Sol Marina. Eine Wohnung in Danzig, entworfen vom Architekturbüro Magma

Ein ideales Zweitwohnsitz? Diese Wohnung mit Meerblick zeigt, dass ein Wohnbereich gleichzeitig funktional, gewagt und völlig kompromisslos sein kann. Die Wohnung in Danzig wurde von den Architektinnen des Büros Magma entworfen. Es ist ein Interieur, das sich allen Klischees entzieht und sich zu einem Raum mit ausgeprägtem Charakter und starker Identität entwickelt.

Die Vorgabe war einfach: einen Ort zu schaffen, an den man selbst vom anderen Ende des Landes aus gerne zurückkehrt. Die Wohnung sollte eine Abkehr vom Alltag sein, weshalb von Anfang an auf sichere Beigetöne und vorhersehbare skandinavische Zurückhaltung verzichtet wurde. Auch auf offensichtliche Küstenmotive wurde nicht zurückgegriffen. Stattdessen setzte man auf eine intensive Farbgebung, die dem Blick auf den Yachthafen und die Bebauung von Sol Marina auf der Insel Sobieszewska in nichts nachsteht.

Den Hintergrund für diese gewagte Farbpalette bildet der Bodenbelag, das einzige zurückhaltende Element des Interieurs. Die Kollektion Palladiana von Ceramica Bardelli, inspiriert von der römischen Technik des Verlegens unregelmäßiger Steinfragmente, bringt Eleganz und visuelle Wärme ins Spiel. Sie bildet eine stabile Basis, die die Komposition ordnet und den stärkeren Akzenten Raum gibt.

Im Sommer verlagert sich das Leben der Wohnung auf den großzügigen Balkon, der nahtlos mit dem Wohnbereich verbunden ist. Außerhalb der Saison wird das Wohnzimmer zum funktionalen Mittelpunkt – geräumig, offen und einladend zur totalen Entspannung. Sein Blickfang ist eine Grafik von Martyna Kaźmierczak, die speziell für dieses Projekt entworfen wurde. Dieses einzelne Element verleiht dem Interieur einen individuellen Charakter und unterstreicht seine Einzigartigkeit.

Die Aufteilung der Wohnung wurde so geplant, dass die Fläche optimal genutzt und der Eindruck von Geräumigkeit verstärkt wird. Das Schlafzimmer kann dank der Doppeltüren als Teil des offenen Wohnbereichs oder als privater Rückzugsort dienen. Im Mittelpunkt steht das maßgefertigte Bett. Morgen mit Blick auf das glitzernde Wasser und den Yachthafen werden hier zum Alltag.

Das Schlafzimmer zeichnet sich durch die warme Farbgebung der Decke und die satten Eichenfurniere aus. Eine der Wände besteht aus sandgestrahltem Glas, das das dunklere Badezimmer dezent beleuchtet und dabei die Privatsphäre vollständig wahrt. Im gesamten Apartment wiederholt sich das Motiv der abgerundeten Formen (an Wänden, Möbeln und Details) und sorgt so für Weichheit und Einheitlichkeit.

Das Badezimmer setzt diese Ästhetik fort. Die Aufmerksamkeit zieht das Waschbecken der italienischen Manufaktur AXA auf sich sowie die skulpturale Einbauweise, die die technischen Elemente, darunter die Waschmaschine, verbirgt. Dies ist ein Beispiel dafür, wie Funktionalität mit raffinierter Formgebung verbunden werden kann.

Das Ganze wurde so gestaltet, dass der Raum optisch vergrößert wird. Dazu tragen die furnierten Oberflächen bei, die mal als Verkleidung, mal als versteckte Stauräume dienen. Dadurch wurden schwere Möbel vermieden und die visuelle Leichtigkeit bewahrt. Auch die Küche weicht von klassischen Lösungen ab – sie ähnelt eher einem avantgardistischen Objekt als einer traditionellen Einbauküche.

Die Wohnung in Danzig dient als Zweitwohnsitz, bietet aber gleichzeitig noch mehr: ein Design-Erlebnis, in dem Ästhetik und Emotionen gleichberechtigt nebeneinander bestehen. Es ist ein Ort, an den man nicht nur zur Erholung, sondern auch zur Inspiration zurückkehrt.

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Über das Studio:

Magma ist ein Studio unter der Leitung von Magdalena Bielicka und Maria Zrzelska-Pawlak, Absolventinnen der Fakultät für Innenarchitektur und Design der Akademie der Bildenden Künste in Danzig. Bevor sie ihre gemeinsame Tätigkeit aufnahmen, sammelten sie Erfahrungen im Ausland, arbeiteten in renommierten Planungsbüros und entwickelten sowohl ihre konzeptionellen als auch ihre technischen Fähigkeiten weiter. Maria war nach ihrem Studium an der FH Mainz an Ausstellungsprojekten im Atelier Brueckner in Stuttgart beteiligt, darunter der Pavillon für die Expo 2008 in Saragossa und der Afrika-Pavillon für die Expo 2010 in Shanghai. Anschließend arbeitete sie fast anderthalb Jahre lang im Büro von Massimiliano Fuksas. Magdalena kam 2008 zu OFIS Arhitekti in Ljubljana, wo sie Projekte für öffentliche Gebäude, Wohnbauten und Innenräume realisierte – vom Hotelkomplex auf den Malediven über ein Studentenwohnheim in Paris bis hin zu einem Büro- und Dienstleistungshochhaus in Teheran. Heute entwerfen sie als Magma Innenräume, Möbel und Architektur sowie grafische Identitäten, Ausstellungs- und Modedesigns. Zu ihrem Portfolio gehört unter anderem das Logo des Emigrationsmuseums in Gdynia.

Entwurf: Pracownia Magma

Fotos: Hanna Połczyńska – Kroniki

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