An der Adresse Świętojerska 9 in Warschau entstehen neue öffentliche Gebäude. Das Konzept des Architekturbüros Projekt Praga umfasst zwei Objekte: den Sitz des Berufungsgerichts und das Gebäude des Sejmik der Woiwodschaft Masowien. Die Gebäude werden das leere Grundstück in der Nähe des Plac Krasińskich füllen und gleichzeitig den bestehenden Justizkomplex von Marek Budzyński ergänzen.
Neue Bebauung am Plac Krasińskich
Am Warschauer Krasiński-Platz sind seit Jahren wichtige staatliche Institutionen ansässig. Von den Vorkriegsgebäuden, die diesen Ort umgaben, ist bis heute nur der Krasiński-Palast erhalten geblieben, obwohl auch dieser stark beschädigt war und fast vollständig wieder aufgebaut werden musste. Nach 1945 wurden die Trümmer der Mietshäuser und anderer Gebäude beseitigt, sodass die Grundstücke für mehrere Jahrzehnte brach lagen. Erst in den Jahren 1996-1999 wurde die unbebaute Fläche durch den Komplex der Justiz bebaut. Die neuen Gebäude des Architekturbüros Projekt Praga entwickeln dieses Konzept von Marek Budzyński und einem Team anderer Architekten weiter. Neben dem charakteristischen Gebäude entstehen zwei deutlich abgegrenzte Objekte, die einen geordneten Komplex bilden. Ihre Lage füllt eine Lücke in der Bebauung und unterstreicht noch stärker die Bedeutung dieses Teils der Hauptstadt als Bereich der öffentlichen Verwaltung.

Świętojerska 9 und die Anordnung der öffentlichen Räume
Das Besondere an dem Konzept für den neuen Gebäudekomplex ist die deutliche Bevorzugung des Fußgängerverkehrs. Zwischen den Gebäuden entsteht eine Reihe von öffentlich zugänglichen städtischen Räumen. Dazu gehören ein Platz, eine Passage, eine Fußgängerzone und ein Arkadenweg, der in das Innere des Viertels führt. Diese Anordnung schafft eine übersichtliche Abfolge von Durchgängen und Ruhezonen. Die Zufahrt für Autos zum Grundstück wird von der Telakowska-Straße aus erfolgen, wodurch der Bereich an der Świętojerska-Straße seinen öffentlichen, offenen Charakter behält. Diese Anordnung ermöglicht es, die bestehende Begrünung zu erhalten und die repräsentative Gestaltung der Straße zu betonen. Gleichzeitig wird sich die Umgebung des Denkmals für die Grenzen des Ghettos verändern, das dadurch besser sichtbar wird.

Die neuen Gebäude des Sejmik der Woiwodschaft Masowien und des Berufungsgerichts
Das Gebäude des Berufungsgerichts wurde klar und übersichtlich gestaltet, um den täglichen Betrieb dieser Institution zu erleichtern. Im Inneren werden sich Gerichtssäle, Räume für die Betreuung von Besuchern sowie Räume für Richter und Verwaltungsangestellte befinden. Das zweite Gebäude ist für die Selbstverwaltungsbehörden der Woiwodschaft Masowien vorgesehen. In seinem Inneren werden ein Sitzungssaal des Sejmik, Konferenz- und Bildungsräume sowie Büros der Behörde entstehen. Das Erdgeschoss wurde als öffentlich zugänglicher Bereich für die Bewohner konzipiert, der direkt mit dem Platz und den Fußgängerwegen verbunden ist, die durch das Gelände des Komplexes führen.

Świętojerska 9 – Charakteristik der Gebäude
Beide Objekte werden einen einheitlichen Stil aufweisen. Ihre Fassaden werden aus vorgefertigten Elementen aus gefärbtem Architekturbeton in einem gedeckten, grünlichen Farbton bestehen. Dieser soll eine Anspielung auf das benachbarte Gebäude des Obersten Gerichtshofs sein. Der regelmäßige Rhythmus der vertikalen Unterteilungen verleiht den Fassaden Eleganz, während verschiedene Oberflächenveredelungen wie Riffelungen, Fragmente mit freiliegendem Zuschlagstoff oder zarte Reliefs für subtile Abwechslung sorgen. Das Projekt berücksichtigt auch umweltfreundliche Lösungen, darunter Regenwassersammelsysteme, begrünte Dächer sowie Anlagen, die geothermische Energie und Photovoltaikmodule nutzen. Die Gesamtnutzfläche des Komplexes wird mehr als 12.000 m² betragen.
Świętojerska 9 aktuell und im Entwurf. Foto: Google Earth und Projekt Praga
In Kürze soll der Vertrag mit dem Auftragnehmer unterzeichnet werden. Das Ausschreibungsverfahren ist bereits abgeschlossen und das Unternehmen mit dem günstigsten Angebot ausgewählt worden. Das Verfahren ist jedoch noch nicht offiziell beendet, da die Teilnehmer der Ausschreibung noch Einspruch einlegen können.
Autor: Projekt Praga
Projektteam Projekt Praga:
Marcin Garbacki, Karolina Tunajek, Patrycja Arasim, Natalia Duczmal, Filip Karlicki, Damian Kasperowicz, Krzysztof Katerla, Katarzyna Krokos, Michał Romański, Joanna Ryżko, Kinga Rzeplińska, Zofia Stachura, Jacek Wochowski
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