Der Kronthal-Brunnen, im Volksmund als „Delfinbrunnen“ (wobei die Delfine manchmal als Wels interpretiert werden) bekannt, an der Aleje Marcinkowskiego in Posen wird derzeit gründlich renoviert. Der historische Brunnen aus dem frühen 20. Jahrhundert musste dringend instand gesetzt werden, damit sich die Posener wieder daran erfreuen können. Die letzte größere Renovierung fand vor 20 Jahren statt.
Der Kronthal-Brunnen wird restauriert
Die derzeitigen Arbeiten am Brunnen konzentrieren sich vor allem auf die Restaurierung der ihn schmückenden Skulpturen. Die über hundert Jahre alte Komposition besteht aus Figuren von Kindern, die auf Delfinen (Welsen?) sitzen und nach Jahren der Nutzung und Witterungseinwirkung einer gründlichen Konservierung bedürfen. Die Fachleute werden auch die ursprünglich aus Muschelkalk gefertigten Teile wiederherstellen. Bei früheren Reparaturen wurden diese durch Kunststoff ersetzt, der mit der Zeit seine Haltbarkeit und seine ästhetischen Vorzüge verloren hat. Die Renovierung betrifft auch die Metallteile. Die bronzenen Tierfiguren werden gereinigt und anschließend mit einer schützenden Patina überzogen, die die Oberfläche vor Korrosion schützt. Auch die steinernen Bauteile des Brunnens werden repariert. Darüber hinaus wird eine neue Wasseranlage mit Düsen installiert, wodurch die volle Funktionsfähigkeit des gesamten Springbrunnens in der kommenden Saison wiederhergestellt wird. Alle Arbeiten finden unter der Aufsicht des Denkmalschutzbeauftragten statt, und der Auftragnehmer hat für deren Fertigstellung 175 Tage Zeit.
Die Geschichte des Posener Brunnens mit den Delfinen
Der Brunnen ist als Kronthal-Brunnen bekannt. Sein Stifter war der Posener Unternehmer Gustaw Kronthal, Besitzer einer Möbelfabrik und aktiver Kulturmäzen. In der Vergangenheit unterstützte er finanziell verschiedene soziale Initiativen, darunter den Bau eines Krankenhauses und eines Waisenhauses. Er gründete auch eine Stiftung, die Kunstwerke für das damalige Landesmuseum und das heutige Nationalmuseum in Posen sammelte. Bevor der heutige Springbrunnen entstand, befand sich an dieser Stelle ein öffentlicher Brunnen, der 1841 von Edward Raczyński gestiftet worden war. In den folgenden Jahren begann man, ihn als Hygiëne-Brunnen zu bezeichnen. Ursprünglich war er lediglich ein steinerner Sockel ohne Skulptur. Nach der Verlegung des Brunnens an das andere Ende der Aleja Marcinkowskiego wurde der frei gewordene Platz an der Kreuzung mit der Straße 23 Lutego für ein neues, weitaus prächtigeres Bauwerk vorbereitet.

Entwurf von Hugo Lederer aus dem frühen 20. Jahrhundert
Der heutige Springbrunnen wurde 1909 errichtet. Der Entwurf stammte vom Berliner Bildhauer Hugo Lederer. Überlieferungen zufolge wurde sein Entwurf von Kaiser Wilhelm II. persönlich geprüft und gewürdigt. Der Bau des Brunnens kostete damals 25.000 Mark, was für ein städtisches Investitionsvorhaben zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine beträchtliche Summe darstellte. Später wurde das Bauwerk mehrfach renoviert. Im Jahr 1945 musste es nach den schweren Jahren des Zweiten Weltkriegs instand gesetzt werden. Die Arbeiten übernahm damals der Bildhauer Edward Haupt, ein Schüler Lederers. Die letzte größere Renovierung fand 2006 statt, als die dekorativen Brüstungen mit Muschelmotiven wiederhergestellt und die Nachkriegsbalustraden ersetzt wurden. Im vergangenen Jahr wurden wiederum die Steinbänke rund um den Brunnen renoviert. Die aktuellen Arbeiten stellen die nächste Etappe der Konservierung dieses einzigartigen Denkmals dar.
Delfine oder Wels? Der Streit um die Identität der Skulpturen
Einer der interessantesten Aspekte im Zusammenhang mit dem Brunnen ist die seit jeher bestehende Frage nach der Art der in der Komposition dargestellten Wassertiere. In städtischen Beschreibungen und in der Literatur hat sich die Bezeichnung „Brunnen mit Delfinen“ etabliert. Die Silhouetten der beiden identischen Wesen, auf denen zwei Jungen reiten, wurden seit Beginn des 20. Jahrhunderts genau so interpretiert. Bei genauerer Betrachtung kommen jedoch Zweifel auf. Diese werden durch die Form der Schnauzen, die massiven Köpfe und die Gestaltung der Körper geweckt, die eher an Fische aus europäischen Flüssen als an Meeressäugetiere erinnern. Aus diesem Grund entstand die Hypothese, dass sich der Bildhauer vom Bild eines Welses inspirieren lassen könnte. Eine eindeutige Antwort gibt es jedoch nicht. In der Praxis hat sich in der Wahrnehmung der Einwohner der Name mit den Delfinen festgesetzt.
Quelle: Stadtgrünverwaltung inPosen
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