Neues Leben in einem Mietshaus aus dem Jahr 1890: So wurde eine Wohnung in Danzig renoviert

In Wrzeszcz, einem Stadtteil von Danzig, haben sie in einem Mietshaus aus dem Jahr 1890, das unter Wahrung seines ursprünglichen Charakters restauriert wurde, eine Wohnung renoviert, die die Geschichte des Ortes mit modernem Design verbindet. Das Gebäude, das durch seine über die gesamte Höhe verlaufenden Loggien erkennbar ist, wurde zum Hintergrund für das Projekt „Wa10” – eine Umsetzung für Marcin, Vater von zwei Kindern, der einen funktionalen, übersichtlichen und für den täglichen Rhythmus des Familienlebens geeigneten Raum benötigte. Das Projekt zur Umgestaltung des Raumes entstand im Atelier Raca Design Studio.

Die größte Herausforderung bestand darin, die Raumaufteilung der Wohnung so umzugestalten, dass drei vollwertige Zimmer, eine komfortable Küche mit Essbereich und ein Badezimmer, das zuvor nicht vorhanden war, Platz fanden. Es befand sich im Gemeinschaftsbereich, der mit der Nachbarwohnung geteilt wurde, was von den Designern nicht nur Kreativität, sondern auch eine präzise Herangehensweise an die Installation und Konstruktion erforderte. Das Ergebnis dieser Maßnahmen ist ein Interieur, das seine Logik und Fluidität zurückgewonnen und gleichzeitig eine neue, ausdrucksstarke Identität erhalten hat.

Inspiration für die Gestaltung war der Japandi-Stil, der hier mit viel Feingefühl interpretiert und mit Akzenten des Mid-Century-Modern angereichert wurde. Diese Kombination bestimmt die Art und Weise, wie man über das Interieur denkt: einfach, natürlich, aber gleichzeitig elegant und zeitlos. Die Farbgebung basiert auf gedämpftem Grün, Ziegelrot, gebrochenem Weiß und dunklem Holz und schafft eine ruhige, organische Basis. Als Kontrapunkt dienen schwarze und burgunderrote Details, die dem Interieur Energie verleihen und seinen Charakter unterstreichen.

Japanische Inspirationen

Eines der auffälligsten Elemente des Entwurfs sind die Möbel mit hervorstehenden Korpusplatten. Ihre Proportionen erinnern an japanische Tatami-Matten, und die vertikalen Leisten an den Fronten und Türblenden weisen subtil auf Shōji-Wände hin. Es sind Details, die nicht dominieren, sondern eine Atmosphäre schaffen – spürbar, aber nicht aufdringlich.

Nach den funktionalen Veränderungen verlagerte sich das Zentrum des häuslichen Lebens in die mit dem Esszimmer verbundene Küche. Dieser Raum nutzt das natürliche Licht, das durch die Loggien hereinfällt, wodurch er an Weichheit und Tiefe gewinnt. Der kleine Essbereich ist zu einem Ort für tägliche Treffen geworden, dessen markanter Akzent die Bushido-Tapete mit einem japanischen Drachenmotiv ist. Dieses dekorative Element bringt ein wenig Mut und Kontrast in den Innenraum, bricht die ruhige Farbpalette auf und verleiht dem Raum eine individuelle Note.

Das neue Badezimmer, das durch eine Glasbausteinwand vom Esszimmer getrennt ist, ist ein Beispiel für den geschickten Einsatz von Licht. Ziegelrot und dunkles Holz schaffen hier eine intime Atmosphäre, und das durch das Glas einfallende natürliche Licht verleiht dem Raum eine fast theatralische Stimmung. Bordeauxrote Details verbinden diesen Teil der Wohnung mit dem Rest der Einrichtung und unterstreichen die Konsequenz des Designs.

Im Schlafzimmer und in den Kinderzimmern wurde Wert auf Funktionalität und Gemütlichkeit gelegt. Einbauschränke sorgen für Ordnung und bieten bequeme Stauräume, während natürliche Materialien und eine einheitliche Farbgebung ein Gefühl der Harmonie vermitteln. Es sind Innenräume, die nicht beeindrucken wollen, sondern den Alltag unterstützen – ruhig, weich, gut durchdacht.

„Wa10” ist ein Projekt, das zeigt, wie zeitgenössisches Design mit der Geschichte korrespondieren kann, ohne sie zu übertönen. In Marcin’s Wohnung treffen Vergangenheit und Gegenwart auf natürliche Weise aufeinander und das Ganze schafft einen Raum, der gleichzeitig funktional, stimmungsvoll und zutiefst persönlich ist. So sieht die neue Version der 73 m² großen Wohnung aus. Bravo!

Entwurf: Raca DesignStudio

Fotos: ZASOBYStudio

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