Na endlich! Nach vielen Jahren des Wartens ist das Nationalmuseum in Poznań endlich renoviert worden. Der Umfang der Investition umfasst Konservierungsarbeiten an den Fassaden, die Erneuerung von Teilen des Daches, die Rekonstruktion von Skulpturen und die Restaurierung des Zauns. Die Investition wird bis 2027 dauern, und die diesjährige Etappe im Wert von mehr als fünf Millionen Zloty wird vollständig vom Ministerium für Kultur und Nationales Erbe finanziert.
Umfang der Restaurierungsarbeiten
Die erste Phase der Renovierung umfasst die Restaurierung der Ost- und Westfassade des Gebäudes. Darüber hinaus soll ein Teil der Dacheindeckung auf der Seite der Ludgardy-Straße durch Kupferblech ersetzt werden. Ziel ist es, das einheitliche Erscheinungsbild des gesamten Gebäudes wiederherzustellen. Die skulpturalen Elemente, die die Fassaden zur Alej Marcinkowskiego und zur Ludgardy-Straße hin krönen, werden einer gründlichen Restaurierung unterzogen. Sie werden gereinigt und Hohlräume aufgefüllt. In der Südwestecke ist geplant, die Betonkopie einer der Skulpturengruppen durch eine neue, steinerne Rekonstruktion zu ersetzen. Auch der historische Zaun auf der Seite der Ludgardystraße, der stark verfallen ist und Schäden aus dem Zweiten Weltkrieg aufweist, wird bei den Arbeiten nicht fehlen. Neben der Reparatur der Steinblöcke und der Rekonstruktion fehlender gusseiserner Details erhalten die Fassaden des Museums eine neue Beleuchtung, die ihre architektonischen Qualitäten in den Abendstunden hervorheben wird.

Nationalmuseum in Poznań – Geschichte des Gebäudes
Das Museumsgebäude wurde zwischen 1900 und 1903 nach einem Entwurf von Karl Hinckeldeyn errichtet, einem Architekten, der unter anderem für den Entwurf der Universitätsbibliothek in Poznan bekannt ist. Der neue Sitz des deutschen Museums war eine Antwort auf das polnische Mielżyński-Museum. Die Eröffnung des Gebäudes fand 1904 statt, und die Einrichtung firmierte fortan unter dem Namen Kaiser-Friedrich-Museum, was ihre Bedeutung in der Struktur der deutschen Museologie unterstreichen sollte. Bei der Realisierung des Projekts arbeitete Hinckeldeyn mit Hans Koberstein, der für die Mosaike, Sgraffiti und Wandmalereien verantwortlich zeichnete, und Stephan Walter, dem Autor des plastischen Schmucks, zusammen. Edward Albrecht schuf die Stuckarbeiten und Reinhold Ahrens die allegorischen Büsten, die die Haupthalle schmücken. Der Grundriss des Gebäudes basiert auf einer Vierflügelanlage mit einer zentralen, verglasten Eingangshalle. Die Fassaden sind symbolisch gestaltet und beziehen sich jeweils auf einen der drei Bereiche, die den Umfang der Sammlungen des Museums ausmachen: Kunst, Natur und Handwerk. Das Ganze wurde der Idee untergeordnet, das preußische Erbe zu fördern.
Veränderungen nach der Unabhängigkeit
Nach 1918 wurde das Gebäude an seine neue Rolle angepasst. Damals wurden die deutschen Embleme, Porträts und Symbole entfernt und die Einrichtung erhielt den Namen Großpolnisches Museum. Bemerkenswert ist, dass nur die Hauptfassade auf der Seite der Al. Marcinkowskiego-Straße vollständig von den alten Porträts deutscher Künstler befreit wurde. An der Fassade auf der Seite der Paderewskiego-Straße befinden sich noch Mosaike, die weniger bekannte Künstler darstellen. Während des Zweiten Weltkriegs erlitt das Museum keine größeren Schäden, obwohl es in seiner unmittelbaren Umgebung zu schweren Bränden und Zerstörungen kam. An den Fassaden des Gebäudes sind noch immer zahlreiche helle Flecken zu sehen, die auf die Beseitigung der durch Kämpfe und Explosionen entstandenen Hohlräume im Stein zurückzuführen sind. Während der Besatzungszeit wurden die wertvollsten Exponate des Museums nach Deutschland verbracht, während einige zerstört oder geplündert wurden, vor allem während der Kämpfe um Poznan. Nach 1945 verschwanden die Reste der deutschen Dekorationen vom Tympanon, und 1950 erhielt die Einrichtung den Namen Nationalmuseum in Posen. Erst in den 1970er Jahren wurden auf Initiative von Zbigniew Bednarowicz Mosaiktondos mit den Namen bekannter polnischer Maler an der Hauptfassade angebracht. Im Jahr 2001 wurde ein neuer Flügel der Gemälde- und Skulpturengalerie eröffnet, dessen Bau bereits Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre in Erwägung gezogen worden war.
Blick auf das Museumsgebäude vom Wolności-Platz aus – um 1910 und 2024. Foto: Universitätsbibliothek in Poznań und Alt-Poznań damals und heute
Nationalmuseum in Poznań – Erbe und Erhaltungszustand
Nur zwei Fassaden haben bis heute ihre ursprüngliche Dekoration bewahrt. Die südliche, auf der noch Porträts deutscher Künstler und Darstellungen des Kunsthandwerks zu sehen sind, und die östliche mit Dekorationen, die sich auf die Natur beziehen. Die letzte große Renovierung des Gebäudes fand in den 1970er Jahren statt, seitdem ist die Steinverkleidung dunkel, stellenweise fast schwarz geworden. Die aktuellen Arbeiten werden die ästhetischen Qualitäten des Gebäudes wiederherstellen und sein komplexes und vielschichtiges Erbe bewahren.
Quelle: Nationalmuseum in Poznań
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