bunkry zamienili w dom

Sie haben ehemalige Bunker in ein Haus umgebaut. Das Gebäude liegt an der Ostsee

An der lettischen Ostseeküste wurde ein ungewöhnliches Projekt realisiert, bei dem ehemalige sowjetische Bunker zu einer Sommerdatscha für eine Mehrgenerationen-Familie umgebaut wurden. Dieses kühne Konzept wurde vom Architekturbüro OAD – Open Architecture Design umgesetzt, das die bestehenden Betonbauten nutzte, um eine neue Anlage mit einer beeindruckenden Fläche von 780 m² zu schaffen.

Ehemalige Bunker neu belebt

Die zukünftigen Eigentümer der Immobilie entdeckten inmitten der Küstendünen vier mit Gras bewachsene und ziemlich stark verfallene Bunker. Nach dem Erwerb des Grundstücks gelang es ihnen, diese mit Hilfe des Rigaer Architekturbüros OAD in ein Hauptferienhaus und zwei Gästehäuser umzuwandeln. Die Lage direkt an der Ostsee, wo starke Nordwinde die Landschaft prägen und alte Kiefern verformen, hatte einen wesentlichen Einfluss auf das gewählte Konzept. Das Projekt sollte einer dreigenerationenübergreifenden Familie Wohnkomfort bieten und gleichzeitig die sehr empfindliche und malerische Küstenlandschaft respektieren.

„In unserem Projekt wollten wir uns mit der Rolle des Schutzraums befassen, die er in der hiesigen Natur spielt“, sagt die Gründerin von OAD und leitende Architektin, Zane Tetere-Sulce. „Die ruhige, unerschütterliche Haltung der lokalen Gemeinschaft wurde zum Hauptthema des Konzepts, das die Überreste der Vergangenheit mit den sich ständig weiterentwickelnden Bedürfnissen unserer Zeit verbindet und eine zeitgenössische Interpretation der lokalen, nicht einfachen Geschichte zeigt.“

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Ein Haus, das die lokale Tradition achtet

Der Hauptbaukörper wird durch ein markantes Satteldach definiert, das den lokalen Bauvorschriften und der Folklore entspricht und gleichzeitig durch die Verwendung von Faserzementplatten eine zeitgemäße Interpretation erhält. Das Material knüpft an die Ästhetik der lokalen Architektur aus der Sowjetzeit an. Damals wurden die Häuser mit Eternit oder Wellblech gedeckt. Eine Herausforderung für die Planer war die Anbringung des massiven Daches über der vollständig verglasten Fassade. Zu diesem Zweck wurde eine individuelle Stahlkonstruktion entwickelt, die sowohl eine tragende als auch eine visuelle Funktion erfüllt. Der Eingang zum Gebäude befindet sich unterhalb des Hauptgeschosses, das auf der Höhe des ersten Stockwerks angesiedelt ist. Diese Anordnung ermöglichte es, den Wohnbereich über die Horizontlinie des Meeres zu heben und spektakulär schöne Ausblicke zu erzielen.

Bunker verwandelt in ein modernes Haus

Der Baukörper des Hauses wurde über zwei Fundamenten ehemaliger Bunker errichtet und bildet so eine Art Brücke. Diese interessante Lösung ermöglichte es, die Nutzfläche bei minimalem Eingriff in das Gelände zu vergrößern. Die Gästehäuser, inspiriert von der ursprünglichen Form der Bunker, haben ihre kompakten Formen und begrünten Dächer beibehalten. Die Begrünung fördert die lokale Fauna und integriert die neue Bebauung noch stärker in die natürliche Landschaft. Das Verhältnis zwischen dem erhöhten und dem in den Boden eingelassenen Teil ist das wichtigste und charakteristischste Element des gesamten Konzepts des Küstenkomplexes.

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Asketische Innenräume und die Beziehung zur Landschaft

Die Innenräume sind in einer zurückhaltenden Ästhetik gehalten, wobei der Schwerpunkt auf der Rohheit der Materialien und der Einfachheit der Details liegt. Hier kommen Holz, Beton und ausdrucksstarke Texturen zum Einsatz, die die ungewöhnliche Lage des Projekts – direkt am Ostseestrand – unterstreichen. Die Anordnung des Gebäudes fördert den täglichen Lebensrhythmus. Der Wohnbereich wird von den morgendlichen Sonnenstrahlen erhellt, während das Schlafzimmer der Eigentümer bei Sonnenuntergang bernsteinfarbene Töne annimmt. Die verglaste Fassade lässt den Kontakt zur Natur geradezu greifbar werden.

„Eines unserer Hauptziele bei der Gestaltung dieses Rückzugsortes am Meer war es, seinen Einfluss auf die Landschaft zu minimieren. Es ist ein Haus, das seine Umgebung nicht dominiert, sondern sich so unauffällig wie möglich in sie einfügt“, fasst die Architektin Zane Tetere-Sulce zusammen.

Entwurf: OAD – Open Architecture Design
Projektname: SAR
Standort: Saraiki, Lettland
Baujahr: 2024
Gesamtfläche: 780 m²
Chefarchitektin: Zane Tetere-Sulce
Fotos: Alvis Rozenbergs

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