Die von Jooca Studio entworfene Wohnung in der Nähe von Bukarest ist ein Beispiel für bewusstes Design, bei dem die Ästhetik auf einer sorgfältigen Analyse der täglichen Gewohnheiten und realen Vorlieben der Bewohner basiert. Die Architekten begannen ihre Arbeit mit den Vorgaben der Eigentümer, die sich einen Raum im Stil des monochromen Minimalismus wünschten. Neutrale Farben, eine begrenzte Materialpalette und das Fehlen auffälliger Akzente sollten einen aufgeräumten, ruhigen Ort zum Leben schaffen. Erst der direkte Kontakt mit der bisherigen Umgebung der Investoren zeigte, dass ihre tatsächlichen Vorlieben viel komplexer sind. Farbenfrohe Bilder, gewagte Kleidungsstücke und kleine, ausdrucksstarke Gegenstände deuteten auf die Notwendigkeit eines Interieurs hin, das die Persönlichkeit nicht unterdrückt, sondern unterstreicht.
Jooca Studio entschied sich für eine beige-graue Farbpalette, die Ruhe vermittelt und eine flexible Gestaltung der Atmosphäre ermöglicht. Ein Hintergrund mit diesen Eigenschaften dient als stabiler Bezugspunkt und ermöglicht es, farbliche Akzente zu setzen, ohne dass es zu visueller Unruhe kommt. Dies ist ein durchdachter Schachzug, der es ermöglicht, ein Gleichgewicht zwischen Zurückhaltung und Ausdrucksstärke zu wahren.
In der Küche wurden Lampen in zartem Violett angebracht, die die gedämpfte Farbgebung auflockern und dem Raum Leichtigkeit verleihen. Das zentrale Element dieses Bereichs ist eine mit Messing verkleidete Insel, die Eleganz und einen subtilen Glanz verleiht. Im Essbereich wurden blaue Stühle verwendet, die einen deutlichen, aber kontrollierten Kontrast zum neutralen Hintergrund bilden.
Wohnbereich
Im Wohnzimmer spielt der Cassina-Sessel eine Schlüsselrolle und verleiht dem Interieur einen Hauch von Raffinesse. Dazu passt ein mehrfarbiger Teppich, der die Komposition zusammenhält und ihr einen künstlerischeren Charakter verleiht. An den Wänden befinden sich polnische Spiegeldekorationen von Zieta, die das Licht reflektieren und den Raum mit einer sanften Dynamik bereichern. Sorgfältig ausgewählte Objekte und unterschiedliche Texturen schaffen eine Atmosphäre, die trotz der prägnanten Akzente einheitlich bleibt.

In den Schlafzimmern und Privaträumen wurde die gleiche Designlogik fortgesetzt. Die neutrale Basis wurde durch Elemente ergänzt, die den täglichen Bedürfnissen der Bewohner entsprechen und ihre Vorlieben unterstreichen. Jeder Raum erhielt einen eigenen farblichen oder materiellen Akzent, wodurch das Ganze harmonisch, aber nicht einheitlich wirkt.
Ästhetik für die Bewohner
Das wichtigste Ergebnis des Projekts war eine Veränderung in der Wahrnehmung der eigenen Vorlieben durch die Eigentümer. Sie verstanden, dass ihr ursprüngliches Streben nach monochromatischem Minimalismus durch Hotelinterieurs inspiriert war – elegant, aber ohne individuellen Charakter. Im Laufe der Zusammenarbeit entdeckten sie, dass ihre wahre Ästhetik vielfältiger und energiegeladener ist. Die Wohnung wurde zu einem Raum, der nicht nur funktionale Aufgaben erfüllt, sondern auch ihre Persönlichkeit widerspiegelt.
Das Projekt „The Hidden Gem” zeigt, dass ein gut gestaltetes Interieur nicht darin besteht, sich strikt an einen Stil zu halten, sondern darin, den Raum geschickt an die tatsächlichen Bedürfnisse und Emotionen seiner Nutzer anzupassen. Farbe, Textur und Details können mit einer neutralen Basis koexistieren und so eine Umgebung schaffen, die inspiriert und ein Gefühl der vollständigen Übereinstimmung mit dem täglichen Leben vermittelt.
Entwurf: Jooca Studio
Fotos: Ana-Maria Vasile
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