In vielen Häusern ist die Küche ein Ort der Begegnung, aber in diesem Projekt in der Nähe von Posen ist sie zu viel mehr geworden. Der Investor – ein passionierter Koch und ehemaliger Küchenchef in einem Berliner Restaurant – träumte von einem Raum, der ihm nicht nur das freie Kochen ermöglicht, sondern auch den Charakter des gesamten Hauses prägt. Die Architekten des Büros PL.architekci nahmen diesen Wunsch wörtlich und verwandelten den bestehenden Grundriss in ein Projekt, in dem die Küche zum eigentlichen Zentrum des häuslichen Lebens wird.
Die ursprüngliche Raumaufteilung war für eine solche Vision nicht förderlich. Die Küche war als Durchgangszimmer geplant, das sich auf der Achse zwischen Eingang und Wohnzimmer befand und einen klassischen, geschlossenen Grundriss hatte. Für jemanden, der das Kochen als kreative Leidenschaft betrachtet und gleichzeitig minimalistische Harmonie schätzt, war diese Lösung eindeutig unzureichend. Das Umbauprojekt begann daher mit einem radikalen Schritt: der Verlegung der Küche in den Wohnbereich. An der Stelle der ehemaligen Küche entstand ein Esszimmer, und die neue Kücheninsel erhielt einen Raum, der es ihr ermöglicht, als Mittelpunkt des Hauses zu fungieren.
Die Architekten wussten von Anfang an, dass die Insel aus Edelstahl gefertigt sein sollte – einem Material, das für professionelle Gastronomieküchen charakteristisch ist. Gleichzeitig war es ihnen wichtig, nicht die für Restaurantküchen typische Kühle zu schaffen. Die Lösung fand sich in einem Klassiker des italienischen Designs: der Küche Poliform PHOENIX. Ihre gebürsteten Fronten reflektieren subtil das Licht und die Umgebung und erzeugen zarte Reflexe, die der Einrichtung Leichtigkeit verleihen. Der hohe Teil der Küche verbirgt eine zusätzliche Arbeitsplatte und einen professionellen Konvektionsofen. All dies ist hinter Schiebetüren versteckt, sodass die Geräte nur dann zum Vorschein kommen, wenn sie gebraucht werden, und im Alltag im Schatten der minimalistischen Komposition bleiben.

Das Wohnzimmer ist zu einem idealen Ort zum Entspannen geworden. In seiner Mitte steht eine Ikone des polnischen Designs, der Tisch FUKU von Salak Studio. Von diesem Raum aus gelangt man leicht auf die Terrasse, die im Frühjahr ihr grünes Gesicht zeigen wird.
Das Haus wurde in CLT-Technologie gebaut, weshalb sich die Architekten entschieden haben, die Holzdecken teilweise freizulegen. Die Aufteilung der Lamellen und die Farbgebung des Holzes wurden auf die Wandverkleidungen und Möbel übertragen, wodurch eine einheitliche Materialsprache entsteht. Das Interieur ist keine Ansammlung zufälliger Entscheidungen – alle Linien der Einbauten und abgehängten Decken verlaufen auf einer Höhe, die sich aus der Höhe der Fenster ergibt. Dadurch gewinnt der Raum an Klarheit und visueller Ordnung.

Der Bodenbelag im gesamten Erdgeschoss, einschließlich der Terrassen, besteht aus vor Ort gegossenem und geschliffenem Beton mit Terrazzo-Effekt. Obwohl dieses Material mit Kälte assoziiert werden könnte, gewinnt es hier durch die Kombination mit einer Palette von Beigetönen, tiefen Rottönen, Brauntönen und natürlichen Strukturen an Weichheit. Das Interieur ist minimalistisch, aber nicht asketisch. Es ist ein Raum, der präzises Design mit heimeliger Wärme verbindet und den perfekten Hintergrund für das Familienleben und die kulinarischen Experimente des Hausherrn bildet.
Die Umsetzung von PL.architekci zeigt, dass die Küche nicht nur ein funktionaler Arbeitsplatz sein kann, sondern auch der Mittelpunkt des täglichen Lebens.
Architektur und Innenarchitektur: PL.architekci
Team: Bartłomiej Bajon, Katarzyna Cynka-Bajon, Agnieszka Jurenko
Fotos: TomKurek
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