Bei Investitionsprojekten darf Ästhetik nicht losgelöst von der Funktionalität betrachtet werden. „Soft Balance“, ein Projekt von Jola Kozakiewicz aus dem Studio JoKo Wnętrza, ist ein Beispiel für einen Raum, der zwar für die Vermietung konzipiert wurde, aber dennoch nicht auf Qualität, einen subtilen Charakter und einen bewussten Umgang mit Materialien verzichtet. Eine Wohnung in Danzig, die nicht nur gut aussehen, sondern vor allem wie ein durchdachtes Produkt funktionieren soll – attraktiv, komfortabel und für den langjährigen Gebrauch bereit.
Ausgangspunkt war eine auf dem Mietmarkt wohlbekannte Situation. Die Kundin kaufte eine 55 m² große Wohnung mit der Absicht, sie an ein breites Publikum zu vermieten. Da es kein klar definiertes Mieterprofil gab, musste das Projekt einen Mittelweg zwischen Universalität und attraktivem Erscheinungsbild finden. Eine zusätzliche Herausforderung stellte der Grundriss des Bauträgers dar, der nicht genügend Stauraum bot. Der Eingangsbereich mit einem kleinen Schrank, der begrenzte Platz im Schlafzimmer und der Mangel an Platz für Haushaltsgeräte erforderten Maßnahmen.
Der Entwurfsprozess begann mit einem Perspektivwechsel. Jola Kozakiewicz betont, dass sie keine „schöne Wohnung“ entworfen habe, sondern eine Wohnung, die vermietet werden soll. Im Vordergrund standen die Logik der Raumaufteilung, die Ergonomie und die maximale Nutzung jedes Quadratmeters. Die Ästhetik sollte ein Mittel zum Zweck sein und kein Selbstzweck. Das Ergebnis ist ein aufgeräumter, durchdachter Raum ohne Zufälligkeiten.
Die wichtigste gestalterische Entscheidung war die Verlegung der Schlafzimmertür an die Wand, an der ursprünglich der Fernseher vorgesehen war. Dieser Schritt veränderte die Funktionalität der Wohnung grundlegend. Im Flur fanden nun ein vollwertiger Kleiderschrank sowie ein zusätzlicher Hauswirtschaftsschrank Platz, in dem Staubsauger, Mopp, Eimer und Reinigungsmittel untergebracht werden können. Im Schlafzimmer entstanden weitere Schränke, deren Einbau zuvor nicht möglich war. In der Küche wurde mehr Platz für Geschirr geschaffen, und im Badezimmer ermöglichte die Versetzung der Toilettenschüssel eine bessere Raumnutzung und eine übersichtlichere Anordnung.
Die Ästhetik des Interieurs basiert auf sanftem Minimalismus mit subtilen Anklängen an den Japandi-Stil. Eine gedämpfte Farbpalette, natürliche Materialien und weiche Formen schaffen eine ruhige Atmosphäre, die dennoch nicht an Ausdruckskraft mangelt. Das Grün der Küchenmöbel in Kombination mit Holz sorgt für Frische und Gemütlichkeit und bewahrt gleichzeitig die für Mietobjekte unverzichtbare Vielseitigkeit.

Im Wohnbereich ist der Tisch Argo der Marke Paged das zentrale Element. Seine runde Tischplatte mit einem Durchmesser von 110 cm eignet sich ideal für kompakte Räume, und die Möglichkeit, ihn auf 155 cm auszuziehen, ermöglicht es, Gäste bequem zu empfangen. Die charakteristischen, bogenförmig geschwungenen Beine und die natürliche Eichenholzoberfläche unterstreichen den zeitlosen Charakter des Möbelstücks. Daneben steht das Regal Paroo, dessen durchbrochene Form den Raum strukturiert, ohne ihn optisch zu überladen. Die abgerundeten Regalböden und die mit Tip-on-Verschluss versehenen geschlossenen Module zeugen von Liebe zum Detail. Im Wohnbereich steht das Sofa Piu mit Schlaffunktion, das dank seiner fast unsichtbaren Füße optisch leicht wirkt und den Raum zusätzlich optisch vergrößert.
Dank des durchdachten Entwurfs konnte die Kundin kostspielige Umbauten vermeiden und verlor keine Quadratmeter an ineffiziente Lösungen. Die Wohnung gewann an Attraktivität auf dem Mietmarkt, was sich in einer schnelleren Mietersuche und geringeren finanziellen Verlusten niederschlägt. Dies ist ein Beispiel dafür, wie ein gutes Design konkret zum Vorteil des Eigentümers wirken kann.
„Soft Balance“ ist ein Interieur, das Ästhetik mit Funktionalität verbindet. Es bietet umfassende Stauraummöglichkeiten, ist vielseitig, aber nicht anonym, und vor allem entspricht es den tatsächlichen Bedürfnissen der Mieter. Es ist ein Raum, der nicht nur gut aussieht, sondern vor allem Geld einbringt. Denn eine schöne Wohnung beeindruckt für ein paar Minuten, eine funktionale Wohnung hingegen macht sich über Jahre hinweg bezahlt.
Entwurf: JoKo Wnętrza
Fotos: Adam Trynka
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