Warszandi, eine 100-Meter-Wohnung in Stary Mokotow

Im obersten Stockwerk eines achtstöckigen Gebäudes in Stary Mokotow befindet sich eine 100 m² große Wohnung. Die Wohnung, die einst dem Architekten gehörte – dem Autor des Gebäudes, das ursprünglich als Büro des Ministerrats von Warschau diente – wurde von Grund auf mit Blick auf die Bedürfnisse einer jungen Familie mit zwei Kindern entworfen. Der Raum wurde mit neuen Funktionen ausgestattet: ein großes Badezimmer mit Sauna, ein Schlafzimmer mit Kleiderschrank und ein kleines Büro sowie ein Korridor mit einem geräumigen Kleiderschrank, der eine Verbindung zwischen dem Wohnbereich und dem Kinderzimmer herstellt.

Warszandi – Harmonie und Minimalismus in einem modernen Design

Die Designästhetik basiert auf den Prinzipien des japanischen Minimalismus, bei dem Harmonie und natürliche Materialien im Vordergrund stehen. Holz, weiche Stoffe, Rattan und eine gedämpfte Farbpalette dominieren – Cremetöne, Beigetöne, Holztöne, durchbrochen von Schwarz und Rot. Das Ganze schafft eine stimmige, gemütliche Atmosphäre.

Die sanfte Atmosphäre wird durch die Lampenschirme aus Seide verstärkt, die das Licht sanft streuen. Wie die Autoren des Projekts betonen: „Es handelt sich jedoch nicht um ein klassisches Rezept für das Japannen, sondern um eine Suche nach Harmonie, die nicht ohne Charakter ist.“

Japandi mit Pfiff

Das Interieur verbindet Ruhe mit überraschenden Elementen. Gebürstetes Metall, Rauchglas, Schekel, unregelmäßige Zellige-Fliesen oder gebrannte Keramik stehen neben natürlichen Materialien. Farbige Akzente, wie das blaue Portal oder die geschnitzten Griffe, sorgen für eine moderne Leichtigkeit. Rot hingegen verleiht dem Arrangement eine unverwechselbare Note. Der Minimalismus hat hier an materieller Tiefe gewonnen, was dem Ganzen Individualität und subtile Dramatik verleiht.

Geometrie und eine Anspielung auf das Design der 1960er und 1970er Jahre.

Die Möbel zeichnen sich durch Schlichtheit und Eleganz aus. Das weich geformte Sofa, die eingebaute Liege unter den Fenstern oder die Bücherregale wurden so entworfen, dass sie sich nahtlos in die Architektur der Wohnung einfügen. Die skulpturale Kücheninsel und die diagonale Linie des Kleiderschranks bilden kohärente geometrische Einheiten.

Das dekorative Furnier, die vertikalen Linien der Fliesen im Bad und die strukturierte Farbe sind bewusste Referenzen an das modernistische Design der 1960er und 1970er Jahre. Der Kleiderschrank ist durch dreidimensionale Mutina & Patricia Urquiola-Ziegel vom Schlafzimmer getrennt, die die Authentizität des Materials und seine subtilen Unvollkommenheiten feiern.

Warszandi als Beispiel für bewusstes Design

Die Wände sind mit Werken von Karolina Szwedt geschmückt, die mit Stickerei und geometrischer Abstraktion experimentiert. Das gesamte Projekt, das vom Studio Lessness (Dominika Strzałka-Rogal in Zusammenarbeit mit Karolina Mystek) entworfen, von Natalia Horak gestylt und von Mood Authors fotografiert wurde, zeigt, dass zeitgenössische Innenräume Funktionalität, Ästhetik und einen tiefen Respekt für Materialien miteinander verbinden können. Die Wohnung „Warszandi“ ist ein Beispiel dafür, wie man aus scheinbar einfachen Formen einen Raum mit Seele schaffen kann – ruhig, minimalistisch und doch voller Charakter.

Entwurf: Lessness, Dominika Strzałka-Rogal in Zusammenarbeit mit der Kundin Karolina Mystek / lessness.pl
Gestaltung: Lessness, Natalia Horak / lessness .pl
Fotos: Mood Authors / https://moodauthors.com/

Über das Studio:
Lessness Studio ist ein in Krakau ansässiges Designstudio, das von Natalia Horak, Dominika Strzałka-Rogal und Michał Franczak geleitet wird und Erfahrungen im Grenzbereich zwischen Kunst und Architektur vereint. Ihre Projekte folgen dem Prinzip des gemäßigten Minimalismus und zielen darauf ab, Räume zu schaffen, die eine eigene Qualität haben. Weitere Wohnungen des Studios finden Sie, wenn Sie auf die nachstehenden Links klicken:

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