Neues Leben für ein Haus aus den 1980er Jahren: So sieht das Innere jetzt aus

In einem renovierten Einfamilienhaus aus den 1980er Jahren fällt das goldene Licht eines späten Nachmittags auf die Innenräume und enthüllt die intimsten Ecken. Subtile Schatten bewegen sich über die Wände, als würden Architektur und Natur ein stilles Gespräch führen, in dem jedes Detail an Bedeutung gewinnt. Der 200 Quadratmeter große Raum, aufgefrischt und neu durchdacht, strahlt Ruhe und Ausgeglichenheit aus – ein Ort, an dem das Alltägliche auf das Künstlerische trifft.

Warme Farben und einfache Formen dominieren, während die funktionale Aufteilung klar und intuitiv bleibt. Das Esszimmer, das durch eine halbtransparente Tür zu sehen ist, erscheint als das Zentrum des Hauses. Ein runder Tisch nach dem Entwurf des Autors, umgeben von mit Bouclestoff bezogenen Stühlen, lädt zum gemeinsamen Verweilen ein. Im Hintergrund erinnert eine glasierte, beleuchtete Vitrine mit italienischen La Faenza-Fliesen und sorgfältig ausgestellten Keramiken daran, dass Schönheit alltäglich sein kann. Die gleichen Fliesen finden sich auch in den Bädern und in der Küche und verbinden die Räume zu einem einheitlichen Ganzen.

Der Entspannungsbereich dreht sich um das Sofa. Darüber hängen drei zarte Wandlampen, die abends ein sanftes Licht verbreiten. Daneben steht die Bitossi-Vase, die vom Duo Muller Van Severen entworfen wurde und die Komposition vervollständigt. Das Interieur wird durch ein Gemälde des Künstlers OBZE belebt – die dynamische Silhouette einer Möwe vor einem blauen Fleck mit der Signatur „Redłowo“ verweist auf die Küstenlage des Hauses und seine Vergangenheit als Fischer. Ein zweites Gemälde desselben Autors, das in der Küche angebracht ist, spielt eine ähnliche Rolle – es setzt einen farbigen Akzent und verbindet das Interieur symbolisch mit dem Charakter von Gdynia.

Das Wohnzimmer wird durch Accessoires historischen Ursprungs bereichert. Vasen aus farbigem, orangefarbenem Glas – die sogenannten „Flöten“, die wahrscheinlich aus der Glashütte „Ząbkowice“ stammen – werden zu skulpturalen Akzenten, die harmonisch mit dem Gemälde von Michał Orzechowski mit seinen wellenförmigen Linien und ausdrucksstarken Orangetönen zusammenpassen. Davor steht die Platte Bitossi – Linea Biancato, ein aufgefrischter Klassiker von Aldo Londi aus dem Jahr 1985, der in einer limitierten Auflage von 99 Stück neu aufgelegt wurde. Die handgeformte Schale, die mit subtilen, mit Nylonfäden gravierten Einschnitten verziert ist, hat Sammlerwert.

Der Korridor offenbart eine fast theatralische Szene. Ein Gipskopf auf einem schwarzen Sockel steht wie ein Wächter, während schwere Vorhänge aus dickem Stoff den Raum einrahmen und den Eindruck einer im Haus versteckten Galerie vermitteln. Jeder Rahmen dieses Arrangements ist durchdacht, und jedes Objekt – von der Kunst bis zum Handwerk – fungiert als Erzähler dieser inneren Geschichte.

Die Auswahl der Kunstwerke wurde von Kalina Dobija Dziubczynska getroffen, die die Galerie Punkt in Gdynia leitet, während die italienischen Vasen und Schalen vom Studio Safranow ausgewählt wurden. Insgesamt entsteht so eine Geschichte über ein Interieur, das nicht nur die Ästhetik der 1980er Jahre auffrischt, sondern ihr auch eine zeitgenössische Dimension verleiht – voller Wärme, Kohärenz und bewusster Eleganz.

Entwurf: arch. Kamila Pawłowska Authorial Design Studio

Gestaltung: Puff Maria Lutko-Adamska

Fotografie: Martyna Soul Studio

Lesen Sie auch: Einfamilienhaus | Inneneinrichtung | Minimalismus | Eklektizismus | whiteMAD auf Instagram