fot. Zamek Książ w Wałbrzychu

Schloss Książ: Kopien der verlorenen Gemälde kehren zum Denkmal zurück

Die Kopien zweier prächtiger Gemälde von Anton Felix Scheffler, die während des Zweiten Weltkriegs verloren gegangen waren, sind in das Schloss Książ zurückgekehrt. Ihr Wiederauftauchen im Maximiliansaal ist ein wichtiges Ereignis für das Denkmal und die gesamte Region. Einer der bedeutendsten spätbarocken Innenräume in Schlesien hat damit seine frühere künstlerische Integrität wiedererlangt.

Książ in der Geschichte der Region

Die Burg von Książ wurde Ende des 13. Jahrhunderts auf Initiative des Herzogs Bolek I. der Rohe errichtet. In den folgenden Jahrhunderten ging sie in die Hände verschiedener Besitzer über. Die größte Veränderung erfuhr die Residenz durch die Familie Hochberg, die ab dem 16. Jahrhundert die ursprüngliche Festung schrittweise in einen repräsentativen Familiensitz umwandelte. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude teilweise von den Nazis zerstört, die im Rahmen des Projekts Riese Anpassungsarbeiten darin durchführten. Dies war der Deckname für die Bergbau- und Bauarbeiten zwischen 1943 und 1945, mit denen das Gebäude zu einem der Hauptquartiere Adolf Hitlers umgebaut werden sollte. Nach dem Krieg verfiel der ungeschützte Książ weiter, und erst in den 1960er Jahren wurde mit regelmäßigen Restaurierungsarbeiten begonnen. Heute wird das Schloss fast kontinuierlich intensiv restauriert.

Książ
Zamek Książ im Jahr 1935. Quelle: Bildarchiv Foto Marburg

Maximiliansaal im Schloss von Książ

Der Maximiliansaal ist ein äußerst repräsentatives Interieur des Schlosses von Książ und eines der am besten erhaltenen profanen Beispiele für spätbarocke Dekoration in Schlesien. Er wurde in den 1830er Jahren als zentraler Raum des Barockflügels des Schlosses geschaffen. Seine Ausstattung besteht aus reichen Stuckarbeiten, Marmordekorationen und plastischen Allegorien. Der Innenraum zeichnet sich durch seine große Höhe, die leuchtenden Farben und die Anordnung als ehemaliges Amphitheater aus, das zu aufeinander folgenden Salons führt. Der Saal diente als Repräsentationsraum und sollte das Prestige der Familie Hochberg zum Ausdruck bringen. Die Gesamtkomposition wurde durch große Gemälde von Scheffler vervollständigt.

Verlorene Werke von Anton Felix Scheffler

Anton Felix Scheffler schuf die Gemälde im Jahr 1732 im Auftrag von Konrad Ernest Maximilian von Hochberg. Die Leinwände waren fast fünf Meter hoch und stellten mythologische Szenen nach Motiven aus Ovids Metamorphosen dar. Das erste Werk zeigte Jupiter und Juno sowie eine Darstellung der Jahreszeiten und der Stationen des menschlichen Lebens. Das zweite hingegen zeigte Jupiter, der Saturn niederschlägt, und die Epochen der Menschheit. Beide Gemälde hingen über den amphilen Gängen des Maximiliansaals und gehörten zum ikonographischen Programm des Barockflügels des Schlosses. Die Werke gingen am Ende des Zweiten Weltkriegs verloren, und ihr Schicksal bleibt unbekannt.

Maximiliansaal im frühen 20. Jahrhundert. Quelle: Niederschlesische Digitale Bibliothek

Der Prozess der Erstellung von Kopien von Bildern

Die Entscheidung, Kopien der verlorenen Gemälde anzufertigen, wurde nach Rücksprache mit Restauratoren getroffen. Auf gedruckte Reproduktionen wurde verzichtet, um das angemessene ästhetische Niveau der Einrichtung zu erhalten. Grundlage für die Arbeit war eine Fotodokumentation aus dem Jahr 1943 von Günther Grundmann. Die Materialien wurden von Wojciech Szponar unter der Aufsicht von Professor Andrzej Koziel digital koloriert. Zbigniew Jarek, ein erfahrener Maler und Kopist, der für die Reproduktion der Werke alter Meister bekannt ist, war für die Erstellung der Kopien verantwortlich.

Rückkehr der Scheffler 0Bilder nach Książ

Die Kopien von Schefflers Barockgemälden hingen an leeren Stellen, die 80 Jahre lang an die verlorene Einrichtung von Książ erinnert hatten. Ihre Rückkehr hat die Dekoration des prächtigen Maximilianssaals vervollständigt. Die Rekonstruktion der Werke ist sowohl für die Erforschung der Geschichte des Schlosses als auch für die Präsentation seines Erbes von großem Wert. Sie ist eine sehr wichtige Etappe bei der laufenden Restaurierung der architektonischen Perle Niederschlesiens.

photo Książ Castle in Wałbrzych

Quelle: Schloss Książ in Wałbrzych

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Das Maximilianzimmer im Schloss Książ vor und nach der Rückgabe der Gemälde. Quelle: Google Maps und Schloss Książ in Wałbrzych