Ganzes konzipiert. Ihr Mittelpunkt ist eine Insel in dunklem Anthrazit – ein markanter Akzent, der gleichzeitig als praktische Arbeitsfläche und Ausstellungsort für Porzellan dient, das von Reisen mitgebracht wurde. Hinter den geriffelten Glasfronten schimmern die Geschirrteile im Licht und verleihen dem Innenraum eine sanfte Dynamik.
Der runde Vintage-Tisch, der renoviert und mit einer BonBon-Lampe von Mikołaj Nicer beleuchtet wurde, schafft einen stimmungsvollen Treffpunkt (unseren Artikel über die Entwürfe von Mikołaj Nicer finden Sie HIER). Entlang der Küche verlaufen furnierte Regale, die den Raum verbinden und zusätzliches Licht hereinlassen. Die Glasvitrine für Geschirr unterstreicht den Charakter des Interieurs – elegant, aber ungezwungen, nah am Alltag.

Wohlige Stille
Im Schlafzimmer herrscht Ruhe. Das gepolsterte Kopfteil in Grautönen kontrastiert mit den furnierten Einbauten und bildet einen Rahmen für den Ort der Erholung. In der Ecke steht ein bequemer Sessel mit Fußstütze – ideal für den Morgenkaffee oder die abendliche Lektüre. Die Beleuchtung, sowohl Wand- als auch Stehleuchten, ermöglicht es, die Atmosphäre je nach Tageszeit und Stimmung zu gestalten.
Der Kleiderschrank, der auch als Gästezimmer dient, erhielt mit dem Sofa Sits einen ausdrucksstarken Farbakzent. Die Einbauten wurden so gestaltet, dass sie die Nische für das Sofa integrieren und durch einen versteckten Durchgang zum Arbeitszimmer führen. Im Arbeitszimmer dominieren zwei Schreibtische – ein Werkstatt- und ein Bürotisch –, über denen eine Familienuhr hängt. Gegenüber befindet sich eine Grafik von Wilhelm Sasnal, und der Raum wird durch ein helles Regal in der Lieblingsfarbe der Besitzerin belebt. Im Bild sind auch Keramiken aus dem Atelier von Ewa Rybarczyk zu sehen, die dem Innenraum eine persönliche Note verleihen.
Das Badezimmer und die Toilette setzen die Ästhetik der gesamten Wohnung fort. Gedeckte Farben, ein Waschbeckenschrank aus Holz, eine mit feinem Mosaik verkleidete Badewanne und Details aus Stein schaffen die Atmosphäre eines heimischen Spas. In der Toilette verleihen ein gemusterter Boden und ein Sockel aus Stein dem Raum Eleganz, ohne ihm seine Gemütlichkeit zu nehmen.
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Über das Studio:
Ukłon Studio ist ein eigenständiges Designstudio, das von Joanna Hutna und Dorota Żak gegründet wurde. „Wir arbeiten seit Beginn unserer Bekanntschaft, die an der Fakultät für Architektur der Technischen Universität Warschau begann, zusammen. Wir sind in den Bereichen Innenarchitektur, Grafik und Handwerk tätig. Auf der Grundlage eines Dialogs schaffen wir angenehme Orte für den Alltag, die auf individuelle Bedürfnisse eingehen. Wir hören zu, unterstützen und beraten. Unser Ziel ist es, Projekte zu realisieren, die mit der Zeit an Wert gewinnen, einfach und mit Liebe zum Detail ausgearbeitet sind. Bei der Gestaltung von Räumen suchen wir nach außergewöhnlichen Elementen, oft aus zweiter Hand, Antiquitäten, auch im Sinne der Wiederverwendung. In unserer Arbeit verbinden wir viele Bereiche der Kunst und sind offen für Herausforderungen.” – so steht es auf der Websitehttps://uklonstudio.com.
Projekt: UkłonStudio
Fotos: MigdałStudio
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