mieszkanie na Pradze

Sparsamkeit voller Ausdruck. So wurde eine 75-Quadratmeter-Wohnung im Stadtteil Praga eingerichtet

Im Warschauer Stadtteil Praga ist eine 75 Quadratmeter große Wohnung entstanden, die sich einer einfachen Klassifizierung entzieht. Das Projekt ist das Ergebnis der Zusammenarbeit des Eigentümers mit dem Studio Mistovia, das versucht hat, minimalistische Strenge mit einer besonderen Ästhetik in Einklang zu bringen. Der Eigentümer, ein Mann in den Sechzigern, war auf der Suche nach einem Raum, der gleichzeitig eine funktionale Basis und ein Ort der Entspannung nach zahlreichen Reisen sein sollte.

Das neue funktionale Layout

Die Wohnung wurde im Ausbauzustand erworben. Ursprünglich war die Innenaufteilung auf kleine, geschlossene Räume ausgerichtet. Die Priorität des Investors bestand darin, hier einen offenen und großzügigen Wohnbereich zu schaffen, weshalb die meisten Wände entfernt wurden. Das einzige Element, das erhalten blieb, war der Stahlbetonpfeiler, der eine tragende Funktion hatte. Das Element wurde entputzt und durch eine durchbrochene Glaswand ergänzt, an deren Oberfläche ein Gemälde von Zbigniew Olszyna angebracht wurde. Auch die Betondecken und Teile der Wände wurden offen gelassen. Die Fußböden hingegen wurden mit Mikrozement bedeckt, wodurch eine kohärente, rohe Basis für die übrige Einrichtung geschaffen wurde. Die Entfernung des Putzes war zeitaufwendig und erforderte entsprechende technische Einrichtungen, aber das Ergebnis der Arbeiten erfüllte die Erwartungen des Planers voll und ganz.

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Eine Wohnung in Praga und durchdachte Nebeneinanderstellungen

Ursprünglich herrschte bei diesem Projekt eine begrenzte Farb- und Materialpalette vor, die sich auf Grautöne und Beton konzentrierte. Im Laufe der Arbeiten erhielt der Raum jedoch immer intensivere Farbakzente und unterschiedliche Texturen. Dazu trugen die Gespräche zwischen dem Kunden und dem Designer und die direkte Besichtigung der Materialien bei. Harte Oberflächen wurden mit weichen Möbelformen und edlen Verkleidungen wie dem Schachbrettfurnier und den strukturierten, grünen Mutina-Fliesen mit feinem Muster kontrastiert. Auch die Elektroinstallationen wurden sorgfältig ausgewählt. In der gesamten Wohnung wurden mindestens fünf Schaltertypen verwendet, die auf die Wand- und Möbeloberflächen abgestimmt sind.

Eine Rückkehr in die Vergangenheit

Ein Element der Integration zwischen den verschiedenen Bereichen der Wohnung ist die Präsenz von Details im Vintage-Stil. In der Küche steht die Insel aus Stahl und natürlichem Quarzit im Mittelpunkt, die von ovalen gelben Beinen getragen wird, die von den Entwürfen Eero Saarinens inspiriert sind. Darüber hängt eine grüne Kristalllampe, die von der Tochter des Eigentümers angefertigt wurde. Jeder der Esszimmerstühle hat eine andere Abstammung und Geschichte. Ein kastanienbrauner Pantone Chair, entworfen von Verner Panton, steht neben einem verchromten Hocker und einem deutschen Modell Mikado 1800 aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Ergänzt wird die Gegenüberstellung durch zeitgenössische Accessoires wie Couchtische von NG Design oder ein Aluminium-Möbelstück von Six Dots Design.

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Gleichgewicht zwischen Privatsphäre und Offenheit

Die funktionelle Aufteilung der Wohnung bietet viel Flexibilität. Die Küche wurde zum Wohn- und Essbereich hin geöffnet, und der Flur führt zu einem zusätzlichen Badezimmer. Hinter dem Stahlbetonpfeiler ist Platz für ein Bücherregal und die persönlichen Gegenstände des Eigentümers. In diesem Bereich wurde auch eine Sitzecke eingerichtet und Platz für einen zukünftigen Sessel vorgesehen. Das Schlafzimmer, das durch einen Türbogen mit dem Hauptbad verbunden ist, ist in gedeckten Farben gehalten und kommt ohne strenge Betonwände aus. Das schlichte Interieur wird durch eine von Vico Magistretti entworfene Artemide-Lampe und ein Grafikdesign von Przemek Bizon ergänzt. Die getäfelten Türen führen in den formal komplexesten Raum – das Hauptbad. Hier treffen verschiedene Farben und Texturen aufeinander: terrakottafarbene Rosso-Francia-Fliesen, blaue onyxähnliche Verkleidungen, Nussbaumfurnier und ein Waschbecken aus Beton, das mit rosa Mosaik verkleidet ist. Abgerundet wird das Ganze durch einen von Patricia Urquiola entworfenen Hängeschrank aus kariertem Furnier.

Eine Wohnung im Stadtteil Praga, offen für Veränderungen

Das Projekt sieht die Möglichkeit künftiger Umgestaltungen vor. Der Raum kann aufgeteilt und an die wechselnden Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden. Wie der Designer betont, war das Ziel, ein Interieur zu schaffen, das alltägliche Funktionalität mit individuellem ästhetischem Ausdruck verbindet.

Projekt: Mistovia

Fotos: Atelier ONI

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