garbarnia na Woli
Autor zdjęcia: Bogdan JS/fotopolska.eu

Warschau: Die historische Gerberei im Stadtteil Wola soll verkauft werden

Die historische Gerberei in Wola soll verkauft werden. Die Stadt Warschau hat das über 1,6 Hektar große Grundstück an der Okopowa-Straße 78 zum Verkauf ausgeschrieben. Auf dem Gelände befinden sich die Überreste der ehemaligen Gerberei Temler und Szwede, und in der Nähe sollen Tunnel der U-Bahn-Linie IV entstehen. Sollte das Grundstück einen Käufer finden, würde die Transaktion zu den größten Verkäufen von städtischen Grundstücken in Warschau der letzten Jahre zählen. Der Ausrufpreis beträgt 310 Millionen Zloty.

Gerberei in Wola und attraktives Gelände

Gegenstand des Verkaufs ist ein Grundstück, das seit 2007 nicht mehr genutzt wird. Erhalten geblieben sind das Hauptgebäude der ehemaligen Gerberei, ein Verwaltungsgebäude, Lagerhallen sowie eine Umspannstation. Die Immobilie befindet sich in strategisch günstiger Lage in der Nähe des Rondo Zgrupowania AK „Radosław“ zwischen Wola und Śródmieście. Die Geschichte des Betriebs, dessen Überreste noch immer auf dem Grundstück stehen, reicht bis ins Jahr 1819 zurück. Damals gründete Jan Gottfried Temler hier eine Gerberei. Nach der Verlegung des Betriebs in die Okopowa-Straße gehörte das Unternehmen zu den größten Gerbereien im Königreich Polen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es verstaatlicht und beherbergte später verschiedene staatliche Unternehmen. Der denkmalgeschützte Komplex steht seit vielen Jahren leer und verfällt.

Anforderungen an den zukünftigen Eigentümer

Der Käufer des Grundstücks muss eine Reihe von Denkmalschutzauflagen erfüllen. Das Hauptgebäude der ehemaligen Gerberei steht nämlich im Denkmalregister, während das Verwaltungsgebäude im kommunalen Denkmalverzeichnis aufgeführt ist. Die Ausschreibungsbedingungen verlangen, dass die historischen Objekte innerhalb eines Jahres nach dem Kauf gesichert werden. In den folgenden vier Jahren müssen Renovierungs- und Konservierungsarbeiten gemäß den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde durchgeführt werden. Bei Überschreitung dieser Fristen sind Strafen in Höhe von 1 % des Immobilienpreises für jedes Jahr des Verzugs vorgesehen.

Foto: Mateusz Opasiński, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Investitionsmöglichkeiten und Hindernisse

Der lokale Bebauungsplan lässt in diesem Gebiet Dienstleistungs-, Büro- und Hotelfunktionen zu. Mehrfamilienhäuser dürfen bis zu 40 % der oberirdischen Fläche des Projekts einnehmen, während im südlichen Teil des Grundstücks ein Gebäude mit einer Höhe von bis zu 68 m errichtet werden darf. Der Investor muss zudem die Nähe zur künftigen U-Bahn-Linie IV berücksichtigen, da das Gelände im Einflussbereich der Tunnel liegt. Umweltuntersuchungen haben zudem eine lokale Bodenverunreinigung durch Blei festgestellt. Die Stadt hat Maßnahmen zur Beseitigung der Kontamination angekündigt.

Garbarnia in Wola: umstrittener Verkauf?

Die Immobilie an der Okopowa-Straße ist ein weiteres, in der Erschließung recht schwieriges oder kostspieliges Gelände, das die Stadt veräußert. Die Stadtverwaltung argumentiert, dass die aus der Transaktion erzielten Mittel die Sanierung kommunaler Gebäude, den Bau von Schulen und den Ausbau des Wohnungsbestands finanzieren werden. Es ist jedoch zu beobachten, dass Warschau immer häufiger darauf verzichtet, attraktive Grundstücke selbst zu nutzen. Die Ausschreibung für den Verkauf des Grundstücks an der Okopowa findet am 17. Juni 2026 statt. Die Kaution beträgt 31 Mio. PLN, und das Mindestgebot wurde auf 3,1 Mio. PLN festgesetzt.

Quelle: um.warszawa.pl, architektura.muratorplus.pl

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