Sizilien in Warschau. So sieht das neue Restaurant „Ballarò“ aus

In der Śniadeckich-Straße 18 in Warschau wurde das Restaurant Ballarò eröffnet – ein Eigenprojekt von Dagmara und Giacomo Carreca, das von den Architekten von Public Studio entworfen wurde. Der Name des Lokals bezieht sich auf einen der bekanntesten Märkte Palermos, einen Ort pulsierenden Alltagslebens, der für Giacomo bei der Entwicklung des Konzepts zu einem natürlichen Bezugspunkt wurde. Das „Ballarò“ definiert sich selbst als „fire-driven, wine-focused and fine Bistrot“ – ein Ort, an dem Küche, Wein und Atmosphäre im Gleichgewicht stehen und das Erlebnis zwar bis ins Detail durchdacht ist, gleichzeitig aber eine ungezwungene Atmosphäre herrscht. Denn das „Ballarò“ wurde zum Vergnügen geschaffen.

Im Ballarò ist das Feuer ein Mittel, das die Atmosphäre prägt. Es ermöglicht es, Tiefe und Kontraste zu schaffen, und wird so zu einem der Elemente, die den Geschmack bestimmen. Ebenso ist der Wein – der vor allem aus Südeuropa stammt – hier ein integraler Bestandteil des Erlebnisses, stets verbunden mit dem Charakter der Gerichte und der Identität des Ortes. „Fine Bistrot“ steht hier für die Spannung zwischen Präzision und Ungezwungenheit: Die Küche ist durchdacht, doch die Atmosphäre bleibt natürlich und zugänglich.

Das Projekt entstand aus Einschränkungen

Für die Innenraumgestaltung ist Public Studio verantwortlich, geleitet von Mikołaj Wojciechowski, Maciej Granecki und Maciej Kuratczyk. Die Architekten fanden Räumlichkeiten vor, die zuvor als Restaurant genutzt wurden, jedoch mit einem gravierenden funktionalen Problem zu kämpfen hatten – dem Fehlen eines separaten Spülraums. Aus technischen Gründen musste dieser im relativ kleinen Hauptsaal untergebracht werden. Die Designer nutzten diese Einschränkung als Anstoß, um eines der markantesten Elemente des Ballarò zu schaffen.

Eine der Wände des Spülraums wurde mit dem Eingang zum zweiten Saal verbunden, wodurch ein Portal aus geschweißtem Stahl entstand. Dieses markante Element strukturiert die funktionale Anordnung und führt die Gäste symbolisch in den intimeren Teil des Restaurants. Das Stahlportal wurde zum kompositorischen Mittelpunkt des Innenraums – streng, aber präzise in die Logik des Raums eingebettet.

Offene Küche

Direkt neben der Spülküche befinden sich die offene Küche und die Bar – ein Ort, an dem die Gäste Giacomo Carrec bei der Arbeit zusehen und die Atmosphäre eines italienischen Zuhauses genießen können. Im Mittelpunkt dieses Bereichs steht eine individuell entworfene Leuchte, die in Zusammenarbeit mit dem Studio Vivid Colors entstanden ist. Sie dient sowohl als Beleuchtung als auch als Gläserhalter und ist damit eines der markantesten Details des Ballarò.

Gegenüber der Bar zieht ein monumentales Weinregal aus Stahl die Blicke auf sich. Seine massive Form strukturiert den Raum und unterstreicht die Bedeutung des Weins im Konzept des Restaurants.

Der gemütliche Bereich

Der zweite Saal im Obergeschoss hat einen intimeren Charakter. Die Architekten haben diesen durch eine große Holzverkleidung unterstrichen, die dem Innenraum Wärme verleiht und gleichzeitig den Eingang zur Toilette diskret verbirgt. Hier befinden sich auch an den Wänden befestigte Tische – sie lassen sich leicht abmontieren, wenn Platz für größere Treffen oder Veranstaltungen benötigt wird.

In diesem Bereich spielen Montageelemente aus poliertem Blech eine besondere Rolle. Sie reflektieren das Licht individuell gestalteter Wandleuchten, erzeugen ein subtiles Spiel von Reflexen an den Wänden und verstärken den intimen Charakter des Raums.

Der Charakter des Public Studio

Das gesamte Interieur wird durch den für Public Studio charakteristischen, „scharf“ aufgetragenen Putz zusammengehalten. Seine markante Struktur verleiht dem Raum eine gewisse Rauheit und Authentizität, während der warme, beigefarbene Ton diesen Effekt ausgleicht und eine freundliche Atmosphäre schafft. Alle individuell entworfenen Einrichtungselemente – von den Leuchten bis hin zu den Stahldetails – wurden vom Atelier Rear Subject gefertigt, das eng mit den Architekten zusammenarbeitet.

Ballarò ist ein Beispiel für einen Ort, an dem funktionale Einschränkungen zum Ausgangspunkt für die Schaffung einer ausdrucksstarken Innenarchitektur wurden. Rohmaterialien, eigens entworfene Einrichtungselemente und die offene Verbindung zwischen Küche und Gästen schaffen eine Atmosphäre, die an die sizilianische Tradition anknüpft – durch Authentizität und die Nähe zum Alltag.

Entwurf: Public Studio

Fotos: Maja Bułkowska

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