Sie haben ein Landhaus aus dem 19. Jahrhundert in eine Zufluchtsstätte verwandelt. Das Gebäude befindet sich in Tschechien

Das Architekturbüro Plus One Architects hat ein Landhaus aus dem 19. Jahrhundert in der tschechischen Region Vysočina umgebaut. Die Modernisierung konzentrierte sich auf das Obergeschoss des Gebäudes. Den Architekten standen ganze 144 m² Fläche zur Verfügung, um diese als Ferienhaus außerhalb der Stadt für die Familie und die Gäste der Eigentümer zu gestalten. Trotz erheblicher Veränderungen wurde die historische Struktur mit der Steinmauer zur Straßenseite und dem hölzernen Scheunentor beibehalten.

Ein Landhaus aus dem 19. Jahrhundert

Das Haus steht am Rande des Grundstücks, umgeben von einer sanft hügeligen, bewaldeten Landschaft. Von der Einfahrtseite her wird es von einer Steinmauer geschützt, hinter der sich die Wirtschaftsgebäude und der Wohnbereich des Anwesens erstrecken. Das Gebäude aus dem Jahr 1820 ging 1993 in den Besitz der heutigen Eigentümer über. In den folgenden Jahren führten sie schrittweise Arbeiten an den Fassaden durch, um die ursprüngliche Schönheit des Landguts wieder zum Vorschein zu bringen. Der Arbeits- und Finanzaufwand war so groß, dass das Paar erst vor einigen Jahren das Erdgeschoss des Hauses renovierte. Dieses Ereignis ebnete den Weg für weitere Renovierungsarbeiten im Dachgeschoss. Die neue Gestaltung dieses Bereichs berücksichtigt den Stil des Erdgeschosses, ist jedoch keine wörtliche Fortsetzung davon. Sie beschränkt sich auf einige ähnliche Materialien wie massives Fichtenholz und eine freigelegte Steinwand.

Dunkelheit als gestalterisches Mittel

Im privaten Bereich des Dachgeschosses setzten die Designer von Plus One Architects eine Palette dunkler Farbtöne ein, was für tschechische Landhäuser eher untypisch ist. Sie kombinierten diese mit rauen Texturen, um ruhige, gedämpfte Innenräume zu schaffen. In Verbindung mit einer geschickt gestalteten Beleuchtung gelang es, visuelle Reize zu reduzieren, was der Erholung zuträglich ist. Die Architekten nutzten die Dunkelheit als aktives Mittel, um die Komposition des umgebauten Dachgeschosses zu gestalten. Die dunklen Räume und Nischen vermitteln ein Gefühl angenehmer Intimität und Abgeschiedenheit von der Außenwelt.

Umbau eines alten Hauses

Der Umbau des Dachgeschosses des historischen Hauses betraf vor allem den abgenutzten Dachstuhl. Dadurch konnte die Nutzfläche vergrößert und mehr Räume geschaffen werden. Zudem wurde der Fußboden angehoben, um die Höhen im gesamten Grundriss auszugleichen, und es wurde eine neue Treppe gebaut, die beide Stockwerke verbindet. „Die Veränderungen im Dachgeschoss ermöglichten es uns, neue Fenster in die bestehenden Öffnungen in der Steinmauer einzubauen und Licht tief ins Innere zu leiten. Es fällt auf indirektere Weise ein, was die ruhige Atmosphäre hier noch verstärkt“, erklärt die Architektin Kateřina Průchová. Die Fenster, die teilweise gegenüber dem Fußboden zurückgesetzt sind, lassen von innen nur die oberen Teile der Rahmen erkennen. Sie wurden durch Fensterläden ergänzt, die eine Regulierung der Privatsphäre und des Kontakts zur Umgebung ermöglichen.

Neue Funktionen nach der Renovierung

Der Innenraum wurde in zwei Bereiche mit unterschiedlicher Atmosphäre unterteilt. Der private Bereich umfasst das Schlafzimmer und den Kleiderschrank, die in dunklen Farbtönen gehalten sind. Die Gästezimmer hingegen wurden in einem helleren, zurückhaltenderen Stil gestaltet, der an den Standard guter Hotels anknüpft. Dazwischen befindet sich ein zentraler Bereich mit einer Bar, einem Ort für Gespräche und bei Bedarf einem Arbeitsplatz. In der Nähe der Treppe befinden sich das Badezimmer und die Toilette. Im Sommer sorgt eine Klimaanlage für Komfort, im Winter helfen Heizkörper, hervorragende Dämmung und eine Schiebetür an der Treppe.

Das Landhaus und seine Materialien

Das vorherrschende Material, das an vielen Stellen des Hauses zu sehen ist, ist schwarzer Granit. Er findet sich unter anderem im Badezimmer und als Bar-Arbeitsplatte, die fließend in die Arbeitsfläche unter dem Dach übergeht. Die freigelegte Steinwand ist ein weiterer markanter Akzent im Innenraum. Beachtenswert sind auch Details wie die Schiebetüren, die an die unregelmäßige Linie der Mauer angepasst sind. Im Herzen des Hauses steht eine Stahlsäule mit einem speziell angefertigten, drehbaren Halter für den Fernseher. Die besondere Atmosphäre des Dachgeschosses wird durch indirekte Beleuchtung wie Lampen, reflektiertes Licht und integrierte LED-Streifen mit einstellbarer Helligkeit mitgestaltet.

dom na wsi

Eine neue Etappe im Leben des historischen Anwesens

Von nicht unerheblicher Bedeutung bei der Planung war die Kenntnis der Eigentümer über das Haus, die es ermöglichte, den Umfang der Arbeiten und die Art ihrer Umsetzung genau zu definieren. „Die Eigentümer wussten von Anfang an, dass sie sich mit der Renovierung nicht beeilen wollten. Für sie zählten durchdachtes Handeln und hohe Qualität, auch wenn dies etwas mehr Zeit erforderte“, betont die Architektin Petra Ciencialová. Die Umsetzung vieler Elemente wurde lokalen Handwerkern anvertraut, was einer schrittweisen und bewussten Umgestaltung des Gebäudes förderlich war. Das Ergebnis dieser Arbeiten ist keine radikale Verwandlung, sondern eine weitere Etappe in der langen, über 200-jährigen Geschichte des Hauses.

Entwurf: Plus One Architects
Realisierung: 2023–2025
Fotos: Radek Šrettr Úlehla

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