wiz. Atchain

Sky Canyon in Shenzhen – Yidan Center von Zaha Hadid

Eine himmelhohe Schlucht aus Beton und Glas ist der Wolkenkratzer Yidan Center, der kürzlich seine Zielhöhe erreicht hat. Das neue Projekt von Zaha Hadid Architects wird in der boomenden Stadt Shenzhen gebaut. Die parametrische Überlaufform soll auf die nahe gelegenen Schluchten verweisen, und das Gebäude wird Teil eines neuen Kulturzentrums in Chinas drittgrößter Stadt sein. Hinter dieser beeindruckenden Investition steht der chinesische Milliardär Charles Chen Yidan, eine Schlüsselfigur des globalen Technologieriesen Tencent.

Philanthropischer Riese

Das 199 m hohe, schmelzende Gebäude wird in erster Linie der Hauptsitz der Chen Yidan Foundation sein, die sich für vielfältige Bildung und Entwicklung einsetzt. Seit 2016 zeichnet die Stiftung die klügsten Köpfe aus und schafft eine Lerngemeinschaft, die sich auf die Verbesserung der Bildungsstandards konzentriert. Interessanterweise ist Charles Yidan der Mitbegründer des Spielegiganten Tencent, dessen Anteil am chinesischen Videospielmarkt zwischen 47 % und 51 % liegt. Tencent besitzt Mehrheitsanteile oder bedeutende Beteiligungen an großen westlichen Studios für Handy- und Computerspiele wie Riot Games und Epic Games.

Das neue Yidan Center wird voraussichtlich auch ein Integrationszentrum für Bewohner aller Altersgruppen umfassen. Die örtliche Gemeinschaft wird die Möglichkeit haben, an Treffen, Ausstellungen und verschiedenen kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen. Es wird erwartet, dass ein solches Ziel eine kohärente Vision für ein Wissenschafts- und Kulturzentrum in Shenzhen schaffen wird, und das nahe gelegene Qianhai-Museum wird das neue Wissenschafts- und Kulturviertel der Stadt vervollständigen.

vis. Atchain

Canyon einer wiedergeborenen Zivilisation

Ebenso durchdacht ist auch die Form des Gebäudes selbst. Der klaffende Turm erinnert einerseits an nahe gelegene Canyons, andererseits erinnern die zackigen, fließenden Formen an eine dichte futuristische Flüssigkeit. Natürlich sind solche dynamischen Formen, die mit Hilfe ausgeklügelter Computerprogramme entwickelt wurden, für die heutigen Architekturstars nichts Neues, aber das Erscheinungsbild des Yidan Centers verblüfft mit den sich teilenden Wänden des Turms. Außerdem trägt die Form des Gebäudes eine wichtige Botschaft. Die Schluchten Südchinas, die seit Jahrtausenden durchquert werden, symbolisieren die lange Geschichte des Reichs der Mitte. Das futuristische Glas und die fließenden Formen sind dagegen eine Demonstration des ständigen technischen Fortschritts in China. Weitere parametrische Entwürfe, darunter die tanzenden Türme von Shenzhen, sind HIER und HIER zu sehen.

Das Innere des „Canyons“ wird von Balkonen gesäumt sein, und die Architekten wollen im Sockel ein großes Oberlicht einbauen. Wo es möglich ist, werden die Terrassen mit üppigem Grün bewachsen sein, das sich in dieser Höhe ähnlich verhält wie in einem echten Canyon in der Provinz Guangdong. Interessanterweise werden die begrünten Abschnitte der Terrassen auch Regenwasser auffangen.

Im Yidan Center geht es nicht nur um ein ungewöhnliches Erscheinungsbild, sondern auch um fortschrittliche technische Lösungen. Eine dichte Anordnung von Lamellen zur Regulierung des Lichteinfalls wird die Betriebskosten senken und für die gewünschte Beleuchtung sorgen. Die Doppelverglasung der Fassade wiederum verbessert die Wärmedämmung, und das VAV-System (Variable Air Volume) regelt die Raumtemperatur durch Variation der zugeführten Luftmenge. Erwähnenswert ist auch, dass das Projekt eine umfangreiche Fotovoltaikanlage umfasst.

Das so ausgestattete Gebäude wird voraussichtlich die höchsten chinesischen und weltweiten Standards wie LEED Gold erfüllen. Shenzhen wird ein neues wissenschaftliches und kulturelles Viertel erhalten, und das Gebäude wird eine Fläche von 165.815 Quadratmetern einnehmen. Die futuristischen Formen von Zaha Hadid Architects spiegeln perfekt die dynamische Entwicklung von Shenzhen wider, das 1980 rund 59.000 Einwohner hatte. Heute übersteigt diese Zahl 13,5 Millionen Einwohner.

Foto und Visualisierung Quelle: Zaha Hadid Architects

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