Metamorphose eines Landhauses. Sie verwandelten es in ein Waldhaus

Inmitten der ländlichen Bebauung, entlang der Straße, die in den majestätischen Böhmerwald führt, steht ein Landhaus aus dem späten 19. Das Restaurierungsprojekt des Studio Plyš ist ein Beispiel für den Respekt vor der Geschichte des Gebäudes. Zahlreiche Mängel wurden behoben und das Haus wurde mit zeitgenössischer Bausubstanz ergänzt, die nicht schreit, sondern die Landschaft ergänzt.

Das Haus befindet sich in dem Dorf Borová Lada in der Tschechischen Republik. Ziel der Renovierung war es, die Freude am Leben in einem Haus zu betonen, das verschiedene Zeiten überdauert hat. Die Architekten haben sich dem Gebäude unter Berücksichtigung aller seiner Schichten genähert, sowohl der materiellen als auch der historischen. Anstatt die Spuren der Vergangenheit zu überdecken, behandelten sie es als Ressource: Orte und Elemente, die gereinigt und restauriert werden mussten, wurden zum Ausgangspunkt für die Schaffung neuer räumlicher und funktionaler Beziehungen.

Umgestaltung der Struktur und des Grundrisses

Die Beseitigung unzureichender Reparaturen aus den 1980er und 1990er Jahren legte schwere strukturelle Schäden frei, aber gerade diese Mängel wurden in das Herzstück des Hauses verwandelt. Der instandgesetzte und umgestaltete Wohnbereich öffnet sich zum Garten und zum erhaltenen Küchenbereich und bildet so einen zentralen, lebendigen Organismus. Die Scheune, die nun vertikal erweitert wurde, fungiert als nutzbarer Raum mit der Möglichkeit, herbstliche Versammlungen abzuhalten – in der Schwebe zwischen Innen und Außen, zwischen Wärme und Kühle. Der neue Grundriss ermöglicht eine Mehrgenerationennutzung des Hauses durch zwei Wohneinheiten und gemeinsame Räume, die durch eine zentrale Treppe verbunden sind.

Beziehung zur Umgebung

Die äußere Form des Gebäudes ist unverändert geblieben. Die großflächigen Verglasungen öffnen den Innenraum für das Tageslicht und die Landschaft, während die großflächigen Fensterläden vor Wetterkapriolen und neugierigen Blicken der Passanten schützen. Die Rollladenschienen und die Sichtbetonelemente wurden als Zeugnis der Vergangenheit sichtbar belassen. Die neue Schicht versucht nicht, sich zu verstecken, sondern integriert sich in den historischen Kontext.

Drei massive Stahlbetonpfeiler haben die tragende Funktion des Daches übernommen. Sie wurden zusammen mit den neuen Scheunenfundamenten gegossen, die nach den unzureichenden Reparaturen der letzten Jahrzehnte wieder aufgebaut werden mussten. Der ursprüngliche Dachstuhl wurde beibehalten, die schweren Betonziegel wurden durch Aluminiumziegel ersetzt und einige Sparren wurden durch sichtbare Stahlträger verstärkt. Dadurch wurde Platz für neue Wohnräume und die Möglichkeit zur Isolierung der Dacheindeckung geschaffen.

Neue Lösungen

Im Dachgeschoss gibt es einen neuen Bereich, der als Holzkonstruktion konzipiert und mit Ziegeln aus natürlichen und recycelten Materialien sowie Sperrholz verkleidet wurde. Alle sanitären Anlagen wurden in diesem Bereich untergebracht. Der Einsatz ist von der ursprünglichen Struktur getrennt und isoliert, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Wo es möglich war, wurden Teile des ursprünglichen Dielenbodens im Erdgeschoss und der Kachelofen, der immer noch eine Wärmequelle darstellt, erhalten. Parallel dazu erfolgt die tägliche Beheizung über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe, die von einem Smart-Home-System gesteuert wird, das auch die Elektrik und die automatischen Außenrollläden kontrolliert. Das Gleichgewicht zwischen der neuen Schicht und dem Geist des Hauses wird auch durch ein spezielles Tischlermöbel-Set namens Bedřich gewahrt. Ein klappbarer Esstisch, ein Bett und eine Bank aus massiver Eiche, die für den erhaltenen Teil des Hauses entworfen wurden, vervollständigen die Einrichtung und fangen den Geist der alten Zeit ein.

Das Studio Plyš hat eine Renovierung geschaffen, die Modernität und Historizität nicht gleichsetzt, sondern sie nebeneinander bestehen lässt – mit Respekt vor dem Material, mit Sinn für Maßstäbe und mit dem Bewusstsein, dass das Haus in erster Linie ein Ort der Freude für ein einfaches, festliches und alltägliches Beisammensein sein soll.

entwurf: Studio Plyš

fotografie: Tomáš Slavík

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