An der Aleje Ujazdowskie 23 in Warschau befindet sich die Villa Gawroński, auch bekannt als Leszczyński-Palast. Auf Beschluss des Denkmalschutzbeauftragten der Woiwodschaft Masowien wurde das Objekt gerade in das Denkmalregister eingetragen. Das Gebäude wurde in den Jahren 1923-1924 nach einem Entwurf von Marcin Weinfeld erbaut und zeichnete sich von Anfang an durch seine Größe unter den repräsentativen Gebäuden dieses Stadtteils aus.
Die Villa Gawroński und ihre Architektur
Die Villa gehört zum Stil der städtischen Neobarockarchitektur, die in Warschau in der Zwischenkriegszeit beliebt war. Sie zeichnet sich durch eine aufwendige Raumaufteilung und eine symmetrische Frontfassade aus, der ein kleiner Garten vorgelagert ist. Die Innenräume des Denkmals wurden großzügig gestaltet. Ihr zentrales Element ist eine ovale Treppe, und der repräsentative Teil wurde durch einen Wintergarten ergänzt. Das Gebäude wurde für die Nutzung durch verschiedene Institutionen entworfen, was sich in der funktionalen Aufteilung der einzelnen Räume widerspiegelt.

Die Villa der Familie Gawroński in der Zwischenkriegszeit
In den 1930er Jahren diente das Schloss diplomatischen Zwecken. Hier hatten die Vertretungen des Königreichs Belgien und des Königreichs der Niederlande ihren Sitz. Die Präsenz ausländischer Vertretungen unterstrich den hohen Rang der Adresse und das Ansehen des Gebäudes selbst, das Teil der repräsentativen Aleje Ujazdowskie war und neben anderen Residenzen mit reichhaltiger architektonischer Ausstattung lag.
Zerstörungen während des Krieges und Wiederaufbau
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude schwer beschädigt, hauptsächlich durch Brandstiftung. Das Ausmaß der Zerstörung betrug bis zu 70 Prozent der Substanz. Nach 1945 wurde mit dem Wiederaufbau nach einem Entwurf von Helena Weinfeld und Szymon Syrkus begonnen. Dabei wurde auf das Mansardendach verzichtet, die Fenster- und Türrahmen wurden vereinfacht und die Anordnung eines Teils der Innenräume geändert. Die neue Form der Villa wurde den Nachkriegstrends und den Vorgaben des Amtes für den Wiederaufbau der Hauptstadt untergeordnet, was sich eher negativ auf das Gesamtbild des Denkmals auswirkte.

Das Schicksal des Leszczyński-Palastes nach dem Krieg
1948 wurde das restaurierte Gebäude der Botschaft der Vereinigten Staaten übergeben, die hier bis Anfang der 1950er Jahre ihren Sitz hatte. Anschließend wurde die Villa mit dem benachbarten Śleszyński-Palast verbunden und für die Bedürfnisse der jugoslawischen Botschaft genutzt. Über den Palast haben wir HIER geschrieben. Nach den politischen Veränderungen auf dem Balkan wurde das Gebäude zum Sitz der serbischen Botschaft. Der Verwaltungsteil befand sich in der ehemaligen Villa der Familie Gawroński, während die Residenz des Botschafters im benachbarten Gebäude untergebracht war. Derzeit befindet sich die Immobilie in Privatbesitz und wird nicht dauerhaft genutzt, sondern gelegentlich für Ausstellungen zur Verfügung gestellt.
Gedenkstätte für die Aktionen der Heimatarmee
In unmittelbarer Nähe des Palastes fand am 1. Februar 1944 eine bewaffnete Aktion der Heimatarmee „Parasol” statt, die mit der Liquidierung des SS-Generals Franz Kutschera endete. An der Aleja Ujazdowskie, direkt vor dem Gebäude, wurde 1956 ein Granitblock aufgestellt, der an dieses Ereignis erinnert und an die Besatzungsgeschichte Warschaus erinnert.

Wird die Villa der Familie Gawroński renoviert?
Die Entscheidung über die Eintragung in das Denkmalregister unterstreicht die Bedeutung der Villa als Objekt von hohem historischem, künstlerischem und wissenschaftlichem Wert. Ihr Wert wird durch die einheitliche Komposition des Baukörpers, die repräsentative, von französischen Vorbildern inspirierte Fassade und die erhaltene Raumaufteilung mit zentraler Halle und Treppenhaus bestimmt. Bemerkenswert sind auch die Details der Innenausstattung, darunter Steinsäulen, aufwendige Stuckarbeiten, Türen und Metallausstattung, die mit großer Sorgfalt entworfen wurden. Hoffen wir, dass die Eintragung in das Denkmalregister zur Renovierung des Gebäudes und zur Wiederbelebung seiner eleganten Innenräume beiträgt.
Quelle:iwaw.pl, Denkmalschutzbeauftragter der Woiwodschaft Masowien
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Die Villa der Familie Gawroński im Jahr 1934 und 2025. Quelle: Digitale Bibliothek der Technischen Universität Warschau und whiteMAD/Mateusz Markowski
Das Gebäude 1938 und heute. Quelle: NAC – Nationales Digitalarchiv www.nac.gov.pl/ und whiteMAD/Mateusz Markowski








