Dom Turysty „Miramar” w Sopocie
Lata 60. Źródło: Archiwum Państwowe w Gdańsku oddział w Gdyni

Vor 10 Jahren wurde das Touristenhaus „Miramar“ in Sopot abgerissen

Das PTTK-Touristenhaus „Miramar“ in Sopot gehörte zweifellos zu den interessantesten Gebäuden der Nachkriegsstadt. Das 1963 eröffnete Gebäude begeisterte durch seine elegante, modernistische Form, die großen Glasflächen und den Blick auf die Danziger Bucht. Viele Jahre lang gab es hier ein Restaurant, eine Bar und ein Café. Nach einer langen Zeit des Verfalls wurde das Gebäude schließlich im Jahr 2016 abgerissen.

Das modernistische Touristenhaus „Miramar“ in Sopot

Das Haus in der Zamkowa Góra-Straße 29 entstand 1963 als Teil eines vom PTTK (Polnischer Touristenverband) entwickelten Tourismuszentrums in der Gegend von Kamienny Potok. Der Entwurf stammte vom Architekten Stanisław Sowiński, für die Konstruktion war Ingenieur Józef Sowiński verantwortlich. Anfangs trug das Gebäude den Namen „Na szlaku“, später wurde es in „Miramar“ umbenannt. Sein niedriger, horizontaler Baukörper wurde an das stark abfallende Gelände angepasst. Um eine ausdrucksstarke und kraftvolle Wirkung zu erzielen, wurden helle Fassaden mit großen Fenstern in dunklen Rahmen kombiniert, wobei das Ganze durch Steinakzente hervorgehoben wurde. In Abhandlungen über die Nachkriegsgastronomie der Dreistadt finden sich Hinweise auf eine kunstvolle Wanddekoration, die die Selbstbedienungsbar schmückte. Von den Innenräumen des „Miramar“ aus bot sich zudem ein wunderschöner Blick auf die Danziger Bucht.

Das angesagte Restaurant und die Tanzlokale in Sopot

Das „Miramar“ war einer der angesagtesten Orte auf der touristischen Landkarte von Sopot. Im Obergeschoss befanden sich ein Restaurant für etwa 100 Personen sowie eine Schnellimbissbar für etwa 60 Personen. Im Erdgeschoss befanden sich hingegen ein Café, die Rezeption, ein Kiosk der „Ruch“-Kette und ein Souvenirladen. Nach erhaltenen Beschreibungen servierte das Haus in der Zeit seiner größten Beliebtheit sogar bis zu 2.500 Mittagessen pro Tag. In den 60er- und 70er-Jahren organisierte das Restaurant zudem Veranstaltungen und Tanzabende. Der Ruhm des Gebäudes hielt mehrere Jahrzehnte an – in dieser Zeit eroberte das „Miramar“ die Herzen der Einwohner der Dreistadt und schrieb sich für immer in deren gastronomische und architektonische Geschichte ein.

Dom Turysty „Miramar” w Sopocie
Das Gebäude früher und das leere Grundstück heute. Quelle: A. Stelmach, Postkarte von RUCH und Google Maps

„Miramar“ in Sopot – der Niedergang

Nach den wirtschaftlichen Umwälzungen der 90er Jahre geriet das Touristenhaus auf der Zamkowa Góra in eine schwierige Lage, ähnlich wie die meisten Einrichtungen dieser Art im Land. 1995 wurde das Gebäude geschlossen und kurz darauf von der Firma Balt-Tour übernommen. Das ehemalige Touristenhaus „Miramar“ diente zunächst als Kantine und später als Lagerhalle. Mit der Zeit wurde es jedoch aufgegeben und verfiel zunehmend. Im Jahr 2001 entstand die Idee, an diesem attraktiven Standort ein Konferenzzentrum mit einem Hotel für rund 430 Gäste zu errichten. Das Projekt wurde letztendlich nicht umgesetzt. Vier Jahre später verkaufte Balt-Tour die Immobilie an die Warschauer Gesellschaft Polonia Bałtyk, die ihre großangelegten Pläne ebenfalls nicht verwirklichte.

Das PTTK-Touristenhaus „Miramar“ wurde abgerissen

In der Zwischenzeit verfiel das verlassene und ungesicherte Gebäude zunehmend, und es kam auch zu Bränden. Schließlich wurde 2011 die Genehmigung für seinen Abriss erteilt. Die folgenden Jahre standen im Zeichen des fortschreitenden Verfalls des modernistischen Pavillons, bis schließlich die Entscheidung über seinen Abriss fiel. Im Jahr 2016 verschwand das Touristenhaus „Miramar“ aus dem Stadtbild von Sopot. Ohne mit der Wimper zu zucken wurde eines der interessantesten Beispiele des Modernismus der Dreistadt aus den 1960er Jahren abgerissen. Heute wachsen an seiner Stelle Gras und Unkraut.

Quelle: trojmiasto.pl, forum.cyfrowemazowsze.pl

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