Das Dom Książki in Posen, eine der bekanntesten Adressen in der Hauptstadt Großpolens, hat kürzlich eine Metamorphose durchlaufen (lesen Sie HIER). Die Innenausstattung der Gemeinschaftsräume und des Restaurants Strona, das sich im Erdgeschoss und im Keller des Gebäudes befindet, ist ein Beispiel für einen bewussten Umgang mit der Geschichte des Ortes und den Mut, diese zeitgemäß zu interpretieren. Die Architektinnen des OYKA-Studios setzten auf authentische Materialien und eine Neuinterpretation modernistischer Motive, die in ihrer neuen Form Frische und Eleganz ausstrahlen.
In den Gemeinschaftsbereichen des Wohnbereichs des Gebäudes war es entscheidend, den modernistischen Charakter des Dom Książki zu bewahren. Der Investor entschied sich, den ursprünglichen Boden aus wildem Stein im Eingangsbereich zu belassen – ein Mosaik aus polnischem Marmor mit unregelmäßigen Formen, das zum Ausgangspunkt für weitere Gestaltungsentscheidungen wurde. Seine zeitgenössischen Interpretationen finden sich in den oberen Stockwerken in Form von dekorativen Teppichen wieder, und die Kombination von Alt und Neu erwies sich als äußerst gelungen. Der renovierte Terrazzoboden auf den Treppenläufen und die restaurierten Podeste unterstreichen den Respekt vor der ursprünglichen Struktur des Gebäudes.
Neues Leben für das Haus des Buches
Die Geländer des Treppenhauses erhielten eine neue Form, die den heutigen Normen entspricht, aber die modernistische Leichtigkeit bewahrt. Schlanke Profile und abgerundete Enden bilden ein subtiles Detail, das mit dem cremefarbenen Weiß der Aufzugsportale harmoniert. Die monochrome Basis wurde durch Verkleidungen aus Checzot unterbrochen – einem Material, das in den 70er Jahren beliebt war und heute als luxuriöses Furnier zurückkehrt. In den Fluren fällt ein Stahlgitter mit Ornamentglas ins Auge, das den Raum erhellt und Assoziationen mit den früheren Glasbausteinen weckt.
Aufgrund der begrenzten Raumhöhe erforderte die Beleuchtung besondere Aufmerksamkeit. Es wurden niedrige Aufputzleuchten verwendet, die von den linearen Leuchtstoffröhren des Modernismus inspiriert sind, und in den Fluren, die zu den Wohnungen führen, wurden Glaswandleuchten von Tomasz Rudkiewicz angebracht – einem Designer, dessen Werke in der Zeit der Volksrepublik Polen den Alltag vieler Wohnungen prägten. Das Ganze ergibt ein stimmiges, ausgefeiltes Bild, in dem es keinen Platz für Kompromisse gibt.
Restaurant Strona
Diese Konsequenz setzt sich im Restaurant Strona fort. Das Lokal, das bereits vom Anfang der Gwarna-Straße aus sichtbar ist, soll durch Licht und Offenheit anziehen. Strenge, gereinigte Konstruktionssäulen mit modernen Lampen begrüßen die Gäste wie moderne Laternen. Das Interieur basiert auf einem Dialog zwischen der Geschichte des Domu Książki und der neuen Funktion des Ortes, der Literatur, Gespräche und die Küche von Paweł Salamon verbindet.

Der authentische Wildboden harmoniert mit dem warmen Weiß der Regale, den natürlichen Putzen und den weichen Vorhängen. Die Theke aus poliertem Stahl spiegelt das Muster des Bodens wider, über ihr hängt eine Lichtkomposition aus Rahmen, die mit orangefarbenem Ornamentglas gefüllt sind. Entlang der Fassade verläuft ein hölzernes Ausstellungsmöbel mit gedrechselten Stützen, ideal zum Stöbern in der Presse bei einer Tasse Kaffee.
Der Restaurantbereich beginnt mit einem gemeinsamen Tisch mit asymmetrischen gedrechselten Beinen, der vor dem Hintergrund eines gewebten Kelims steht. Das Interieur wird durch UFO-Kronleuchter aus Aluminium aus dieser Epoche und eine reichhaltige Palette von Stoffen in Grün-, Buttergelb-, Orange- und Brauntönen ergänzt. Tische aus rotem Rojo Alicante-Marmor wechseln sich mit gelbem lackiertem Glas ab, und der Raum ist in mehrere Bereiche unterteilt – von der Loge in einer Glasnische bis hin zu skulpturalen Chromsesseln neben dem Weinregal.
Die Treppe, die zur Ebene -1 führt, wird zu einem symbolischen Übergang zwischen dem hellen Erdgeschoss und der Clubatmosphäre des Verkostungsbereichs. Die Checzot-Verkleidungen, die Holzbalustrade, der Kreis aus poliertem Blech mit orangefarbenem Neonlicht und das gewagte Mosaik in einem Eichenrahmen schaffen eine Atmosphäre voller Charakter. Das Untergeschoss besticht durch seine Details – gewellte Trennwände der Bank, Stoffe, gewebte Bilder, ein Neonkreis über dem Sideboard und eine mit Knorren und Glasbausteinen verkleidete Loge.
Entwurf: OYKAstudio
Team: Zuzanna Bojko und Dagmara, Zdanowicz – Wąsik
Fotos: Studio-Archiv
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