Die 58 Meter große Wohnung in Breslau, entworfen von Karolina Jackowska vom Architekturbüro ONUKO, ist ein Beispiel für eine bewusste Abkehr vom typischen Schema der Bauträger. Anstelle von drei kleinen Zimmern entstand ein Raum, der dem tatsächlichen Lebensstil der jungen Eigentümerin entspricht – sie arbeitet von zu Hause aus, ist mobil, hat einen mutigen ästhetischen Geschmack und schätzt Funktionalität mehr als gängige Lösungen.
Der ursprüngliche Grundriss war zwar theoretisch auf die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohnerin und ihres Hundes zugeschnitten, bot jedoch weder Komfort noch Gestaltungsfreiheit. Kleine Zimmer, ein wenig komfortables Badezimmer und ein zu enges Wohnzimmer schränkten die Gestaltungsmöglichkeiten ein. Deshalb entschied man sich für eine Änderung der Raumaufteilung: Eines der Zimmer wurde mit dem Wohnzimmer verbunden, wodurch ein größerer Wohnbereich entstand, und der Arbeitsbereich wurde durch eine Glaswand mit grünen Stahlsprossen abgetrennt. Dadurch konnte nicht nur der Raum besser strukturiert werden, sondern auch das Badezimmer vergrößert werden, das nun eine den alltäglichen Bedürfnissen angemessene Größe aufweist.
Mit der rosa Küche
Die Eigentümerin kocht selten und isst oft auswärts, weshalb sich ein klassischer Esstisch als überflüssig erwies. Zum Mittelpunkt des Wohnbereichs wurde eine große Kücheninsel mit Barhockern – bequem, praktisch und einladend für geselliges Beisammensein. Ihr Charakter wird durch die Farbe der Küche bestimmt. Obwohl die Farbe Rosa anfangs nur scherzhaft zur Sprache kam, erwies sich das Design in diesem Farbton als ideal. Die bonbonfarbene Note wird durch eine Granitarbeitsplatte in Schwarz-Weiß-Tönen ausgeglichen, und an der Kücheninsel stehen klassische Cesca-Stühle. Abgerundet wird der Küchenbereich durch kleine weiße Fliesen mit hellgrauen Fugen, die für Leichtigkeit und einen jugendlichen Ausdruck sorgen.

Durchdachtes Wohnzimmer
Der Wohnbereich sollte hell, aufgeräumt und frei von schweren Möbeln sein. Auf einen herkömmlichen TV-Schrank wurde verzichtet – stattdessen hängt an der Wand ein furniertes Regal aus Würfeln, in denen Platz für Schallplatten und den Plattenspieler ist. Über dem Regal wurde eine ausziehbare Leinwand für den Projektor angebracht, und der Projektor selbst steht auf einer eigens dafür entworfenen Stahlkonstruktion. Diese Konstruktion dient gleichzeitig als Ausstellungsfläche für Pflanzen. Daneben befindet sich ein kompaktes Sofa, das den ruhigen Charakter dieses Teils der Wohnung abrundet.
Das perfekte Badezimmer
Das Badezimmer ist der persönlichste Teil des Entwurfs – die Umsetzung von Ideen, die die Designerin schon seit langem entwickelt hat. Minimalistische Formen werden hier mit einer gewagten Kombination aus weißen und rosa Fliesen kombiniert, die wiederum durch Granit ausgeglichen werden. Die größte Herausforderung stellte der Waschtischunterschrank dar, der sowohl an der Vorderseite als auch auf der Arbeitsplatte mit schwerem Stein verkleidet ist. Trotz der Massivität des Materials ist der Waschtischunterschrank ausschließlich an der Wand befestigt, ohne zusätzliche Stützen. Im Raum schwebt zudem ein Radox Flow-Heizkörper, der den modernen Charakter des Interieurs unterstreicht.

Ein Schlafzimmer für Minimalisten
Das Schlafzimmer wurde als der optisch zurückhaltendste Teil der Wohnung gestaltet. Im Mittelpunkt stehen ein massives IWC-Bett sowie ein grüner Kleiderschrank mit eingeschnittenen Griffen, die dem Möbelstück ein subtiles Detail verleihen. Ergänzt wird das Ganze durch klassische Kartell-Schränke und eine Flos-Lampe, die einen ruhigen, beschaulichen Raum zum Entspannen schaffen.
Im Flur wurden Fliesen aus der italienischen Kollektion „Mutina Puzzle“ verwendet – ihre grünen Elemente greifen die Farbgebung der Möbel auf, während die cremefarbenen Elemente auf die Einbauten im Flur und im Ankleidezimmer abgestimmt sind. Der Kleiderschrank wurde hinter einer maßgefertigten Einbauwand verborgen, sodass er unsichtbar bleibt und nicht verrät, dass sich hinter der Front ein zusätzlicher Raum verbirgt. Der Eingangsbereich wird symbolisch durch ein furniertes Portal abgetrennt, das den Übergang zum Wohnbereich strukturiert.
Entwurf: ONUKO
Fotos: ZASOBY Studio
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