Die Terrasse verwandelt sich in ein Wohnzimmer, der Garten in ein Esszimmer, und der Pool weicht immer häufiger einem hauseigenen Spa – die Gestaltung der Außenbereiche in Premium-Residenzen durchläuft derzeit einen echten Wandel. Die Architektin Anna Lorenz, Mitinhaberin des Krakauer Büros MOKAA, zeigt, wie man ein Haus als ein einheitliches, zusammenhängendes Erlebnis gestalten kann, bei dem sich Innen- und Außenbereich ständig miteinander vermischen.
Der Garten als zweiter Wohnbereich
Bei den ganzheitlichen Projekten von MOKAA werden Architektur, Innenräume und Grünflächen parallel als ein einziger Prozess entworfen. Das verändert die Denkweise über das Haus. Ausgangspunkt ist nicht mehr der Grundriss des Erdgeschosses, sondern das Grundstück: seine Beschaffenheit, die Ausblicke und die Himmelsrichtungen. Dadurch ist der Raum rund um das Haus nicht mehr nur ein Anhang, sondern wird Teil der Architektur – mit überdachten Terrassen, einer Beleuchtung, die abendliche Stimmung schafft, und Bereichen, die sich früher auf einen Tisch und Stühle beschränkten. Heute schaffen sie ein umfassendes Erlebnis des Kontakts mit der Natur.
„Wir legen Wert auf überdachte Bereiche, damit Regen deren Nutzung nicht beeinträchtigt. Früher stellte man draußen nur einen Tisch und Stühle auf, heute sind es vollwertige Bereiche mit einer Außenküche und einem Wohnzimmer mit Sitzmöbeln. Von großer Bedeutung ist auch die Beleuchtung, die eine angenehme Nutzung dieser Orte ermöglicht und für abendliche Stimmung sorgt“, sagt Architektin Anna Lorenz.
Aussicht statt Fernseher
Im Forrest View House sind die Panoramafenster direkt auf den Michałowicki-Wald ausgerichtet – vom Erdgeschoss aus wirkt die Landschaft wie ein gerahmtes Bild, das sich im Laufe der Jahreszeiten verändert. Ein ähnlicher Ansatz wurde in der Inside Out Villa verfolgt, wo sich die Terrasse am Hauptschlafzimmer über die gesamte Höhe der Verglasungen hin öffnet und eine Treppe auf das Dach mit Blick auf den Kościuszko-Hügel führt. Im „City Break House“ verbinden Schiebeverglasungen die Küche mit der Terrasse und verschmelzen im Sommer Innenraum und Garten zu einem einzigen Raum.
Forrest View House:
„Uns war ein fließender Übergang zwischen den Räumen wichtig, um keine Sackgassen zu schaffen – Verglasungen und Terrassen sind eine natürliche Fortsetzung der Bewegungsabläufe. Selbst wenn die Treppe auf das Dach führt, gestalten wir sie so, dass sie bequem ist, ein schönes Geländer hat und die Stufen gut proportioniert sind. Große Verglasungen sind nichts, wovor man sich fürchten muss – die thermischen Eigenschaften sind heute so gut, dass der Unterschied zu einer Wand praktisch nicht spürbar ist“, fügt Architektin Anna Lorenz hinzu.
Pool, Spa und Küche unter freiem Himmel
In der Inside Out Villa wurde der Pool so entworfen, dass seine Wasseroberfläche optisch unter das Gebäude „hineinzufließen“ scheint. Dies ist ein kompositorisches Element, das äußerst effektvoll ist, sich aber auch nahtlos in das Gesamtkonzept einfügt, in dem sich Innenräume und Umgebung gegenseitig durchdringen. Daneben befinden sich ein Entspannungsbereich, ein Ort für gemeinsame Mahlzeiten sowie ein gemütlicher Barbereich – das Reich des Gastgebers.
„Das Bewusstsein der Bauherren vor der Umsetzung ist heute entscheidend – sie wissen, womit sie es zu tun haben, wenn sie sich unter den polnischen Bedingungen für einen Pool entscheiden. Man muss die Heizkosten berücksichtigen oder sich damit abfinden, dass nach dem Ablassen des Wassers ein leeres Becken zurückbleibt. Immer mehr Menschen sehen darin ein gewisses Problem, weshalb Schwimmbecken zunehmend durch Whirlpools und Außen-Spa-Bereiche ersetzt werden“, bemerkt Architektin Anna Lorenz.
Inside Out Villa:
Im City Break House wurden die Verglasungen und die Terrasse so ausgerichtet, dass das Licht dann ins Innere fällt, wenn es gebraucht wird. Nicht in der schärfsten Mittagssonne. Das ist ein häufiger Fehler: Bauherren richten große Verglasungen direkt nach Süden aus, in der Hoffnung auf viel Licht, und haben dann im Sommer mitten am Tag mit einem Lichtüberschuss zu kämpfen. Im „Forrest View House“ übernimmt hingegen das hauseigene Spa – mit Whirlpool und Salzgrotte, von denen aus man direkt auf die Terrasse gelangt – die Rolle der Entspannung.
Richtung: Natur
Immer häufiger verlagern sich bei den Entwürfen von MOKAA das Kochen und Essen fast vollständig nach draußen – die Außenküche und der Essbereich werden zum Pendant eines Wohnzimmers mit Küchenzeile, nur unter freiem Himmel. Auch die Herangehensweise an die Begrünung ändert sich: Das Architekturbüro verzichtet auf nicht heimische Arten zugunsten einheimischer Pflanzen, die auf den Charakter des Grundstücks – ob Wald, Vorstadt oder Stadt – abgestimmt sind. Die maximale Nutzung selbst kleiner Grundstücke, Alleen, Wege sowie der Anbauflächen für Obst und Gemüse sorgt dafür, dass der Kontakt zur Natur zu einem integralen Bestandteil des Alltags wird und nicht nur eine Ergänzung dazu ist.
Gebäude, Innenraum und Garten sind nicht mehr separate Phasen des Entwurfs. Sie werden zu einer einzigen Erfahrung, die vom ersten Entwurf bis zum letzten Detail mit derselben Sorgfalt gestaltet wird. Ein Ansatz, bei dem der Luxus, sich in einem perfekt auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenen Raum aufzuhalten, nicht an der Haustür endet, sondern sich auch im Außenbereich fortsetzt.
Entwürfe: MOKAA
Fotos: Inside Out Villa – Tom Kurek, Forrest View House – Dominika Wilk, City Break House – Maja Bułkowska Fotografia
Quelle: Pressematerialien
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City Break House:




