Am nördlichen Rand des norwegischen Fjords in der Stadt Ålesund entstand ein Objekt, das laut Plan eher einem Teil des Geländes ähneln soll als einem klassischen Wohngebäude. Das Projekt 16-06 House wurde auf einem mit Bäumen bewachsenen Grundstück realisiert, das sanft zum Wasser hin ansteigt. Das Haus in Norwegen wurde vom Büro OFFICE INAINN von Maksymilian Sawicki in Zusammenarbeit mit Kinga Małycha entworfen. Die Architektur des Gebäudes dominiert nicht die Landschaft, sondern folgt ihr und nutzt die natürliche Neigung, den Schutz durch die Vegetation und die malerische Nähe zum Fjord.
Die Landschaft als Ausgangspunkt
Das fast quadratische Grundstück bot eine seltene Kombination aus Privatsphäre, Windschutz und direktem Kontakt zum Wasser. Anstatt in die Geländestruktur einzugreifen, nahmen die Designer das natürliche Relief als Grundlage für das gesamte Konzept. Im Ergebnis nimmt das Haus die Form einer Kaskade aus Betonblöcken an, die sich mit dem Gefälle des Geländes allmählich absenken. Diese Lösung beeinflusst das Aussehen des Objekts und das tägliche Leben der Bewohner, indem sie die Beziehungen zwischen dem Innenraum und der Umgebung ordnet.
Haus in Norwegen – Grundriss
Eine wichtige Entscheidung im Entwurf war es, das Haus als eine Reihe autonomer Wohnmodule zu planen, von denen sich jedes auf einer etwas anderen Ebene befindet. Auf diese Weise entsteht eine deutliche Abstufung der Räume. Die unteren Bereiche bleiben nah am Boden und der Vegetation und bieten intimere, geschützte Innenräume. Die höher gelegenen Bereiche hingegen öffnen sich zu weiten Ausblicken auf den Fjord. Das Ganze ist von einer massiven Stahlbetonschale mit einer Fläche von etwa 200 m² umgeben.
Der Weg statt der Form
Das Haus wurde als eine Abfolge aufeinanderfolgender Räume konzipiert und nicht als homogenes Objekt, das von einem Punkt aus betrachtet werden kann. Von der Straße aus führt ein Abstieg zu einem halboffenen Innenhof, der durch einen L-förmigen Grundriss geformt wird. Dieser Bereich fungiert als Filter zwischen dem öffentlichen Raum und dem Privatleben der Bewohner. Weiterhin öffnet sich das Innere allmählich zum Fjord hin. Die Bewegung erfolgt entsprechend der Neigung des Geländes, von eher geschlossenen, in den Boden eingelassenen Räumen zu denen, die sich mit großzügigen Verglasungen nach oben erstrecken. Licht, Ausblicke und Bewegungsrichtungen wurden hier präzise durch die Architektur gelenkt.

Das Haus in Norwegen und seine Geometrie
Die einfache Geometrie dient als Instrument zur Regulierung des Lichteinfalls, des Grades der Abschirmung und der Exposition gegenüber der Umgebung. Horizontale Fensterstreifen betonen die stufenartige Anordnung des Baukörpers, und die Verschiebungen der einzelnen Volumen schaffen tiefe Arkaden, die Schutz vor Witterungseinflüssen bieten und die Eingangsszene betonen.
Beton als Fundament der Beständigkeit
Die Konstruktion des Hauses besteht aus monolithischem Stahlbeton mit vorgespannten Elementen, der aufgrund seiner strukturellen Klarheit und seiner Widerstandsfähigkeit gegen die anspruchsvollen Bedingungen des Küstenklimas ausgewählt wurde. Diese Bauweise ermöglichte große, offene Innenräume und fließende Übergänge zwischen den Bereichen. Die Betonhülle garantiert die Langlebigkeit des Gebäudes bei geringem Wartungsaufwand, was auch den Grundsätzen des verantwortungsvollen Designs entspricht.
OFFICEINAINN
Das Architekturbüro OFFICE INAINN versteht Architektur als einen Prozess, der aus dem Dialog mit der Umgebung entsteht. Die Projekte des Büros entstehen als Antwort auf die konkreten Beziehungen zwischen Landschaft, Kultur und dem Alltag der Nutzer. Die Inspiration durch den skandinavischen Ansatz von Einfachheit, Funktionalität und Nachhaltigkeit spiegelt sich in Projekten wider, die darauf abzielen, die Auswirkungen auf die Umwelt zu reduzieren und gleichzeitig dauerhafte und harmonische Lebensräume zu schaffen.
Projektname: 16-06 HOUSE
Studio: OFFICEINAINN
Architekten: Maksymilian Sawicki, Kinga Małycha
Fotos: Maksymilian Sawicki
Standort: Ålesund, Norwegen
Fläche: 200 m²
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