Die Zusammenarbeit von Laurids Gallée mit COLLECTIONAL führte zu einer Reihe von Objekten, die sich nur schwer in eine Schublade stecken lassen. Cairn war nicht einfach eine Kollektion von Lampen oder Accessoires oder eine Reihe von Dekorationen – es war eine Geschichte über Licht, Materie und wie das eine das andere transformieren kann. Gallée, der für seine Vorliebe für Experimente und nicht offensichtliche Formen bekannt ist, behandelte hier Licht als Material und das hochplastische Polymer als Vorwand für ein Spiel mit der Wahrnehmung.
Die Kollektion bestand unter anderem aus Lichtskulpturen, die von der Tradition des Aufschichtens von Steinen zu Steinhaufen inspiriert waren – diese symbolischen Haufen, die aus alten Kulturen bekannt sind, wurden zum Ausgangspunkt für die Schaffung von Objekten, die die Vorgeschichte in das 21. Gallée übersetzte ihre archetypische Form in die Sprache des zeitgenössischen Designs: Vertikale, organische Volumen kombinierten glatte, polierte Oberflächen mit durchscheinenden Harzschichten, die bei Lichteinfall subtile Verzerrungen und schimmernde Tonübergänge erzeugten. Im Vorbeigehen veränderte sich die Komposition wie ein Kaleidoskop – mal mehr statisch, mal fast fließend.

Diese Variabilität war das Herzstück der Cairn-Sammlung. Gallée arbeitet seit Jahren an der Schnittstelle von Handwerk und Experiment. Sein Atelier in Rotterdam ist bekannt für seine handgeschnitzten Holz- und Harzobjekte, die traditionelle Techniken mit modernen Herstellungsverfahren kombinieren. Seine Arbeit entsteht aus Neugier – dieselbe Neugier, die ihn von der Anthropologie zur Design Academy Eindhoven und zur Zusammenarbeit mit Marken wie Dolce & Gabbana und Gucci geführt hat. Dieser Weg ist bei Cairn offensichtlich: von seiner Faszination für Folklore über seine Liebe zum Material bis hin zu seiner Kühnheit, Formen zu schaffen, die Skulptur und Nutzen in Einklang bringen.

Die Objekte der Sammlung haben keine auferlegte Funktion. Vielmehr waren sie eine Einladung – zum Schauen, zum Umhergehen, zum Entdecken, wie Licht den Charakter eines Körpers verändern kann. Jedes Stück hatte etwas von einem Ritual an sich: eine Wiederholung der Form, eine Konzentration auf Details, ein Sinn für Proportionen. Gleichzeitig handelte es sich um zeitgenössische Werke, die sich ihrer Materialität und ihrer Wirkung auf die Sinne bewusst waren.

Die Kollektion wurde erstmals in Rotterdam während der Design-Biennale im Groot Handelsgebouw gezeigt. Die Ausstellung lief vom 19. Februar bis zum 2. März 2024 und bot die Gelegenheit, diese leuchtenden Skulpturen in voller Größe und Dynamik zu sehen. Cairn lebt jedoch in erster Linie außerhalb des Kontexts der Veranstaltung – als eine Reihe von Objekten, die einen Raum nicht so sehr beleuchten, sondern ihn neu definieren.
Der 1988 geborene und in Rotterdam lebende Laurids Gallée schafft einzigartige Objekte, bei denen der materielle Ausdruck und die künstlerische Erzählung Vorrang vor der reinen Funktionalität haben. Sein kreativer Prozess zeichnet sich durch einen Sinn für Verspieltheit und den Mut aus, unerwartete Formen zu erforschen und Materialien zu manipulieren. Nach einem kurzen Studium der Anthropologie machte er 2015 seinen Abschluss an der Design Academy Eindhoven und sammelte anschließend Erfahrungen als Handwerker in der Kunst- und Designproduktion, bevor er 2017 sein eigenes Studio in Rotterdam gründete. Gallée verbindet in seinen Arbeiten traditionelle und folkloristische Elemente mit moderner Materialität und fortschrittlichen Produktionstechniken; das Studio konzentriert sich auf Holz und Harz, und jedes Stück wird sorgfältig geschnitzt. Seine Arbeiten wurden bereits in renommierten Galerien und Institutionen sowie auf internationalen Designmessen ausgestellt.
quelle: lauridsgallee.de, thecollectional.de
fotos: Studio Laurids Gallée
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