Die Villa Färingsö ist das schwedische Wohnhaus einer Künstlerin und Botanikerin, das vom Architekturbüro Strombro Building Workshop entworfen wurde. Die 210 m² große Residenz wurde an einem sanften Hang inmitten von jahrhundertealten Eichen, Obstgärten und weitläufigen Weiden errichtet. Die Architekten haben in ihrem Entwurf die leicht steile Hanglage genutzt, wodurch sich das Gebäude auf natürliche Weise in die Umgebung einfügt.
Villa Färingsö inmitten der schwedischen Natur
Die schwedische Landschaft bildete den Hintergrund für das Projekt von Daniel Fagerberg und Julia Rybakolnikova. Das sanft nach Westen abfallende Grundstück erforderte eine besonders sorgfältige Herangehensweise, weshalb anstelle eines einzigen Baukörpers vier separate Segmente mit charakteristischen Bogendächern entstanden. Diese Anordnung ermöglichte es, die auf dem Grundstück vorhandenen Beete und Bäume zu erhalten, wodurch der Bau einer hohen Stützmauer und eines in den Boden eingelassenen Stockwerks entfiel. Inspiration für diese sehr ungewöhnlichen Dächer war eine von Ralph Erskine entworfene Villa, die sich wenige Kilometer entfernt befindet. Die Bauherrin wünschte sich, in einem Gebäude zu wohnen, das mit genau solchen Bögen überdacht ist.
Das Haus einer Botanikerin und Künstlerin
Die Initiatorin des gesamten Vorhabens war die Mutter des Architekten Daniel Fagerberg, eine Botanikerin und Künstlerin, die sich seit Jahren mit der Dokumentation von Pflanzen und der Welt der Insekten beschäftigt. Ursprünglich sollten die Fassaden ihres Hauses mit weißem Putz versehen werden, der als Hintergrund für lebendige Pflanzenkompositionen dienen sollte. Im Laufe der Planungsarbeiten entschied man sich jedoch für eine Holzverkleidung, die eine reichhaltigere Struktur bietet und besser zur beträchtlichen Fläche des Hauses passt. Auch in den Innenräumen kommt viel Holz zum Einsatz, das mit hellen Wänden kombiniert wird – alles im Sinne einer bestmöglichen Harmonie mit der Natur. Auch die Einrichtung passt zu dieser idyllischen Atmosphäre. Die Räume sind mit rustikalen Accessoires und Möbeln ausgestattet, ergänzt durch Anspielungen auf die große Leidenschaft der Bewohnerin, nämlich natürlich die Botanik.

Innenräume voller Licht und gerahmter Ausblicke
Die einzelnen Bereiche der Villa Färingsö sind abwechselnd entlang einer zentralen Achse angeordnet, die vom Wintergarten über die Küche und das Wohnzimmer mit großem Kamin bis hin zum geräumigen Künstleratelier führt. Die gewölbten Dächer im Innenraum gehen in spitz zulaufende Gewölbe über, und die Querwände geben nach und nach den Blick auf weitere Räume frei. Eckverglasungen rahmen ausgewählte Landschaftsausschnitte wunderschön ein und heben einzelne Bäume sowie ferne Ausblicke hervor. Die Architekten haben die Fenster wie Bilderrahmen behandelt. Einen zusätzlichen Effekt erzeugen die runden Oberlichter an den höchsten Stellen der Dächer, die wandernde Lichtstreifen an die Wände werfen.
Die biobasierte Villa Färingsö
Für den Bau des Hauses der Botanikerin wurden Elemente aus gepresstem Stroh, Leimholz, Holzfaserdämmung sowie ein Fundament auf Basis von Schaumglas verwendet. Die meisten Bauteile wurden im Vorfeld mithilfe von CNC-Technologie und Vorfertigung hergestellt, wobei man auf leicht verfügbare Materialien zurückgriff. Der gesamte Prozess wurde durch ein detailliertes BIM-Modell und einen digitalen Zwilling des Gebäudes unterstützt, wodurch die Abfallmenge reduziert, die Organisation der Arbeiten optimiert und die Qualitätskontrolle gewährleistet werden konnten. Das Ergebnis? Ein fast vollständig aus biobasierten Materialien errichtetes Haus, das mit einem angemessenen Budget und viel Liebe zum Detail realisiert wurde.
Entwurf: Strombro Building Workshop
Fläche: 210 m²
Baujahr: 2024
Fotos: Andrea Singer
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