Studzienno27 entstand an einem Ort, der die gestalterische Freiheit eher einschränkt als fördert. Das Grundstück am Rande des Nationalparks Stołowe-Gebirge, das größtenteils von Wald und Heideflächen bedeckt ist, erforderte präzise Entscheidungen: Wo darf gebaut werden, wie sollen die Gebäude angeordnet werden und wie viel Raum soll der Natur überlassen bleiben? Das Ergebnis sind vier Holzhäuser zur Vermietung, die nicht versuchen, die Landschaft zu beherrschen, sondern sich ihrer bestehenden Struktur anpassen.
Für das Konzept der Gebäude ist Kuba Woźniczka von Kameleonlab verantwortlich. Bereits in der Phase der ersten Analysen wurde festgelegt, dass Eingriffe in das Gelände auf ein Minimum beschränkt werden sollten. Ein Großteil des Grundstücks bleibt unberührt; es handelt sich um Wald- und Heideflächen, auf denen die Bauherrin eine Bebauung ausgeschlossen hat. In der Praxis bedeutete dies, „zwischen“ der bestehenden Vegetation zu entwerfen, anstatt diese zu ordnen.
Die Häuser wurden schräg zueinander angeordnet, was sich aus der Notwendigkeit ergab, mehrere Anforderungen gleichzeitig zu erfüllen: Tageslicht, Wahrung der Privatsphäre und freie Aussicht auf den Wald. Anstelle einer axialen, geordneten Anordnung entstand eine eher verstreute Komposition, die der natürlichen Geländestruktur näherkommt.

Die Wahl der CLT-Technologie war eine logische Konsequenz dieser Vorgaben. Holz beschleunigte den Bauprozess, minimierte den Lärm im Natura-2000-Gebiet und führte gleichzeitig ein Material ein, das sowohl optisch als auch funktional mit der Umgebung harmoniert. Die Fassaden wurden mit schwarzen Brettern verkleidet, ergänzt durch Akzente in Gelb-, Bordeaux- und Dunkelgrüntönen. Die Pultdächer ermöglichten es, vom repetitiven Schema der „modernen Scheune“ abzuweichen, und die Form der Gebäude wurde den Proportionen des Geländes und der Beziehung zur umgebenden Vegetation untergeordnet.
Innenräume mit individuellem Charakter
Für die Innenarchitektur ist Madde Studio verantwortlich. Die vier Häuser haben denselben funktionalen Grundriss, unterscheiden sich jedoch in der Art und Weise, wie mit Farbe, Material und Details gearbeitet wird. Am deutlichsten wird dies in den Küchen, die in jedem Haus eine andere Atmosphäre schaffen: von eher gedämpften bis hin zu kräftigeren, kontrastreichen Kombinationen.
Die Basis der Innenräume bilden Bauholz und Sperrholz, kombiniert mit Mikrozement, Keramik und Metall. Die Materialien wurden so ausgewählt, dass sie gut altern und nicht häufig ausgetauscht werden müssen. Bei der Gestaltung der Innenräume griffen die Designerinnen nicht auf kurzlebige Trends zurück, sondern setzten auf einfache Lösungen und langlebige Kombinationen.

Ein wesentlicher Bestandteil des Prozesses war die Ausstattung. Ein großer Teil der Möbel und Accessoires stammt aus dem Secondhand-Bereich: von Auktionen, Trödelmärkten und privaten Sammlungen. Die Designerinnen stellten die Innenausstattung schrittweise zusammen und reagierten dabei auf das, was sie tatsächlich finden konnten. Dieser Ansatz zeigt sich in den Details: einzelne Stühle unterschiedlicher Herkunft, Lampen aus den 70er Jahren oder kleine Einrichtungsgegenstände, die keinen einheitlichen „Stil“ bilden, sondern einen natürlicheren, weniger gestylten Raum schaffen.
Gleichzeitig wurden viele Entscheidungen bereits in der Bauphase getroffen, ohne vollständige Visualisierungen. Dies erforderte ein größeres Vertrauen zwischen der Bauherrin und den Designerinnen, ermöglichte es jedoch, den Effekt eines „abgeschlossenen“ Interieurs in der Entwurfsphase zu vermeiden. Stattdessen entstand ein Raum, der das Ergebnis eines Prozesses und aufeinanderfolgender Entscheidungen ist und nicht eines einzigen, im Voraus festgelegten Szenarios.

Architektur als Rahmen
Studzienno27 versucht nicht, die Landschaft zu dominieren oder zu ordnen. Die Begrenzungen des Grundstücks, also das Vorhandensein von Wald, Heide und der natürlichen Geländebeschaffenheit, sind hier zu einem Vorteil geworden. Ein Pluspunkt des Ortes ist der große Teil des Geländes, der in seinem ursprünglichen Zustand belassen wurde. Die vier Häuser sind nur Punkte geworden, um die herum die Natur weiterhin präsent ist.
Studzienno27 ist ein Projekt, in dem die Architektur die Rolle eines Rahmens spielt: Sie setzt Grenzen, übernimmt aber nicht die Kontrolle über das Wesentliche – die Beziehung zur Umgebung und zur Natur.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website: https://studzienno27.com.
Architektur: Kameleonlab
Innenarchitektur: Madde Studio
Team: Maja Górowska, Karolina Koryniowska und Kamila Potocka
Innenaufnahmen: Maciej Stacherski (whiteMAD)
Außenfotos: Maja Bułkowska
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