Neue Wohnsiedlung und Parkplatz P R in Kabaty. WWAA-Projekt erhält grünes Licht von den Stadträten

Kabaty beginnt eine neue, komplexere Beziehung zu Warschau aufzubauen. Nach langjährigen Konsultationen und Diskussionen über die Zukunft des Geländes des ehemaligen Tesco-Hypermarkts haben die Stadträte ein Wohnbauprojekt im Rahmen des Lex-Deweloper-Verfahrens genehmigt. An der Stelle des ehemaligen Einkaufszentrums entsteht eine von dem Architekturbüro WWAA entworfene Wohnsiedlung mit Gewerbeflächen, einer Tiefgarage, einem Stadtplatz und öffentlich zugänglichen Grünflächen.

Nach dem Abriss der Einkaufspassage an der Aleja KEN blieb eines der größten Grundstücke in Kabaty als unbebaute Fläche im südlichen Teil von Ursynów zurück. Das Gelände des ehemaligen Tesco entstand als freistehendes Einkaufszentrum, umgeben von einer Parkplatzanlage, was damals für die sich entwickelnden Vororte von Warschau Standard war. Heute, in Zeiten wachsenden Wohnraumdrucks und der Neudefinition von Einkaufszentren, werden ähnliche Grundstücke immer häufiger umgestaltet. Ende November 2025 reichte der Bauträger Archicom, ein Unternehmen der Echo Investment-Gruppe, einen Antrag auf Durchführung des Projekts im Rahmen des Lex-Deweloper-Verfahrens ein. Am 12. Februar 2026 gab der Stadtrat von Warschau grünes Licht für den Start des Projekts.

Stadtentwicklungsstrategie WWAA

Das Projekt des mehrfach ausgezeichneten Büros WWAA sieht eine Abkehr von der geschlossenen Bauform zugunsten einer Struktur mit eher urbanem Charakter vor. Anstelle des ehemaligen Geschäfts entsteht eine Wohnsiedlung mit Dienstleistungsflächen, einer Tiefgarage und einem Parkplatz. Auf dem Gelände werden neun Wohngebäude mit 410 Wohnungen entstehen. In sechs davon sind im Erdgeschoss Dienstleistungs- und Handelsfunktionen geplant, weitere Räumlichkeiten sind auf der Ebene -1 vorgesehen. Der Investor und das Büro WWAA betonen, dass das Projekt ein neues, multifunktionales Stadtgefüge mit Dienstleistungen schaffen wird, das dieses Grundstück endlich in das Leben des Stadtteils „integrieren” wird.

Dialog mit der Stadt und den Bewohnern

Nach öffentlichen Konsultationen und Verhandlungen mit der Stadt wurde das Konzept in einigen wesentlichen Punkten geändert. Das Gebäude, das ursprünglich die Umgebung dominieren sollte, wurde auf 10 Stockwerke reduziert. Auch die Anzahl der Bäume wurde verdoppelt, auf dem Grundstück sollen 280 neue Bäume gepflanzt werden. Der Investor wird der Stadt 450 m² Gewerbefläche und 145 Parkplätze im „Park & Ride”-Format zur Verfügung stellen. Darüber hinaus wird sich der Bauträger an der Modernisierung des umliegenden Straßennetzes beteiligen, darunter an der Umgestaltung der Iwanowa-Szajnowicza-Straße zu einem sogenannten Woonerf, also einer Straße, die Fußgängern und Radfahrern vorbehalten ist. Das Projekt von WWAA sieht vor, dass der Stadtteil in die Wohnsiedlung integriert wird und nicht umgekehrt. Die Gebäude wurden daher in kleinere Segmente unterteilt, deren Erdgeschosse Dienstleistungsfunktionen haben. Grüne Innenhöfe und Bepflanzungen sollen das Gefühl der Dichte mildern und mehr halböffentlichen Raum in Kabaty schaffen.

Der Autoverkehr wird vollständig in eine Tiefgarage verlegt, wodurch der Raum aufgeräumt und eindeutig für Fußgänger und Radfahrer gestaltet wird. Diese Lösung erhöht den Komfort des Alltags, den Zugang zur U-Bahn und zum Kabacki-Wald sowie zu lokalen Dienstleistungen. Das Projekt sieht vor, dass 30 % der Grundstücksfläche biologisch aktiv sein werden, davon fast 15 % Grünflächen auf heimischem Boden. Dies wird für angemessene Retentionsbedingungen und eine Verbesserung des Mikroklimas sorgen , sagendie Architekten Natalia Paszkowska, Marcin Mostafa und Krzysztof Mazanek vom Büro WWAA, das für dieses Projekt verantwortlich ist.

In der Architektur des Projekts zeigt sich der Versuch, zwei Welten miteinander zu versöhnen. Einerseits ein ruhiges, grünes Viertel und andererseits der Druck der Stadt auf eine dichtere Bebauung in der Nähe der U-Bahn-Station Kabaty. Dies ist ein Beispiel für bewusste Stadtplanung, bei der nicht nur die Anzahl der Wohnungen zählt, sondern auch die Anbindung an den Nahverkehr und die Verfügbarkeit von Dienstleistungen. In der Debatte um das Lex-Deweloper-Gesetz wird immer häufiger die Frage gestellt, ob sich die Stadt auf die Peripherie ausbreiten oder an gut angebundenen Punkten verdichten sollte. Kabaty ist einer der Orte, an denen diese Fragen bald eine reale architektonische Form annehmen werden.

Weitere Informationen: www.wwaa.pl

Quelle: Pressematerialien

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