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Warschau: PKO verkauft sein Bürogebäude für 55 Millionen Zloty

Die PKO Bank Polski hat ihr Bürogebäude im Herzen von Warschau, an der Kreuzung der Straßen Marszałkowska und Nowogrodzka, zum Verkauf angeboten. Der Ausrufpreis belief sich auf ganze 55 Millionen Zloty. Stehen in der Innenstadt bald bedeutende Veränderungen bevor?

Bürogebäude der PKO BP

Das Gebäude hat zwei Adressen: Marszałkowska 91/97 und Nowogrodzka 35/41. In seiner unmittelbaren Umgebung befinden sich die U-Bahn-Station Centrum, der Hauptbahnhof sowie die wichtigsten Verkehrsadern der Hauptstadt. Das Grundstück selbst hat eine Fläche von ca. 0,2176 ha, während die Nutzfläche des Gebäudes 11.946 m² beträgt. Die Lage des Grundstücks, das in das dichte Stadtgefüge von Śródmieście eingebettet ist, erforderte eine sehr intensive Nutzung der verfügbaren Fläche.

Modernismus und Fassadengestaltung

Die Form des Gebäudes entspringt dem Modernismus des Nachkriegs-Warschaus. Der kompakte Baukörper mit einem deutlich horizontalen Rhythmus der Stockwerke wurde mit einer einfachen Geometrie ohne markante Dominanten kombiniert. Im Erdgeschoss befanden sich Dienstleistungsbetriebe, während die oberen Stockwerke für eine sich wiederholende Büroanordnung vorgesehen waren. Im Laufe der Zeit wurde die Fassade des Hochhauses umgestaltet und mit einer glatten Verkleidung versehen, die ein blaues Muster bildet. Die neue Fassade ersetzte die früheren vertikalen Unterteilungen, die an Rippen erinnerten.

Die Marszałkowska-Straße im Jahr 1970 und 2023. Quelle: Postkarte RUCH/piotrzoc-fotopolska.eu und Google Maps

Bauarbeiten an der Ecke Marszałkowska und Nowogrodzka

Der Bau des Gebäudes wurde 1970 abgeschlossen. Dabei wurden Fundamente bis zu einer Tiefe von etwa 8 m ausgehoben und über 11.000 m³ Erde von der Baustelle abtransportiert. Der Entwurf des modernistischen Hochhauses stammt von Zygmunt Stępiński in Zusammenarbeit mit Andrzej Milewski. Die Architekten fügten ihr Gebäude in die Straßenfront der Marszałkowska- und Nowogrodzka-Straße ein, als ergänzendes Element einer Umgebung voller Mietshäuser, Nachkriegs-Lückenbebauungen und anderer Gebäude.

Das PKO-Bürogebäude – die Geschichte des Gebäudes

Während der Zeit der Volksrepublik Polen war in dem Gebäude die zentrale Stelle für den Ratenverkauf der PKO untergebracht. Das System der Verbraucherkredite erreichte in Warschau ein Volumen von mehreren hundert Millionen und später sogar rund 0,5 Milliarden der damaligen Zloty, wobei hauptsächlich Güter des täglichen Bedarfs, darunter Unterhaltungselektronik, finanziert wurden. Der Wolkenkratzer ist derzeit weder im Denkmalregister eingetragen noch unterliegt er dem lokalen Bebauungsplan, was dem zukünftigen Käufer einen großen Spielraum lässt.

Mögliche Szenarien

Das wahrscheinlichste Szenario für das Gebäude ist entweder eine umfassende Modernisierung unter Beibehaltung des bestehenden Baukörpers und dessen Anpassung an neue Bürostandards oder eine Umnutzung zu Wohnzwecken, oder aber der Abriss und die Errichtung eines neuen Gebäudes mit höherer Bebauungsdichte auf dem Grundstück. Die Zukunft der ehemaligen zentralen Ratenverkaufsabteilung der PKO ist bislang noch nicht bekannt, daher bleibt uns nichts anderes übrig, als auf konkrete Informationen zu warten. Wir werden Sie darüber auf dem Laufenden halten.

Quelle: architektura.muratorplus.pl, zyciewarszawy.pl

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