Pałac Stjärnorp

Schloss Stjärnorp – eine Barockruine, die dank Tengbom für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde

Das Schloss Stjärnorp ist heute eine malerische Ruine am See Roxen in Schweden. In seiner Blütezeit war das Anwesen ein Beispiel für den hiesigen Barockstil, doch 1789 brannte es nach einem Blitzschlag nieder und wurde nie wieder aufgebaut. Vor einigen Jahren wurde jedoch beschlossen, die jahrhundertealten Mauern zu erhalten und sie für Besucher zugänglich zu machen. Das Projekt des Architekturbüros Tengbom ermöglicht es, dieses außergewöhnliche Denkmal näher kennenzulernen.

Schloss Stjärnorp: Sitz der Familie Douglas

Das Schloss Stjärnorp entstand in den Jahren 1655–1662 auf Initiative des schottischen Adligen und Feldmarschalls Robert Douglas. Der Entwurf wird Nicodemus Tessin dem Älteren zugeschrieben, dem Architekten des Schlosses Drottningholm. Auch Erik Dahlbergh verewigte die Residenz in seinem 1697 erschienenen Werk „Suecia Antiqua et Hodierna“. Mit diesem Ort verbindet sich eine Legende über Robert Douglas und General Axel Lillie, die ihre Residenzen angeblich so hoch errichten ließen, um sich von den obersten Stockwerken aus Signale zu senden. Die imposante Bauform des Schlosses spiegelte die Ambitionen des einflussreichen Hauses Douglas und dessen Stellung im Schweden des 17. Jahrhunderts wider.

Pałac Stjärnorp
Das Schloss Stjärnorp in seiner Blütezeit. Foto: litemerarosa.com

Steinresidenz am See

Die Residenz bestand aus einem vierstöckigen Hauptgebäude aus Stein, einem Turm zur Gartenseite hin sowie zwei Flügeln, die zum See Roxen hin ausgerichtet waren. Das Gebäude wurde aus lokalem Stein errichtet, der mit Kalkmörtel verbunden wurde. Im Inneren wurden repräsentative Gemächer eingerichtet, und in einem der Flügel befand sich eine Kapelle mit Altar, Orgel, Empore und Uhrturm. Dort wurden Gottesdienste für die Anwohner der Umgebung abgehalten. Das gesamte Anwesen war von einem weitläufigen Park mit zum See hin abfallenden Terrassen umgeben.

Ein Brand und über zwei Jahrhunderte als Ruine

Am 12. Mai 1789 schlug ein Blitz in das Schloss ein und löste einen gewaltigen Brand aus. Das tobende Feuer zerstörte den Hauptbau, die Dächer sowie die Einrichtung. Nach dieser Tragödie wurden lediglich der Flügel mit der Kapelle und die Wirtschaftsgebäude wieder aufgebaut, während der Hauptteil als Ruine zurückgelassen wurde. Im Jahr 1810 wurde die ehemalige Kapelle zur Pfarrkirche. In den folgenden Jahrzehnten verfielen die Mauern zunehmend, und die im 20. Jahrhundert durchgeführten Arbeiten beschränkten sich auf die grundlegende Sicherung der am stärksten gefährdeten Teile.

Das Schloss früher und heute. Quelle: Dagmar Eriksén, Public domain, via Wikimedia Commons und Felix Gerlach

Erhaltung statt Wiederaufbau

Im Jahr 2012 schrieben die Eigentümer des Anwesens einen Wettbewerb für die Umgestaltung und Präsentation der Ruinen aus. Den Zuschlag erhielt das Architekturbüro Wikerstål Arkitekter, das nach dem Zusammenschluss mit Tengbom das Projekt in den Jahren 2014–2022 zur Umsetzung brachte. Das Gebäude erhielt einen neuen Dachstuhl aus Holz, das aus den zum Anwesen gehörenden Wäldern stammt; die Mauerkränze wurden mit Blech verkleidet, die Fenster mit Verbundglas versehen und die Eingänge mit Eichenholztüren ausgestattet. Die eingestürzte Mittelwand wurde durch ein neues Balkenwerk ersetzt, das auf mit Holz verkleideten Stahlpfosten ruht.

Das Schloss Stjärnorp heute

In den Ruinen entstanden zudem neue Treppen und Stege aus Holz, wetterbeständigem Stahl und Messinggeländern. Außerdem wurden eine elliptische Wendeltreppe im Turm und eine freitragende Treppe im großen Saal errichtet. Die durchgeführten Arbeiten haben den Verfall des Denkmals aufgehalten und es ermöglicht, es den Besuchern zugänglich zu machen, ohne die verlorene Residenz aus dem 17. Jahrhundert buchstäblich nachzubilden. Die neuen Elemente heben sich deutlich von den historischen ab und können bei Bedarf entfernt werden, ohne die jahrhundertealten Mauern zu beschädigen.

Entwurf: Tengbom
Standort: Linköping, Schweden
Fotos: Felix Gerlach

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