fot. UM Poznań

Musiktheater in Posen. Die Stadt hat neue Visualisierungen vorgestellt.

In Posen entsteht ein Gebäude, in dem das Musiktheater seinen neuen Sitz haben wird. Das Objekt soll zu einer der wichtigsten Investitionen in die Kultur in der Nachkriegsgeschichte der Stadt werden. Das ursprüngliche, eher ungenaue Konzept des Ateliers Loegler Architekci wurde weiterentwickelt, leicht modifiziert und um Details ergänzt, wie auf den neuen Visualisierungen zu sehen ist. Das neue Gebäude wird in der Święty-Marcin-Straße entstehen, in unmittelbarer Nähe der Musikakademie, des Collegium Iuridicum, der Universitätsaula sowie des Kaiserpalasts und des Wolkenkratzers Bałtyk.

Musiktheater in Posen

Das endgültige Konzept des Musiktheaters entwickelt die frühere Vision von Atelier Loegler Architekci weiter und behält dabei die erkennbare, wenn auch umstrittene Geometrie des Baukörpers bei. An dem Projekt arbeitet das Büro Archimedia unter der Leitung des Architekten Krzysztof Janus in Zusammenarbeit mit dem Architekten Marcin Kulpa aus Krakau. Im Zuge der Ausarbeitung des Entwurfs wurden die Anordnung des Foyers, die Organisation des Zuschauerraums im Hauptsaal und die Ästhetik der Innenräume modifiziert, wobei man sich von intensiven Farben zugunsten gedämpfterer Farbtöne entfernte. Die Dokumentation wurde unter anderem mit dem städtischen Denkmalschutzbeauftragten, der Zweigstelle der Vereinigung Polnischer Architekten in Posen, der akademischen Gemeinschaft der Technischen Universität Posen und dem Theaterrat abgestimmt. Die vorgenommenen Änderungen standen im Zusammenhang mit der neuen Verkehrssituation in der Umgebung des Grundstücks an der św. Marcin-Straße und den Empfehlungen der Wettbewerbsjury.

Ein Ausschnitt der Święty-Marcin-Straße heute und in Zukunft. Foto: Google Maps und Stadtverwaltung Posen

Projekt an der ul. św. Marcin

Nach der Unterzeichnung des Vertrags mit der Firma Dekpol Budownictwo, dem Generalunternehmer, wurde mit der Präzisierung des Projekts und der Analyse der Auswirkungen lokaler Gegebenheiten auf das zukünftige Gebäude begonnen. Unter anderem wurden Messungen des Lärms und der Vibrationen durchgeführt, die durch den Zug-, Straßenbahn- und Autoverkehr verursacht werden, sowie eine Bewertung der Auswirkungen des Flugverkehrs über dem Investitionsgebiet. Es wurden auch Gespräche mit der PKP (Polnische Staatsbahn) im Zusammenhang mit Änderungen in der benachbarten Eisenbahninfrastruktur geführt. Das Ergebnis der Untersuchungen war die Feststellung, dass die wichtigsten akustischen Räume, die für diese Art von Gebäude von entscheidender Bedeutung sind, besonders geschützt werden müssen.

Das Musiktheater in Posen und seine Innenräume

Der wichtigste Teil des neuen Gebäudes wird der Hauptsaal mit etwa 1200 Plätzen sein, der für große Musikproduktionen und Konzerte ausgelegt ist. Ergänzt wird er durch einen flexiblen Kammermusiksaal vom Typ „Black Box” mit einem mobilen Zuschauerraum für 300 Personen und einem Ausgang zu einem begrünten Platz in Form eines Amphitheaters. Im Gebäude werden auch Proberäume für Ensembles und Orchester, ein Tonstudio sowie ein öffentlich zugängliches Foyer, ein Restaurant und Zuschauerbereiche entstehen. Damit soll die Zugänglichkeit des Theaters auch außerhalb der Vorstellungszeiten verbessert werden. Interessanterweise wird der unterirdische Teil des Gebäudes gemäß dem Programm für Bevölkerungsschutz und Zivilschutz als Notunterkunft für etwa 300 Personen hergerichtet. Das Projekt wird in Etappen durchgeführt, und die weiteren Bau- und Fundamentarbeiten verlaufen planmäßig. Die symbolische Grundsteinlegung ist für Mai 2026 geplant, um das 70-jährige Jubiläum des Musiktheaters in Posen zu feiern.

Teatr Muzyczny w Poznaniu
Ein Ausschnitt der Święty-Marcin-Straße heute und in Zukunft. Foto: Google Maps und Stadtverwaltung Posen

Zweifel hinsichtlich der Form des Gebäudes

Der Entwurf des Gebäudes sorgt seit der Präsentation des Siegerentwurfs von Atelier Loegler Architekci im Jahr 2019 für Diskussionen. Das Hauptproblem ist die Größe und die zu expressive Form im Kontext der historischen Umgebung der Święty-Marcin-Straße und der unmittelbaren Nachbarschaft des Kaiserlichen Viertels, das vom polnischen Präsidenten als historisches Denkmal anerkannt wurde. Obwohl die Gebäude in diesem Abschnitt während des Zweiten Weltkriegs schwer beschädigt wurden, wurden sie wieder aufgebaut. Zwar nicht ohne Modifikationen und Vereinfachungen, aber dennoch bildet der Komplex weiterhin eine einheitliche Komposition monumentaler Gebäude im historistischen Stil. Vor diesem Hintergrund wird das Projekt des Musiktheaters mit seiner Größe und seiner modernen, geometrischen Form einen deutlichen Kontrast bilden. Die Meinungen sind geteilt, wie man unter dem Beitrag der Stadtverwaltung von Posen sehen kann:

Quelle:Stadtverwaltung Posen

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