Sie haben ihr Haus aus den 90er Jahren umgebaut. So sieht es nach der Verwandlung aus

Die Architektur dieses Hauses wurde nicht durch das Material, sondern durch die Proportionen bestimmt. Durch den bewussten Umgang mit der Größe der Öffnungen, den vertikalen Unterteilungen und der Komposition der Fassade gelang es, das Potenzial des bestehenden Baukörpers, das jahrelang verborgen geblieben war, zur Geltung zu bringen und ihm eine völlig neue Identität zu verleihen, ohne die grundlegende Geometrie zu verändern. Es hat sich gezeigt, dass in einem gewöhnlichen Haus aus den 90er Jahren großes Potenzial steckt!

Der Umbau des Hauses in der Nähe von Krakau ist ein Beispiel dafür, wie zeitgenössische Architektur nicht durch Abriss, sondern durch Neuinterpretation entstehen kann. Das Projekt von Eklekt Atelier beweist, dass selbst ein Gebäude mit einer traditionellen Dachform, wie sie für Einfamilienhäuser der 90er Jahre typisch ist, durch eine bewusste Gestaltung der Proportionen und der Beziehungen zwischen Licht, Material und Detail einen eleganten, zeitlosen Charakter erhalten kann.

Neue Architektur ohne Veränderung des Baukörpers

Die größte Herausforderung bestand darin, die Wahrnehmung des Hauses vollständig neu zu definieren, ohne in seine Geometrie einzugreifen. Die Architekten konzentrierten sich auf die Gestaltung der Fassade und ersetzten die zufällige Anordnung kleiner Fenster durch große vertikale Verglasungen. Dieser Eingriff hat den Baukörper schlanker wirken lassen, die Belichtung der Innenräume verbessert und dem Ganzen einen einheitlichen, zeitgemäßen Ausdruck verliehen. Naturholz, tiefes Graphit und Weiß dienen hier nicht als Dekoration – sie sind Mittel, um die Proportionen zu ordnen und die Logik der Komposition zu unterstreichen.

Ein Haus, das an seinem Ort bleibt

Das Projekt entstand für eine Familie, die stark mit dem Standort verbunden ist. Anstatt ein neues Gebäude zu errichten, beschlossen die Bauherren, das Potenzial des bestehenden Bauwerks zu nutzen. Die Umgebung wird von privaten Gärten und altem Baumbestand geprägt, weshalb die Architekten die Fassade bewusst dem Kontext unterordneten – die zurückhaltende Materialpalette lässt das Gebäude harmonisch mit dem Grün koexistieren, anstatt mit ihm zu konkurrieren.

So sah das Haus VOR dem Umbau aus:

Raumaufteilung

Parallel zum Umbau der Fassade wurde die funktionale Aufteilung neu geordnet. Die Innenräume wurden zum Garten hin geöffnet, die Wegeführung und die Lichtverhältnisse in den Räumen verbessert und der Eingangsbereich neu gestaltet, damit sich das Haus im Alltag übersichtlicher nutzen lässt. Es handelt sich hierbei nicht um einen Umbau, der auf auffällige Extras setzt – seine Stärke liegt in der konsequenten Strukturierung der Räume, wodurch das Gesamtbild einen zeitgemäßen, klaren Charakter erhält.

Ein Projekt, das in Würde altert

Inspiration war die Idee der Transformation bestehender Architektur an sich. Die Architekten wollten zeigen, dass die größte Veränderung nicht so sehr durch die neue Form entsteht, sondern vielmehr durch die Art und Weise, wie sie wahrgenommen wird. Das wertvollste Element – der Baukörper des Hauses – wurde erhalten und als Ausgangspunkt für die Schaffung einer neuen Komposition genutzt. Die Beschränkung der Materialien auf Holz, Graphit und Weiß sorgt für Zeitlosigkeit, und der bewusste Umgang mit Proportionen sorgt dafür, dass das Haus auch in vielen Jahren noch zeitgemäß aussehen wird.

Es ist ein Projekt, bei dem es um Proportionen geht. So etwas findet man bei Umbauten selten, da es nicht auf auffälligen Materialien, sondern auf einer präzisen Komposition basiert. Ein guter Architekt entwirft nicht immer von Grund auf neu – manchmal besteht seine größte Fähigkeit darin, Potenzial dort zu erkennen, wo andere nur ein Gebäude sehen, das abgerissen werden muss.

Entwurf: EKLEKT ATELIER

Team: Przemysław Cepielik, Małgorzata Krupa, Bartłomiej Przęczek

Fotos: Anna Gruszkowska

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